Bundespräsident Joachim Gauck distanziert sich von Merkel

Merkels Botschafter - Gaucks Grenzen

Bundespräsident Joachim Gauck distanziert sich von Merkel

Sie berge „das Potenzial, Arbeitsmärkte zu spalten“. Gut Qualifizierte werden mehr profitieren als Geringqualifizierte, die reichen Länder stärker als die armen, ergänzt die Bank UBS. Hätte Gauck das zur Kenntnis genommen, wäre ihm vielleicht auch der Übergang zur Flüchtlingsfrage noch besser gelungen. Ja, Gauck sprach auch davon, den Menschen zu helfen, bevor sie sich nach Europa retten. Aber von den jetzt schon absehbaren Ungerechtigkeiten der nächsten industriellen Revolution, die wieder neue Fluchtursachen hervorbringen werden, sprach er nicht. Auch Flucht ist Vernetzung? Ja! Wer damit produktiv umgehen will, sollte zuerst die Grenzen der eigenen Wahrnehmung überwinden. Frankfurter Rundschau

Der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Klaus Schwab, mag keine Netzwerk-Veranstaltungen. Dies bekannte er in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin ‚Capital‘ (Ausgabe 2/2016; EVT 21. Januar): „Sie sehen mich auf keiner Cocktailparty und keinem Botschaftsempfang. Ich trinke nie Cocktails und mache keinen Smalltalk. Die Leute denken immer, ich sei ein großer gesellschaftlicher Netzwerker, aber das bin ich nur sehr bedingt“, sagte Schwab in dem Gespräch, in dem es vor allem um sein Lebenswerk, die ersten Treffen von Davos und die Geschäfte rund um das wichtigste Netzwerktreffen der Welt geht, das ab heute wieder im Schweizer Skiort Davos stattfindet.

Schwab kritisierte den Rummel, den vor allem teilnehmende Manager am Rande des Treffens veranstalten. „Das stört mich kolossal. Vor allem dieses Speed-Dating“, sagte Schwab. Für ihn sei das der Unterschied zwischen einer Gemeinschaft, die die gleichen Ziele verfolge, „und einem Treffen, bei dem jeder nur seine eigenen Interessen verfolgt“. Netzwerke, die nur dem Ausbau persönlicher Beziehungen dienten, seien für ihn „ein Zeitverlust“.

Erstmals gab der 78-jährige Schwab auch Einblicke in seine Planung, wer ihm einmal auf den Chefposten des World Economic Forum nachfolgen sollte. „Wenn ich meine Verantwortung nicht mehr wahrnehmen kann, dann gibt es genaue Anweisungen, die in einem Brief stehen, den ich in einem Safe aufbewahre“, sagte Schwab gegenüber ‚Capital‘. Darin fänden sich auch seine Favoriten für die Nachfolge: „Da stehen mehrere mögliche Namen drin“, so Schwab. www.capital.de Timo Pache, Chefredaktion ‚Capital‘

Merkels Botschafter

Nun hat auch Bundespräsident Joachim Gauck sich von der Kanzlerin distanziert. Bei seinem Auftritt in Davos redete er zwar einerseits den osteuropäischen Staaten ins Gewissen, die selbst erfahrene Solidarität in Europa nun anderen Flüchtlingen zuteilwerden zu lassen. Anderseits schloss Gauck sich jedoch explizit nicht Merkels Argumentation an, die nur auf eine „Reduzierung“ der Flüchtlingszahlen abzielt. Er gab zu bedenken, und das ist bemerkenswert, dass eine „Begrenzungsstrategie“ sogar „moralisch geboten“ sein könne. Einsamer kann es um Angela Merkel nun kaum mehr werden.

Gleichzeitig droht ihr Innenminister in übertriebenen Aktionismus zu verfallen. Seine Pläne, Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber trotz gesundheitlicher Einschränkungen zu erleichtern, mag zwar folgerichtig erscheinen. Schließlich stehen auch immer wieder vorgeschobene ärztliche Atteste einer Rückführung im Weg. Das Kernproblem aber lösen diese Pläne nicht: Bisher scheiterten die meisten Abschiebungen nicht etwa an Arztbriefen, sondern am fehlenden Willen der Bundesländer, an fehlendem Personal, fehlenden Ausweisdokumenten und fehlenden Abkommen mit den Herkunftsstaaten. Jan Drebes Rheinische Post

Weltwirtschaftsforum Davos: Über allen Gipfeln „den Zustand der Welt verbessern“ – economy

https://youtu.be/eWDzA_kCK9Q

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