Börsen-Notbremse in China soll vor Crash retten

Börsen-Stopp in China soll Märkte beruhigen – Risiken stecken in Geopolitik

Börsen-Notbremse in China soll vor Crash retten

Belastend auf die deutschen Indizes wirkte neben dem Börsen-Crash in China nach schwachen Konjunkturdaten auch der eskalierende Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran. Neben dem Dax musste auch MDax rote Zahlen schreiben, er büßte am Montag 2,46 Prozent auf 20.263,03 Zähler ein, der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,62 Prozent auf 1782,69 Punkte. Ähnlich sah es an den europäischen Aktienmärkten aus. Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 fiel um 2,4 Prozent auf 3.188 Punkte. Laut Finanznachrichten sind rohstoffnahe Aktien und Autowerte die Hauptverlierer an den Börsen. Der Sektor-Index Basic-Resources sei um 3,4 Prozent, der Auto-Index um 3,3 Prozent gefallen. de.sputniknews.com Copyright © Sputnik

Die globalen Finanzmärkte machen gerade ein Déjà-vu zu China-Sorgen durch, und zwar im Zeitraffer: Im vergangenen Jahr erwies sich erst der chinesische Aktienmarktcrash vom Juni als globaler Schocker; zwei Monate später im August ließ eine Reform des Wechselkursmechanismus, aus der eine kräftige Abwertung des Yuan resultierte, die Devisenmärkte erzittern.

Zum Jahresauftakt 2016 erlebt man mit nur zwei Tagen Abstand einen scharfen Börseneinbruch gefolgt von einer recht deutlichen Abschwächung des Yuan gegenüber dem Dollar. Erneut macht sich an westlichen Märkten dezidierte Panikstimmung breit. Dabei zeigen die Lehren aus dem Vorjahr, dass dafür kein Anlass besteht.

Chinas umtriebiger Aktienmarkt ist so wenig mit der heimischen Konjunkturperformance korreliert und der Boom and Bust an Chinas Börsen färbt so wenig auf die Konjunktur ab, dass auf westlichen Märkten für Angstschübe sorgende Querverbindungen zwischen Börsen- und Konjunkturverfassung im Reich der Mitte im neuen Jahr genauso wenig Sinn ergeben wie im alten. Abgesehen davon befindet man sich in einem seltsamen Zwiespalt, weil einerseits von internationalen Fondsmanagern Forderungen laut werden, dass der Staat marktverzerrende Eingriffe und Stützungskampagnen für Chinas Börsen unterlassen sollte, andererseits aber panische Angst vor einem freien Fall an Chinas Aktienmarkt und seinen etwaigen globalen Ansteckungswirkungen herrscht.

Auch Chinas Währungspolitik sorgt für kognitive Dissonanzen. Im August hat man sich schwergetan, eine etwas unnötig ruckartige Anpassung des Wechselkurssystems hin zu einer stärker marktgetriebenen Bildung des Yuan-Dollar-Kurses nicht als wettbewerbsmotivierte Abwertung verzweifelter Wirtschaftsplaner, sondern als Vorbereitung für die Aufnahme in den Devisenkorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu verstehen. Die gestrige Schwächung des Yuan sollte man ebenfalls nicht als Offenbarungseid in Sachen Exportförderung und Konjunkturmisere verstehen.

Eher handelt es sich um eine erneut unnötig ruckartige Anpassung, mit der die Notenbank deutlich macht, dass sie nicht unbegrenzte Interventionsopfer zu bringen bereit ist, um eine eindeutig marktgetriebene Abwertung des Yuan gegenüber dem allseits erstarkenden Dollar zu verhindern. Dies passt auch insofern zu den Zeichen der Zeit, als der Yuan auf dem Weg zur globalen Reservewährung flexibler werden muss und sich damit zwangsläufig vom Dollar abkoppelt. Norbert Hellmann www.boersen-zeitung.de Börsen-Zeitung

Europäische Börsen legen Fehlstart ins neue Jahr hin

https://youtu.be/k1XJVYIius4

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