Deutsche Wirtschaft leidet unter Krise in Griechenland

Eurokrise: Rückgang der deutschen Exporte nach Griechenland

Deutsche Wirtschaft leidet unter Krise in Griechenland

Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, schließt eine Insolvenz Griechenlands trotz der erneut aufgeflammten Schuldenkrise des Landes definitiv aus. „Was ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen kann, ist, dass es keinen Staatsbankrott in Griechenland geben wird“, sagte Juncker in einem Interview mit der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe). „Griechenland ist und bleibt fester Bestandteil der Eurozone.

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EU-Kommissionspräsident schließt Staatsbankrott Griechenlands aus

Aber im Gegenzug wird von Griechenland erwartet, dass es die Vereinbarungen einhält“, sagte der Chef der EU-Kommission. Um die Konjunktur in den Krisenländern zu stützen, forciert Juncker das von ihm initiierte Investitionsprogramm von 315 Milliarden Euro. Die Verhandlungen über die Errichtung des neuen Fonds für Strategische Investitionen gingen nun in den Endspurt. „Der Fonds steht bis zum Sommer, und das Geld für die ersten Projekte kann zügig fließen.“ Mit dem Projekt will Juncker einen Teil der Investitionslücke in Europa schließen. „Seit 2007 sind die Gesamtinvestitionen um 430 Milliarden Euro gefallen“, sagte der EU-Kommissionspräsident. Rheinische Post

Im Zuge der Eurokrise sind die deutschen Exporte nach Griechenland spürbar zurückgegangen. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) war 2013 der Wert deutscher Exporte in das Land am Mittelmeer auf einen Tiefstand von 4,7 Milliarden Euro gesunken. Die Ausfuhren waren damit 41 % niedriger ausgefallen als noch im Jahr 2008 mit dem bisherigen Höchstwert von 8,0 Milliarden Euro. 2014 gab es nach vorläufigen Angaben wieder einen leichten Anstieg der Ausfuhrwerte, die jedoch mit 5,0 Milliarden Euro auf dem Niveau vor 2001 verblieben.

Eurokrise: Rückgang der deutschen Exporte nach Griechenland

In der Liste der deutschen Haupthandelspartner fiel Griechenland als Exportziel von Platz 34 im Jahr 2010 auf Platz 38 im Jahr 2014 und damit hinter Luxemburg und Irland zurück. Auch als Lieferland der deutschen Importe verlor Griechenland im selben Zeitraum an Bedeutung und lag 2014 auf Rang 47 (2010: Rang 45). Deutschlands Kraft- und andere Landfahrzeuge sowie Teile davon, verloren zwischen 2010 und 2014 beinahe 27 % ihres Exportvolumens nach Griechenland und fielen von 486,1 Millionen Euro im Jahr 2010 auf 355,7 Millionen Euro im Jahr 2014. In geringerem Umfang sank im selben Zeitraum der Exportwert von Maschinen, Apparaten und mechanischen Geräten um knapp 10 % auf 596,5 Millionen Euro. Eine gegenläufige Entwicklung gab es bei den Ausfuhren pharmazeutischer Produkte nach Griechenland. Hier wurde der Ausfuhrwert von 2010 (576,2 Millionen Euro) mit einem Gesamtwert von 703,4 Millionen Euro im Jahr 2014 sogar um 22 % übertroffen.

Die Jahreswerte der Einfuhren griechischer Güter nach Deutschland lagen in den letzten zwei Dekaden relativ konstant zwischen 1,5 und 2,1 Milliarden Euro. 2014 belief sich der Wert auf insgesamt 1,7 Milliarden Euro. Die wichtigsten Einfuhrgüter aus Griechenland waren 2014 pharmazeutische Produkte und Erzeugnisse der Landwirtschaft. Vor allem Pfirsiche und Pfirsichzubereitungen, Oliven sowie Schafskäse wurden aus Griechenland bezogen. Georg Junglewitz, Statistisches Bundesamt

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