DIW-Forscher besorgt wegen Neuordnung bei Eon und RWE

Wettbewerbsexperte Zimmer sieht keine Probleme bei Eon/RWE-Deal

DIW-Forscher besorgt wegen Neuordnung bei Eon und RWE

Die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch Eon und die geplante Neuordnung der Energiebranche dürfte nach Einschätzung des früheren Chefs der Monopolkommission, Daniel Zimmer, keine größeren Wettbewerbsprobleme nach sich ziehen. „Die großen Spieler spezialisieren sich durch die Transaktion: Eon konzentriert sich stärker auf Vertrieb und Netze, RWE setzt noch mehr auf die Stromerzeugung, jetzt unter Einschluss erneuerbarer Energien. Dass sie dadurch miteinander weniger als zuvor im Wettbewerb stehen, muss für die wettbewerbsrechtliche Beurteilung nicht entscheidend sein“, sagte Zimmer dem Tagesspiegel. Der Tagesspiegel

Energiewirtschaftsexpertin Kemfert warnt vor Rückschlag für Energiewende

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt mit Blick auf die geplante Neuordnung bei Eon und RWE vor einem Rückschlag für die Energiewende. DIW-Energiewirtschaftsexpertin Claudia Kemfert sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, es sei kaum zu erwarten, dass die RWE, bei der die erneuerbaren Energien konzentriert werden sollen, die Energiewende voranbringen werde. Kemfert betonte: „Anders als Eon hat dieser Konzern in der Vergangenheit sehr rückwärtsgewandte Unternehmensentscheidungen getroffen und zu wenig Geschäftsmodelle für erneuerbare Energien entwickelt.“ Dass die RWE-Tochter Innogy kaum lebensfähig sei, sei „die direkte Konsequenz aus diesen wenig innovativen Managemententscheidungen“.

Kemfert verwies zudem darauf, dass Eon sich nun in erster Linie auf das Netzgeschäft konzentrieren wolle, obwohl das Unternehmen nach der Aufspaltung durchaus interessante Geschäftsmodelle für die Energiewende entwickelt habe. „Dass dies nun aufgegeben wird, ist für die Energiewende ein Rückschlag.“

Gravierende Auswirkungen auf den Wettbewerb im Strommarkt befürchtet Kemfert nicht: „Der Wettbewerb ist nach wie vor da, es gibt eine große Anzahl von Anbietern, vor allem auch Ökostromanbieter, die von diesem Deal wenig zu befürchten haben“, sagte die Wissenschaftlerin. Und sie betonte: „Die Strompreise steigen seit einiger Zeit aufgrund der vermurksten Energiewende, unabhängig von der Anzahl der Stromanbieter.“ Zudem sorgten überhöhte Netzentgelte samt Leitungsausbau, Kohleabwrackprämien und die Verschleppung der Energiewende für steigende Strompreise. Neue Osnabrücker Zeitung

Die RWE AG, Essen, ist mit ihren beiden operativen Geschäftsfeldern, der konventionellen Stromerzeugung und dem Energiehandelsgeschäft, unverzichtbar für das Funktionieren des Energiesystems und für die Versorgungssicherheit in Europa. Ihr drittes Standbein ist die Mehrheitsbeteiligung an der innogy SE, einem der führenden Energieunternehmen des Kontinents. Mit ihren drei Bereichen Erneuerbare Energien, Netz & Infrastruktur sowie Vertrieb adressiert innogy die Anforderungen einer modernen Energiewelt. In dieser Aufstellung sind die insgesamt fast 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des RWE Konzerns auf allen Stufen der energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette aktiv. RWE

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu weiteren spektakulären Fusionen kommt. Sobald feststeht, wie die Bundesregierung den Kohle-Ausstieg gestalten wird, dürfte die große Marktbereinigung einsetzen. In der Branche bleibt kein Stein auf dem anderen. Und das haben sich die Konzerne selbst zuzuschreiben: Viel zu lange hielten sie sich für unangreifbar. Mitteldeutsche Zeitung

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.