Chance für Italien: Fuest lobt Mario Draghi für EZB-Entscheidung

Draghi will auch Vaterland retten

Chance für Italien: Fuest lobt Mario Draghi für EZB-Entscheidung

Der ifo-Präsident Clemens Fuest hat die Entscheidung der Europäischen Zentralbank begrüßt, nach dem März die Käufe von Staatsanleihen zu verringern „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn es besser gewesen wäre, den Umfang der Käufe Monat für Monat noch stärker zu verringern“, sagte er.

„Denn nach Einschätzung des ifo Instituts wird die Euro-Inflationsrate bis März auf eine Jahresrate von 1,5 Prozent steigen und bis zum Jahresende auf 1,6 Prozent. Das ist nahe dran an den knapp unter zwei Prozent, die die EZB anstrebt. Das Argument der EZB für die Anleihekäufe trägt also 2017 nicht mehr.“ Hintergrund sei, dass der Rückgang der Ölpreise zum Stillstand gekommen sei und dass dieser drückende Effekt auf die Inflationsrate ganz mechanisch auslaufe. Fuest ergänzte: „Damit treten bei den Anleihekäufen der EZB die negativen Nebenwirkungen in den Vordergrund.“ ifo Institut

Falsche EZB-Politik

Seit eineinhalb Jahren kauft die EZB Anleihen in der Hoffnung, sie könnte damit der wirtschaftlichen Probleme in Europa Herr werden. Damit hat sie sich allen Beteuerungen zum Trotz längst zum Handlanger der Politik gemacht, weil sie bald auf jeder dritten Staatsanleihe in Europa sitzt. Das wäre noch nicht mal so schlimm, wären wenigstens die ökonomischen Folgen des Dauer-Geldregens positiv. Pustekuchen. Die EZB schürt die Blasengefahr an Aktien- und Immobilienmärkten, da sich die Preise dort teilweise immer mehr von realen Werten entfernen. Sie zwingt Privatinvestoren bei der Altersvorsorge, immer riskanter anzulegen, da für Kleinsparer kein Platz im großen Anleihengeschäft ist. Sie enteignet diese Sparer, weil die Inflation einen Teil wegfrisst. Sie trägt dazu bei, dass Staaten dringend notwendige Reformen immer weiter verschieben können. Und in Italien zeichnet sich auch dank EZB-Hilfe schon ab, dass Steuerzahler wieder Banken retten müssen und nicht, wie es EU-Regeln vorschreiben, Eigentümer und Gläubiger. Falscher kann eine Geldpolitik kaum sein.

Draghi will auch Vaterland retten

Das „No“ der Italiener zur Verfassungsreform bedeutet nicht Europas Untergang, das zeigt die entspannte Reaktion der Börsen. Regierungskrisen sind dort ohnehin üblich: Italien hat seit dem Zweiten Weltkrieg 65 Regierungen verschlissen. Dennoch ist das klare Votum alarmierend. Eine lange Phase der Unsicherheit kann sich das Land nicht leisten. Wenn Banken wie Unicredit fallen, braucht Italien eine handlungsfähige Regierung, zumal die EU seit der Bankenreform nächtliche Deals zu Lasten der Steuerzahler nicht mehr mitmacht. An den Finanzmärkten dürfen keine Zweifel aufkommen, dass Rom die Lage beherrscht. Das drittgrößte Euro-Land zu retten, würde den Rettungsschirm überfordern. Wenn es gut läuft, bekommt Italien jetzt eine technokratische Übergangsregierung. Damit hat man einst unter Mario Monti gute Erfahrungen gemacht. Zudem steht EZB-Präsident Mario Draghi bereit, noch mehr Staatsanleihen zu kaufen. Wenn aber die Neuwahlen Populisten an die Macht bringen, wird Super-Mario nicht mehr helfen können. Ohne Reformen kann Italien nicht gesunden – und Europa auch nicht. Rheinische Post

EZB setzt lockere Geldpolitik vorerst fort

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer Dezember-Sitzung in 2016 den Leitzins unverändert gelassen hat, bleibt beim Baugeld eine Seitwärtsbewegung bis Jahresende wahrscheinlich. Laut Interhyp, Deutschlands größtem Vermittler privater Baufinanzierungen, haben sich die Konditionen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung nach einem kleinen Zinsanstieg von 0,2 Prozentpunkten im November in der ersten Dezemberwoche bei unter 1,5 Prozent eingependelt. Neben der Geldpolitik der EZB sorgen die niedrigen Renditen bei deutschen Staatsanleihen dafür, dass sich Kreditinstitute günstig refinanzieren können.

2016 geht für Immobilienkäufer mit Billigzinsen zu Ende

„Wer seine Immobilienfinanzierung in den letzten Wochen des Jahres unter Dach und Fach bringen kann, profitiert von weiterhin günstigen Zinsen“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG. Effekte wie die nicht weiter sinkende Inflation, Konjunkturhoffnungen durch Donald Trump oder sich stabilisierende Arbeitsmarktdaten reichen als Impulse nicht aus, eine eindeutige Trendwende einzuläuten. Auch die von vielen Experten erwartete Leitzinserhöhung der amerikanischen Notenbank Fed Mitte Dezember ist laut Interhyp im aktuellen Zinsniveau eingepreist.

Begrenztes Aufwärtspotenzial bei Konditionen für Immobiliendarlehen in 2017

Erstmals seit Sommer hatte sich Baugeld im November leicht verteuert, nachdem sich die Konditionen für Darlehen fast ein halbes Jahr seitwärts bewegt haben. Laut Interhyp-Bauzins-Trendbarometer, einer monatlichen qualitativen Befragung führender Experten aus der Bankwirtschaft, ist erst im nächsten Jahr ein etwas höheres Zinsniveau wahrscheinlich. Das Aufwärtspotenzial bleibt jedoch angesichts der nur zughaften Konjunkturerholung sowie der niedrigen Inflation in der Eurozone begrenzt. Erste Andeutungen der EZB, die ultralockere Geldpolitik zurückzufahren, sind laut Interhyp eher langfristig zu interpretieren und müssen darüber hinaus in der Zukunft zumindest stückweise durch Fundamentaldaten hinterlegt werden.

Kreditnehmern rät Interhyp im aktuellen Zinsumfeld zu einer soliden Finanzierungstaktik. „Wichtig bleiben hohe Tilgungsraten von mindestens drei Prozent. Wer hoch tilgt, minimiert das Risiko, bei einer Anschlussfinanzierung zu möglicherweise höheren Zinsen eine hohe Restschuld prolongieren zu müssen“, erklärt Goris. Heidi Müller – Interhyp AG

EZB verlängert milliardenschwere Wertpapierkäufe, nimmt Tempo raus – economy

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