Stadt Düsseldorf auf Flüchtlingswelle vorbereitet

Traglufthalle für die Unterbringung von Flüchtlingen

Stadt Düsseldorf auf Flüchtlingswelle vorbereitet

Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt die Stadt Düsseldorf, wie alle anderen Kommunen auch, vor sehr große Herausforderungen.

Nach den Worten von Miriam Koch, der Flüchtlingsbeauftragten, wird sich die Zahl der in der Landeshauptstadt erwarteten Flüchtlinge gegenüber den bisherigen Prognosen deutlich nach oben entwickeln.

„Hatten wir bisher pro Monat mit etwa 250 Menschen zu rechnen, werden es im zweiten Halbjahr 2015 monatlich bis zu 400 sein“, so Koch. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Düsseldorf aktuell zwei Traglufthallen mit einer Kapazität von jeweils 300 Plätzen und zwei Großzelte mit Platz für jeweils 50 Menschen bestellt.

Die beiden Zelte, die Stadt angemietet hat, haben eine Größe von 20 x 40 Metern und werden auf einer Grünfläche nahe der Schule Borbecker Straße aufgestellt. 1.143 Plätze sind im ersten Halbjahr 2015 nach den Worten von Miriam Koch in Bestandsimmobilien geschaffen worden.

Aktuell liegt eine Zuspitzung der Anzahl neuankommender Flüchtlinge im Land Nordrhein-Westfalen vor. Für die Aufnahmesituation in NRW bedeutet dies, dass bereits am Donnerstag die Kapazitäten in den zentralen Unterbringungseinrichtungen und den Notunterbringungseinrichtungen des Landes vollständig belegt sind. Um die drohende Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu verhindern, ist es notwendig, neue Notunterkünfte zu schaffen. Daher ist das Land NRW gezwungen, auf die Mithilfe diverser Kommunen zurückzugreifen.

Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch: „Die Bezirksregierung hat uns aufgefordert, sofort und vorübergehend – zumindest für drei Wochen – Unterbringungsmöglichkeiten für 150 Personen bereitzustellen. In der umgehend einberufenen Sitzung der ‚Arbeitsgruppe Asyl‘ haben wir die zusätzliche Belegung der Rossstraße mit 150 Plätzen und die Übergabe der Turnhalle der Gerresheimer Landstraße mit 50 Plätzen ab Freitag, 24. Juli, beschlossen. Die Betreuung vor Ort wird im Falle der Rossstraße von den Johannitern und im Falle der Gerresheimer Landstraße vom Deutschen Roten Kreuz übernommen.“ Manfred Blasczyk Pressedienst der Landeshauptstadt Düsseldorf

Das schaffen wir!

Eine solche Welle hat dieses Land schon einmal bewältigt – als es ganz unten war. Gut 850 000 Ost-Flüchtlinge kamen bis 1950 im Südwesten unter. Dieses Jahr sollen es 54 000 Asylsuchende sein. Auch wenn die Zahl sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt hat, auch wenn Entspannung in den Krisengebieten rund um Europa nicht absehbar ist: Das muss machbar sein. Dass es derzeit trotzdem nicht rund läuft, liegt mit an uns selbst: Nach dem Abklingen des Flüchtlingszustroms infolge der Balkankriege in den 1990ern wurden flugs Kapazitäten abgebaut.

Nun, in Zeiten der Vollbeschäftigung und des Baubooms, mangelt es an Personal und Platz. Zwar sprudeln die Steuereinnahmen. Und doch erliegen alle Ebenen – von den Kommunen bis hoch zur EU – gern mal dem Reflex, auf andere zu zeigen und zu klagen: „Wir würden gern, aber die zahlen nicht.“ Ja, Probleme gibt es – das hat gerade wieder der Tumult um ein Auffanglager in Heidelberg gezeigt. Der Landesflüchtlingsgipfel muss sie kommenden Montag angehen. Es gilt, mehr Ressourcen zu schaffen und vorhandene besser zu bündeln.

Balkanflüchtlingen ein faires wie schnelles Verfahren zu bieten. Asylsuchende mit guter Anerkennungs-Prognose schnell einzugliedern. Niemanden mehr aus der Erstaufnahmeeinrichtung zu verlegen, ohne dass sein Asylantrag gestellt ist. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt mit einer hocheffizienten Verwaltung. Das werden wir doch schaffen! Südwest Presse

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