Audi gesteht Manipulation bei Abgaswerte

VW-Konzern bessert Software beim 3,0-Liter-Diesel nach

Audi gesteht Manipulation bei Abgaswerte

Audi hat gegenüber der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) eingeräumt, bei den 3,0-Liter-V6-Dieselmotoren nicht ausreichend deklarierte Software verwendet zu haben. Sie soll nun nachgebessert werden. Das Unternehmen beziffert den Aufwand auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Betroffen sind auch der VW Touareg und der Porsche Cayenne. Der freiwillige Verkaufsstopp für die Modelle mit dem Motor, den die drei betroffenen Konzernmarken vorsorglich beschlossen hatten, wurde bis auf weiteres verlängert.

Drei Programme des Motors seien im Rahmen der US‑Zulassungsdokumentation nicht offengelegt worden, räumte Audi ein. Dabei geht es um die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems, die Vermeidung von Ablagerungen am Adblue‑Dosierventil und um die Verunreinigung des Katalysators durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe. Die Software für den ersten Fall wird nach geltender US-Gesetzgebung als unerlaubt angesehen.

Der von Audi entwickelte Motor wird ab dem Modelljahr 2009 in den US‑Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 eingebaut. Volkswagen setzt das Aggregat im Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Alle Modelle sind nach wie vor technisch sicher und fahrbereit, betonte der VW-Konzern noch einmal. (ampnet/jri) Auto-Medienportal.Net Angaben

Stellungnahme zu Gesprächen von Audi mit US-Umweltbehörden EPA und CARB

Audi wird Parameter in der in den V6 TDI 3.0 Dieselmotoren installierten Software überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA neu zur Genehmigung vorlegen. Das ist das Ergebnis von Gesprächen einer Delegation der AUDI AG mit der US Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) und dem California Air Resources Board (CARB). Die aktualisierte Software wird aufgespielt, sobald sie von den Behörden freigegeben ist. Betroffen sind die drei Marken Audi, Porsche und Volkswagen. Audi schätzt den Aufwand dafür auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Im Mittelpunkt des jüngsten Gesprächs stand die Notice of Violation vom 2. November, in der Audi mitgeteilt wurde, dass AECD (Auxiliary Emission Control Devices) bei der US‑Typzulassung nicht ausreichend beschrieben und deklariert worden seien. Dies wird nun mit der aktualisierten Software und der Dokumentation nachgeholt.

Audi bestätigt, dass insgesamt drei AECD im Rahmen der US‑Zulassungsdokumentation nicht offengelegt worden waren. Bei einem AECD handelt es sich um die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems. Bei den beiden anderen handelt es sich um AECD zur Vermeidung von Ablagerungen am Ad‑Blue‑Dosierventil sowie der Verunreinigung des SCR-Katalysators durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC-Poisoning). Eines davon wird nach geltender US-Gesetzgebung als Defeat Device betrachtet. Es handelt sich dabei konkret um die Software für die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems.

Audi vereinbarte mit den Umweltbehörden weitere Schritte der Zusammenarbeit, bei denen die konkreten Maßnahmen erarbeitet werden. Das Unternehmen sagte zu, weiter transparent und umfassend zu kooperieren. Im Fokus stehen dabei rasche, unkomplizierte und kundenfreundliche Lösungen. Der freiwillige Verkaufsstopp für die Modelle mit dem V6 TDI-Dieselmotor, den die drei betroffenen Konzernmarken vorsorglich beschlossen hatten, wurde bis auf weiteres verlängert.

Der von Audi entwickelte Motor wird ab dem Modelljahr 2009 in den Audi US‑Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 eingebaut. Volkswagen setzt das Aggregat im Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Alle betroffenen Modelle sind technisch sicher und fahrbereit.

Abgas-Sumpf endlich trockenlegen

„Wenn laut TÜV-Nord-Chef Guido Rettig auf Drängen der Automobilindustrie dem TÜV untersagt wird, auch die Motorsoftware zu untersuchen, ist das ein weiterer Skandal im ganzen Abgas-Sumpf. Hier muss die Bundesregierung endlich aktiv werden und eine unabhängige und umfassende Prüfung von Fahrzeugtypen durchsetzen“, so Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE zur aktuellen Entwicklung im VW-Skandal. Leidig weiter: „Jenseits aller juristischer Spitzfindigkeiten, ob eine Software zulässig ist oder nicht, muss VW jetzt alles daran setzen, alle Autos, die auf den Straßen weltweit unterwegs sind, so sauber zu machen, wie beim Verkauf der Fahrzeuge von VW behauptet wurde.

Auch alle anderen Hersteller müssen sich dieser Herausforderung stellen. Wenn VW-Chef Müller sagt, VW wolle sich jetzt auf die Technologien der Zukunft konzentrieren, dann ist das zu begrüßen. Allerdings ist mehr als fraglich, ob der Porsche-Mann Müller dafür der Richtige ist. Die Digitalisierung der Branche und die Elektromobilität, wie sie bisher von der Autoindustrie angegangen wird, ist jedenfalls kein zukunftsweisender Weg.

Für VW und die anderen Autohersteller steht jetzt eine große Transformation an: neue nachhaltige Produktions- und Aufgabenfelder müssen erschlossen werden, mit denen die Beschäftigung gehalten wird und die Unternehmen auch längerfristig eine Perspektive bekommen. Kein gangbarer Weg ist es, weiterhin mit Werbung, Greenwashing und der aggressiven Erschließung neuer Märkte die Überproduktion von Autos mit überholter Technologie verkaufen zu wollen.“ Die Linke im Bundestag

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