DIW Konjunkturbarometer Dezember: Deutsche Wirtschaft beendet das Jahr mit ordentlichem Wachstum

Umsätze in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft 2017 um 6,5 % höher als im Vorjahr

DIW Konjunkturbarometer Dezember: Deutsche Wirtschaft beendet das Jahr mit ordentlichem Wachstum

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für das Schlussquartal mit einem Indexstand von 101 Punkten ein Wachstumstempo, das trotz einiger Schwächesignale in den vergangenen Monaten in etwa dem langjährigen Durchschnitt entspricht: Im vierten Quartal dürfte das Bruttoinlandsprodukt um gut 0,3 Prozent höher ausfallen als im Vorquartal. Somit wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um voraussichtlich 1,5 Prozent gewachsen sein.

„Das ist zwar ein geringerer Anstieg der Wirtschaftsleistung als noch zu Jahresbeginn erwartet wurde, letztlich aber als eine Normalisierung nach Jahren des überdurchschnittlichen Wachstums zu werten“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Sorgen vor einer Rezession sind übertrieben.“ Für kommendes Jahr ist nach Einschätzung des DIW Berlin mit 1,6 Prozent ein Wachstum in ähnlicher Größenordnung zu erwarten.

Die Dienstleistungsbereiche tragen stabil zum Wachstum bei. „Im Zuge des kräftigen Beschäftigungsaufbaus profitieren die konsumnahen Bereiche von den spürbaren Einkommenszuwächsen der privaten Haushalte“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Der vorübergehende Produktionsstopp in der Automobilindustrie im Sommer trägt dagegen noch maßgeblich zu dem trüben Bild bei, das die Indikatoren für die deutsche Industrie derzeit zeichnen.“

Nach und nach dürften die Kfz-Hersteller Zertifizierungen für ihre Fahrzeugmodelle erhalten und dann einen Großteil der ausgebliebenen Verkäufe – und schließlich auch der Produktion – nachholen. Diesen Effekt können aktuell vorliegende Zahlen noch nicht vollständig widerspiegeln; immerhin hat sich die Stimmung in der Kfz-Industrie und auch im Kfz-Handel bereits merklich aufgehellt. Somit dürfte der Nachholeffekt die Wirtschaftsleistung in den kommenden Monaten spürbar anregen.¹

Umsätze in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft 2017 um 6,5 % höher als im Vorjahr / Anstiege auch bei Investitionen (+1,9 %) und Zahl der Beschäftigten (+3,4 %)

Im Jahr 2017 haben die Unternehmen der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft mit 20 und mehr Beschäftigten einen Umsatz von 542,9 Milliarden Euro erzielt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis vorläufiger Daten weiter mitteilt, war das gegenüber 2016 ein Plus von 6,5 %. Damit ist der Umsatz nach fünf Jahren erstmals wieder gestiegen (2012: +20,7 %). Die Investitionen in Sachanlagen (zum Beispiel Maschinen, Grundstücke mit Bauten oder Werkzeuge) fielen 2017 mit 15,2 Milliarden Euro um 1,9 % höher aus als im Vorjahr. Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Beschäftigten um 3,4 % auf knapp 452 000.

Rund 80 % der Gesamtumsätze in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft wurden in der Elektrizitätsversorgung erzielt. Dort stiegen 2017 die Umsätze um 4,9 % gegenüber dem Vorjahr. In der Gasversorgung, die mit einem Anteil von rund 10 % am Gesamtumsatz die zweitstärkste Branche darstellt, stiegen die Umsätze um 18,2 %.

Knapp 60 % der gesamten Investitionen in der Energie-, Wasser- und Entsorgungswirtschaft wurden im Jahr 2017 mit einem Volumen von 9,0 Milliarden Euro in der Elektrizitätsversorgung getätigt. 12 % der Gesamtinvestitionen entfielen auf die Abwasserentsorgung, 9 % auf die Wasserversorgung.

Gemessen am Umsatz lag der Anteil der Investitionen im Jahr 2017 mit 2,8 % nahezu auf Vorjahresniveau (2016: 2,9 %). Die in Relation zum Umsatz höchsten Investitionen gab es in der Abwasserentsorgung (22,0 %) und der Wasserversorgung (18,1 %). Im größten Wirtschaftsbereich Elektrizitätsversorgung lag dieser Anteil mit 2,1 % unterhalb des Gesamtdurchschnitts.

Die höchsten Beschäftigtenzuwächse gab es in den Bereichen Gasversorgung (+6,7 %) sowie Abfallbehandlung und -beseitigung (+6,6 %). In der Elektrizitätsversorgung, in der im Jahr 2017 fast jeder zweite Beschäftigte tätig war (45 %), stieg die Zahl der Beschäftigten um 3,0 %.²

¹DIW Berlin ²Statistisches Bundesamt

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