Erhöhung der EEG-Umlage ist Alarmsignal

Danke SPD: EEG-Umlage 2020 wieder auf Stand von 2018

Erhöhung der EEG-Umlage ist Alarmsignal

Die Übertragungsnetzbetreiber haben die Umlage für 2020 auf 6,756 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Damit liegt diese um 5,5 Prozent höher als im vergangenen Jahr und um 231 Prozent höher als vor zehn Jahren.

Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. fordert daher eine Novellierung des EEG. „Der Anstieg und die Höhe der Umlage zeigen, dass das Gesamtsystem nicht passt. Die Politik muss jetzt dringend handeln. Wir müssen die Erneuerbaren Energien zügig in ein marktwirtschaftliches System überführen, vor allem, da diese ein immer größeres Gewicht im Strommix einnehmen. Dazu gehört auch, den Einspeisevorrang auf den Prüfstand zu stellen. Gleichzeitig muss es Rechtssicherheit geben, dass der Energiepreis nicht nur stabil bleibt, sondern perspektivisch sinkt“, betont vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Das EEG und weitere staatlich veranlasste Kosten stehen heute bereits für mehr als die Hälfte des Strompreises. „Das belastet die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts und muss dringend behoben werden. Es ist deshalb sehr zu begrüßen, dass das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung eine schrittweise Absenkung der EEG-Umlage vorsieht. Die heutige Steigerung zeigt aber, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen. Hier dürfen wir nicht stehenbleiben: auch die Stromsteuer muss jetzt auf das europarechtlich zulässige Minimum gesenkt werden. Das gibt einen entscheidenden Impuls für den Klimaschutz, gerade im Hinblick auf die Sektorkoppelung“, fordert Brossardt.¹

EEG-Umlage: Runter mit der Steuerlast

Stromübertragungsnetzbetreiber haben heute die Höhe der EEG-Umlage für 2020 bekannt gegeben. Sie beträgt 2020 6,756 Cent (2019: 6,405 Cent/kWh). Hierzu erklärt Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW):

„Die Steuer- und Abgabenlast auf Strom ist mit 53 Prozent zu hoch. Von 100 Euro Stromrechnung sind 53 Euro staatlich verursacht. Mit Blick auf diese Belastungen kann es nur eine richtige Schlussfolgerung geben: Runter mit der Steuerlast!

Was die Bundesregierung im Rahmen ihres Klimapakets hier plant, ist zu wenig: Im ersten Schritt soll die EEG-Umlage im Jahr 2021 um 0,0025 Euro pro Kilowattstunde gesenkt werden. Das bedeutet für einen Haushalt eine monatliche Entlastung von gerade einmal 73 Cent. Hinzu kommt, dass die Senkung der EEG-Umlage mit Steuermitteln beihilferechtlich problematisch ist.

Viel zielführender wäre es, die Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum zu senken. Das ergäbe eine Senkung der Steuer- und Abgabenlast auf Strom um immerhin 2 Cent je Kilowattstunde. Für einen Durchschnitthaushalt würde dies etwa 84 Euro Entlastung pro Jahr bedeuten.“

Mit Blick auf die gestiegene EEG-Umlage sagte Kapferer: „Vor zwei Jahren wurde die Förderung der Erneuerbaren Energien umgestellt. Statt einer fixen Vergütung wird die Förderhöhe über Ausschreibungen ermittelt, bei der das niedrigste Gebot für eine bestimmte Ausbaumenge den Zuschlag erhält. Diese Umstellung wird sich in Zukunft dämpfend auf die Kosten des Erneuerbaren-Ausbaus und damit auf die EEG-Umlage auswirken.

Wichtig ist jetzt, dass der Ausbau der Windenergie an Land wieder Fahrt aufnimmt. Die letzten vier Ausschreibungsrunden für Windenergie an Land waren teils massiv unterzeichnet. In der Ausschreibung im August dieses Jahres gab es zum Beispiel nur Zuschläge für eine Menge von 208 Gigawatt statt der möglichen 650 Gigawatt. Ursache sind zahlreiche Hemmnisse wie schleppende Genehmigungsverfahren, Widerstände vor Ort und pauschale Abstandsregelungen für Windkraftanlagen. Hier muss es schnell Verbesserungen für den Windenergie-Ausbau geben. Dabei geht es insbesondere um die Gewährleistung der Flächenverfügbarkeit, die Handhabbarkeit naturschutzrechtlicher Vorgaben, die Stärkung der Kommunen und Behörden vor Ort sowie die Beschleunigung der gerichtlichen Überprüfung.“²

¹(ibw) Informationszentrale der Bayerischen Wirtschaft ²(BDEW) Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

DasParlament

Eine Antwort auf "Erhöhung der EEG-Umlage ist Alarmsignal"

  1. Buerger   Montag, 21. Oktober 2019, 9:46 um 9:46

    Staatlich legalisiertes Raubrittertum!

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