Autoclubs fordern Entschädigung auch für deutsche VW-Kunden

VW-Skandal

Autoclubs fordern Entschädigung auch für deutsche VW-Kunden

VW kann nun beginnen, drohende Sammelklagen verärgerter US-Kunden abzuwenden, indem ihnen Geld für eine außergerichtliche Einigung angeboten wird. Die Chancen dafür stehen gut. Es ist allerdings ungerecht, dass US-Kunden deutlich großzügiger entschädigt werden sollen als die deutschen. Ausgerechnet die VW-Fahrer im Heimatland des Konzerns können sich nun als Kunden zweiter Klasse fühlen. Stuttgarter Zeitung

Im Prinzip könnte VW die Einigung mit den US-Behörden als eine Art Blaupause für andere Länder verwenden. Doch dazu scheint der Konzern keine Neigung zu haben. Er betont vielmehr, die Einigung entfalte außerhalb er USA „keine rechtliche Wirkung“. Allerdings wird die EU kaum tatenlos zuschauen, wenn US-Kunden herausgekauft werden, europäische Autofahrer aber weder eine Entschädigung noch ein Rückgaberecht bekommen. Eine Zweiklassengeschaft unter den Kunden zu schaffen, wird sich VW auf Dauer nicht leisten können. Das würde kurzfristig Geld sparen, aber langfristig Vertrauen kosten, an dem es dem Konzern derzeit noch mehr mangelt als am Geld. Stuttgarter Nachrichten

Eine Selbstverständlichkeit ist auch, dass es für die geprellten Kunden Schadenersatz geben muss, weil VW seinen Kunden technische Qualitäten seiner Autos vorgegaukelt hat, die weitab von der Wirklichkeit sind. Dass sich der Konzern bislang weigert, in anderen Ländern ähnlich großzügig wie in den USA zu entschädigen, ist ein Skandal. Außerdem muss in den USA, in Deutschland und überall anderswo sichergestellt sein, dass die Autos künftig die Abgasnormen auf der Straße erfüllen. VW steht vor einer gigantischen Umrüst- und Umtauschaktion von Pkw. Das dürfte weit mehr als die immer wieder genannten 30 Milliarden Euro kosten. Aber der Konzern kann das verkraften. Mitteldeutsche Zeitung

Volkswagen hat sich in der Abgasaffäre mit dem Justizbehören in den USA offenbar auf einen Vergleich geeinigt. Medienberichten nach, soll jeder Käufer eines mit der Manipulationssoftware ausgestatteten Autos 5000 Dollar (ca. 4400 Euro) erhalten. Der Auto Club Europa (ACE) fordert eine entsprechende Lösung auch für deutsche Kunden. Laut „Tagesthemen“ soll VW auch den Rückkauf betroffener Autos anbieten.

Auch der ADAC begrüßte den möglichen Schritt, verweist jedoch auf eine andere Rechtslage. Pauschalentschädigungen wie in den USA seien hierzulande nicht vorgesehen. Allerdings rufe der Konzern mit einer möglichen Einigung in den Vereinigten Staaten eine „vergleichbare, verbraucherfreundliche Lösung auch für deutsche Kunden“ nahezu herbei. Der ADAC schlägt vor, ergänzend zur technischen Nachbesserung unabhängige Mustermessungen. Auf deren Grundlage könnten Kompensationszahlungen geleistet werden. Dies erspare deutschen Autofahrern „langwierige und kostenintensive Prozesswellen“.

Volkswagen bestätigte am späten Nachmittag Vereinbarungen mit den zuständigen US-Behörden. Details sollen jedoch erst in den kommenden Wochen bekanntgegeben werden. Der Konzern betonte aber, dass die sich abzeichnenden Regelungen außerhalb der USA keine rechtliche Wirkung hätten. Die Einigungen hätten zudem keine Auswirkung auf laufende Justizverfahren in Amerika, hieß es aus Wolfsburg. (ampnet/jri) Auto-Medienportal.Net

VW einigt sich außergerichtlich mit US-Behörden im Abgasskandal

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