Deutschland muss raus aus der Glyphosatanwendung

Glyphosat - Am Ende sind alle verwirrt

Das Problem liegt sicherlich auch in der Überhöhung des Themas, das zu einer Grundsatzfrage über die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik wurde. Der Abschied von Glyphosat ist für viele ein Signal für die Abkehr von einer fabrikähnlichen Nahrungsmittelproduktion, bei der Pflanzengesundheit und Artenvielfalt auf dem Land unter die Räder kommen.

Deutschland muss raus aus der Glyphosatanwendung

Und so finden sich inzwischen in den Argumentationshilfen auch Weiterführungen zu anderen Themen sogar bis zur Gentechnik, die nun wirklich damit nichts zu tun hat, aber die Verunsicherung der Entscheidungsträger ebenso wie der Verbraucher nur noch schürt. Wie in dieser Situation noch eine sachgerechte Lösung gefunden werden soll, ist nicht erkennbar. Straubinger Tagblatt

Der Expertenstreit um den Wirkstoff Glyphosat muss beendet werden. Deutschland muss endlich Klarheit schaffen und die Anwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft spätestens bis 2022 verbieten. Die Anwendung in privaten Haushalten, in öffentlichen Parks, Gärten und auf Spielplätzen ist sofort zu verbieten.

„Landwirtschaftsminister Schmidt hat wertvolle Zeit verstreichen lassen. Das von der SPD-Bundestagsfraktion geforderte Ausstiegskonzept für glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel könnte längst vorliegen. Stattdessen wird der Schwarze Peter der EU-Kommission zugeschoben. Aus vorsorgenden Gesundheitsgründen und zum Erhalt der biologischen Vielfalt muss Glyphosat spätestens in fünf Jahren vom Markt verschwunden sein.

Der Ausstieg aus glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln muss begleitet werden. Die SPD-Bundestagsfraktion will einen umweltverträglicheren und nachhaltigen Pflanzenschutz. Das Insektensterben ist eine Warnung auch für die Landwirtschaft. Ein schrittweiser Glyphosatausstieg schafft Chancen für eine zukunftsfähige, innovative und nachhaltige Landwirtschaft. Wir fordern deshalb, dass in einem nationalen Ausstiegsplan verstärkt auf die Forschung für alternative Bewirtschaftungsmethoden und ökologisch verträglichere Pflanzenschutzmittel gesetzt wird. Die Landwirte brauchen Informationen und Beratung. Dafür muss die Bundesregierung Mittel bereitstellen.“ Ute Vogt, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende; Rita Hagl-Kehl, Stellvertretende ernährungspolitische Sprecherin

Abstimmung in der EU über Glyphosatzulassung: BUND fordert „Nein“ der Bundesregierung

Eine Mehrheit der Abgeordneten des Europäischen Parlamentes sprach sich heute in Straßburg für ein schrittweises Verbot des Totalherbizids Glyphosat bis 2022 aus, einen Tag vor dem beratenden Ausschuss der EU-Mitgliedstaaten. Heike Moldenhauer, Pestizidexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschlands (BUND), kommentiert:

„Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben sich heute als Volksvertreter im besten Sinne erwiesen und Glyphosat eine Galgenfrist gesetzt. Ab 2018 soll ein Verbot für die Anwendung in privaten Gärten und auf öffentlichen Plätzen gelten sowie für das Spritzen von Getreide direkt vor der Ernte. Nach fünf Jahren soll endgültig Schluss sein mit dem Glyphosateinsatz in der EU. Hier hätten wir uns einen ambitionierteren Zeitplan gewünscht, aber angesichts der starken Pestizid-Lobby ist dieses Ergebnis richtungsweisend.

Auch wenn das Votum für die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten nicht bindend ist, so ist es doch ein klares Signal. Glyphosat hat seine gesellschaftliche Akzeptanz verloren. Der chemiegestützte Ackerbau mit seinen Kollateralschäden an Umwelt und menschlicher Gesundheit ist ein Auslaufmodell. Wir fordern die Bundesregierung auf, morgen beim Treffen der Mitgliedstaaten für ein Glyphosatverbot zu stimmen.“ Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)

Am Ende weiß nun niemand mehr, ob die konkrete Sachfrage nicht längst zu einem Politikum instrumentalisiert wurde oder ob tatsächlich Risiken für die Gesundheit drohen. Das Problem liegt sicherlich auch in der Überhöhung des Themas, das zu einer Grundsatzfrage über die künftige Ausrichtung der Agrarpolitik wurde. Der Abschied von Glyphosat ist für viele ein Signal für die Abkehr von einer fabrikähnlichen Nahrungsmittelproduktion, bei der Pflanzengesundheit und Artenvielfalt auf dem Land unter die Räder kommen. Mitteldeutsche Zeitung

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