Datenschutzbeauftragter warnt vor Facebook-Währung

"Unternehmen hat sich in Vergangenheit nicht an seine Zusagen gehalten"

Datenschutzbeauftragter warnt vor Facebook-Währung

Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Ulrich Kelber, hat vor Facebooks geplanter digitaler Kryptowährung Libra gewarnt. „Ein Konzern, der über solch riesige Datenmengen verfügt, sollte nicht noch über Details unseres Zahlungsverhaltens verfügen“, sagte Kelber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir sind da auch schon im Gespräch mit den anderen Datenschutzaufsichtsbehörden, aber auch mit Behörden der Finanzaufsicht und des Wettbewerbsrechts.“ Facebook habe zwar versprochen, die Transaktionsdaten nicht mit anderen Daten zusammenzufassen.

Aber: „Wenn wir vom Wohlwollen Facebooks abhängig sind, würde ich davon abraten, darauf zu vertrauen“, sagte Kelber. Bereits bei der Zusammenlegung von Facebook und Whatsapp habe sich das Unternehmen nicht an seine Zusagen gehalten. Der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellte der Bundesdatenschutzbeauftragte ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten ein positives Zeugnis aus: „Unternehmen und Behörden beschäftigen sich viel mehr mit Datenschutz. Auch die Bürgerinnen und Bürger nehmen ihre Rechte bewusster wahr und werden sensibler.“ Seit die DSGVO angewendet werde, habe sich die Zahl der Datenschutz-Beschwerden, die seine Behörde erreichten, verdreifacht „und ein Abflauen ist nicht festzustellen“, sagte Kelber.¹

Calibra – das digitale Wallet für eine neue weltweite Währung kommt 2020

Facebook stellt seine neue Tochtergesellschaft Calibra vor, welche beabsichtigt, neue Finanzdienstleistungen bereitzustellen, die den Zugang und die Teilnahme am Libra-Netzwerk ermöglichen. Das erste Produkt von Calibra ist ein digitales Wallet für die neue weltweite Libra-Währung. Das Wallet wird im Facebook Messenger, WhatsApp und als eigene App verfügbar sein. Die Markteinführung wird voraussichtlich im Jahr 2020 stattfinden.

Heutzutage können Verbraucher mit Internetzugang verschiedene nützliche Dienstleistungen kostengünstig oder kostenlos nutzen – vom Kontakt zu Familien und Freunden, zum Informationsaustausch bis hin zur Unternehmensgründung. Doch sobald Verbraucher Geld verschicken, sparen oder ausgeben möchten, wird es kompliziert.

Weltweit sind Finanzdienstleistungen für viele Menschen noch unzugänglich. Fast die Hälfte aller Erwachsenen weltweit besitzen kein Bankkonto. Diese Zahl ist sogar noch höher, wenn man ausschließlich Entwicklungsländer oder Frauen in Betracht zieht. Die aus dieser Art von Ausgrenzung entstehenden Kosten sind hoch: Fast 70 Prozent der Kleinunternehmen aus Entwicklungsländern haben keinen Zugang zu Krediten und Migranten verlieren jedes Jahr 25 Millionen Dollar in Überweisungsgebühren.

Diese Herausforderungen adressiert Facebook mit Calibra – einem neuen digitalen Wallet, mithilfe dessen Verbraucher Libra verschicken, sparen oder ausgeben können.

Der Versand von Libra funktioniert über Calibra mit jedem Smartphone, ist so einfach wie der Versand einer Textnachricht und mit wenig bis gar keinen Kosten verbunden. Zukünftig sollen weitere Dienstleistungen für Nutzer und Unternehmen hinzukommen, zum Beispiel das Erstellen von Rechnungen einfach per Knopfdruck, das Bezahlen von Kaffee mit dem Einscannen eines Codes oder die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne ein Ticket oder Bargeld mit sich tragen zu müssen.

Calibra wird mit starken Mechanismen, die Geld und Daten schützen, ausgestattet sein. Die gleichen Verifizierungs- und Anti-Betrugsmechanismen, die bei Banken und für Kreditkarten im Einsatz sind, greifen auch bei Calibra. Zusätzlich beobachten automatisierte Systeme proaktiv Aktivitäten, um betrügerisches Verhalten zu erkennen und zu verhindern. Nutzer erhalten darüber hinaus auch eine Live-Chat Unterstützung, wenn sie beispielsweise ihr Telefon verloren oder ihr Passwort vergessen haben. Sollte es dennoch dazu kommen, dass eine dritte Person Zugang zu einem Nutzer-Konto erhält und der Nutzer Libra verliert, bietet Calibra eine Rückerstattung an.

Datenschutz ist ein wichtiges Thema für Calibra. Mit wenigen Ausnahmen teilt Calibra ohne Zustimmung des Kunden keine Kontoinformationen oder Finanzdaten mit Facebook, Inc. oder anderen Drittparteien. Beispielsweise werden die Kontoinformationen und Finanzdaten von Calibra-Kunden nicht zur Verbesserung der Zielgruppenansprache bei der Produktfamilie von Facebook, Inc. verwendet. Die zuvor erwähnten Ausnahmen dienen dazu, Gesetze einzuhalten und um Nutzern grundlegende Funktionen zur Verfügung zu stellen. Calibra verwendet die Daten von Facebook, Inc., um gesetzliche Bestimmungen einzuhalten, die Konten von Kunden zu schützen, Risiken zu minimieren und kriminelle Aktivitäten zu verhindern. Mehr zu unseren Verpflichtungen in den Bereichen Daten- und Verbraucherschutz erfahren Sie hier.

Calibra ist momentan noch in einer frühen Entwicklungsphase, bis zur Markteinführung wird sich Facebook auch weiterhin mit einer Vielzahl von externen Experten beraten und austauschen, um sicherzustellen, dass das Produkt sicher, privat und für jeden leicht zu nutzen ist.²

¹Kölner Stadt-Anzeiger ²Facebook

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