Erhöhung der EEG-Umlage 2016: Deutsche zahlen bis zu 280 Mio. Euro mehr für Strom

EEG-Umlage: Kostenmonster für deutsche Bürger

Erhöhung der EEG-Umlage 2016: Deutsche zahlen bis zu 280 Mio. Euro mehr für Strom

Die jährliche Belastung steigt für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh um etwa elf Euro (brutto). Singlehaushalte (2.000 kWh p. a.) zahlen über vier Euro (brutto) im Jahr mehr.**)

2016 werden deutsche Haushalte rund 280 Millionen Euro (inkl. MwSt.) mehr für Strom zahlen müssen als 2015.* Grund dafür ist der Anstieg der EEG-Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien von 6,17 Cent auf 6,354 Cent pro kWh (netto).

EEG-Umlage 2016 kostet deutsche Haushalte 280 Millionen Euro mehr als 2015

EEG-Umlage Mehrkosten p. a. Mehrkosten alle dt.
2016 Familie Privathaushalte*
(5.000 kWh)**
netto 6,354 Cent/kWh 9,20 Euro 235,3 Mio. Euro
brutto 7,560 Cent/kWh 10,95 Euro 280,0 Mio. Euro

Die EEG-Umlage für die Förderung erneuerbarer Energien steigt 2016 wieder – von 6,17 auf 6,354 Cent pro kWh (netto).****) Im Vergleich zu 2015 werden deutsche Privathaushalte im kommenden Jahr dadurch mit bis zu 280 Millionen Euro (inkl. MwSt.) im Vergleich zu 2015 mehr belastet.*)

Wenn die Versorger die Erhöhung der EEG-Umlage in vollem Umfang an die Verbraucher weitergeben, zahlt ein Vier-Personen-Haushalt (Verbrauch 5.000 kWh/Jahr) rund elf Euro im Jahr mehr für Strom. 2016 kostet die EEG-Umlage für eine Familie dann rund drei Prozent mehr (378 Euro brutto) als 2015 (367 Euro brutto).  ****)Quelle: Deutsche Presse-Agentur CHECK24.de

Die EEG-Umlage: Kostenmonster für deutsche Mittelständler

„Die EEG-Umlage ist ein Kostenmonster“, erklärt Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie. „Exportstarke Industrieunternehmen haben damit Riesenprobleme, weil die Produktionskosten in Deutschland dadurch weit höher sind als in anderen Industriestaaten.“

Die Bundeskanzlerin hatte noch 2011 zugesagt, dass die Umlage nicht wesentlich über 3,5 Cent je Kilowattstunde hinaus steigen solle. Von dieser Zusage sind wir schon heute weit entfernt. Nach der heutigen Festlegung durch die Netzbetreiber wird die EEG-Umlage von derzeit 6,17 Cent je Kilowattstunde in 2016 auf 6,354 Cent steigen. Dies ist der historische Höchststand der EEG-Umlage und wird nicht der letzte Anstieg gewesen sein.Die in den letzten Jahren schon zugesagten Subventionen für Erneuerbare Energien machen eine substantielle Kostensenkung über die nächsten 20 Jahre unmöglich. Der weitere Ausbau Erneuerbarer Energien führt nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren sogar zu weiteren Steigerungen auf 7 bis 8 Cent je Kilowattstunde.

Die Stromkosten in anderen Industrieländern liegen teilweise erheblich unter denen in Deutschland. Die Differenz ergibt sich vor allem aus der EEG-Umlage, die in Deutschland etwa ein Drittel der gesamten Stromkosten eines mittelständischen Industrieunternehmens ausmacht.

Die durchschnittlichen Stromkosten für mittelständische Unternehmen in Deutschland sind schon heute mehr als doppelt so hoch wie zum Beispiel in den USA, Kanada, Frankreich und China (Quelle: Fraunhofer Isi und Ecofys: „Stromkosten der Energieintensiven Industrie. Ein internationaler Vergleich“, Juli 2015, S. 4, Abb. 2).

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie fordert deswegen ein alternatives Finanzierungsmodell für Erneuerbare Energien als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Politik in Bund und Ländern muss ein Modell vorlegen, dass den Produktionsfaktor Strom deutlich entlastet, indem es die öffentlichen Haushalte in die Finanzierung der Energiewende einbezieht. www.textil-mode.de Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie e.V.

Eva Bulling-Schröter: Anheben der EEG-Umlage ist unnötig und ungerecht

„Das Anheben der EEG-Umlage um 0,18 Cent ist wenig einleuchtend. Denn für einen Herbstmonat ist das EEG-Konto mit 2,5 Milliarden Euro prall gefüllt. Dies wäre Gelegenheit genug, die EEG-Umlage zu senken und das Guthaben abzuschmelzen“, kritisiert Eva Bulling-Schröter, energie- und klimapolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, das Anheben der EEG-Umlage durch die Bundesnetzagentur. Eva Bulling-Schröter weiter:

„Ungerecht ist nach wie vor, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Strompreis die Vergünstigungen für die energieintensive Industrie in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich bezahlen. Das macht etwa ein Cent pro Kilowattstunde aus. Ihr Versprechen, diese überzogenen Vorteile der stromfressenden Unternehmen einzudampfen, hat die Bundesregierung mit der letzten EEG-Reform nicht gehalten. Wie die Union jetzt von einer Kostenexplosion zu sprechen, ist Irreführung und Propaganda alten Stils gegen die Erneuerbaren Energien.

Die Stromkundinnen und –kunden könnten allerdings erheblich entlastet werden, wenn man die Stromsteuer auf ein Minimum reduzieren würde, was DIE LINKE seit Jahren vorschlägt. So könnte man den Strompreis zum Beispiel um 1,5 Cent pro Kilowattstunde senken. Denn die Stromsteuer belastet, wie alle Steuern und Umlagen, ärmere Haushalte stärker als besserverdienende.“ DIE LINKE im Bundestag

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