CDU-Wirtschaftsrat: IG Metall schadet der gesamten Volkswirtschaft

Ein dickes Stück vom Kuchen

CDU-Wirtschaftsrat: IG Metall schadet der gesamten Volkswirtschaft

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm, kommentiert: „Der Abschluss dokumentiert die derzeit gute wirtschaftliche Lage der Metall- und Elektro-Industrie. Er geht aber sehr deutlich an die Belastungsgrenze und für nicht wenige Unternehmen darüber hinaus. Er schafft außerdem durch die Ewigkeitskosten eine Hypothek für die Zukunft, wenn sich die wirtschaftliche Lage wieder abschwächt. Positiv hervorzuheben ist die lange Laufzeit von 27 Monaten, die zweistufige Tabellenerhöhung und die Flexibilisierung der Arbeitszeit sowie die dauerhaft vereinbarte Differenzierung. Diese erlaubt es, bei schwierigen Wirtschaftslagen die Belastung zu reduzieren. Der vbm begrüßt die neu geschaffenen tariflichen Möglichkeiten für eine erhebliche Ausweitung des Arbeitszeitvolumens. Gleichzeitig ist es gelungen, vernünftige Grenzen für die Absenkung von Arbeitszeiten zu erzielen, die der Gesetzgeber plant festzusetzen. Damit wird der bereits heute bestehende Fachkräftemangel nicht noch weiter verschärft. Der Tarifabschluss verschafft den Unternehmen besonders lange Planungssicherheit. Wir hätten uns einen weniger komplexen Tarifvertrag gewünscht.“

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat den für Baden-Württemberg vereinbarten Tarifvertrag zur Übernahme in anderen Tarifgebieten empfohlen. Die Verhandlung für die bayerische Metall- und Elektro-Industrie findet am 08. Februar 2018 in München statt. VBM – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V.,

„Überreizte Forderungen“ – Union: Gewerkschafter haben aus Krise nicht gelernt

Der CDU-Wirtschaftsrat hat die IG Metall, die in der aktuellen Tarifrunde sechs Prozent mehr Geld und die Option auf eine 28-Stunde-Woche fordert, zur Besonnenheit aufgerufen. „Wir können nicht alle immer weniger arbeiten und immer mehr verdienen“, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

In Zeiten des Fachkräftemangels die Arbeitszeit massiv zu verkürzen, schade nicht nur den Betrieben direkt, sondern der gesamten Volkswirtschaft. „Die Metall- und Elektroindustrie ist die größte Industriebranche, die nicht ins Stottern kommen darf durch einen überreizten Tarifabschluss“, warnte Steiger angesichts laufender Warnstreiks. Große Lohnsprünge bei gleichzeitiger Arbeitszeitverkürzung hätten die deutsche Metall- und Elektroindustrie bereits Anfang der 90er-Jahre in eine tiefe Krise gestürzt. „Daraus hat die IG Metall leider nichts gelernt“, kritisierte der CDU-Politiker. Neue Osnabrücker Zeitung

Ein starker Tarifabschluss: Mehr Geld und mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit

Die IG Metall hat den Tarifabschluss für die 900.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg als zukunftsweisend bezeichnet. „Der Tarifabschluss ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer modernen, selbstbestimmten Arbeitswelt“, sagte Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, am Dienstag in Stuttgart. Die IG Metall hat sich für diese Tarifrunde zentrale Ziele gesetzt: einen fairen Anteil der Beschäftigten am wirtschaftlichen Erfolg der Branche, mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle und Entlastung bei Schichtarbeit. „Diese Ziele haben wir erreicht“, sagte Hofmann.

Der Tarifvertrag sieht ab 01.04.2018 eine Entgelterhöhung von 4,3 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 100 Euro für Januar bis März 2018 vor.

Außerdem erhalten alle Beschäftigten ab 2019 einen Festbetrag von 400 Euro plus ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts. Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten, können wählen, ob sie statt des tariflichen Zusatzgelds acht freie Tage nehmen wollen. Zwei Tage davon finanziert der Arbeitgeber.

Der Tarifvertrag sichert zudem den Beschäftigten einen Anspruch auf Reduzierung ihrer Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden für bis zu 24 Monate. Danach haben sie das Recht, zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zurückzukehren.

Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2020.

„Die Beschäftigten erhalten eine deutliche Erhöhung ihrer Realeinkommen. Damit trägt dieses Ergebnis der hervorragenden wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung und hat zugleich gesamtwirtschaftlich eine positive Wirkung: Die deutliche Steigerung der Einkommen stärkt die Binnennachfrage und leistet einen Beitrag dazu, die Konjunktur weiter zu stabilisieren“, sagte der IG Metall-Vorsitzende.

„Gleichzeitig markiert dieser Tarifabschluss eine Umkehr bei der Arbeitszeit. Viel zu lange war Flexibilität ein Privileg der Arbeitgeber. Jetzt haben die Beschäftigten erstmals verbindliche Ansprüche, sich für eine kürzere Arbeitszeit zu entscheiden – für sich selbst, für ihre Gesundheit, für ihre Familien“, sagte Hofmann. Mit dem Tarifabschluss gibt es einen flächendeckenden, verbindlichen Anspruch auf Unterstützung in Lebensphasen, die schwer mit der Erwerbsarbeit zu vereinbaren sind und bei besonderer gesundheitlicher Belastung durch Schichtarbeit. „Das ist ein Novum. Die Tarifparteien übernehmen so gemeinsam Verantwortung dafür, dass Erwerbsverläufe gut gelingen und Fachkräfte in allen Bereichen der Industrie ihr Leben selbstbestimmter und gesünder meistern können.“ Der Tarifabschluss zeigt zudem, dass es den Tarifparteien gelingt, innovative und passgenaue Lösungen zu entwickeln. „Tarifverträge sind das geeignete Instrument, um Arbeitsbedingungen im Interesse der Beschäftigten und der Unternehmen attraktiv zu gestalten.“

Der IG Metall-Vorsitzende dankte den rund 1,5 Millionen Beschäftigten, die mit ihrer Beteiligung an den kurzzeitigen Warnstreikaktionen sowie den ganztägigen Warnstreiks der vergangenen Tage die Ziele der IG Metall eindrucksvoll und nachdrücklich unterstützt hatten. „Die IG Metall hat in dieser Tarifrunde gezeigt, was sich erreichen lässt, wenn man sich ein klares Ziel setzt und es strategisch und mit langem Atem umsetzt. Und wir haben in dieser Auseinandersetzung bewiesen, dass wir weiterhin eine große, solidarische Kraft entfalten können, um die Zukunft der Arbeit zu gestalten.“ (IG Metall) Industriegewerkschaft Metall Vorstand

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