Germanwings-Absturz trifft Lufthansa in schwieriger Zeit

Rätselhafte Äußerung von Lufthansa-Vizepräsidentin zu Unglücksflug 4U9525

Germanwings-Absturz trifft Lufthansa in schwieriger Zeit

An der Börse herrschte am Mittwoch in Sachen Lufthansa schon wieder Business as usual: Nach dem Kursverlust von in der Spitze 6% infolge des Germanwings-Absturzes am Dienstag gab das Lufthansa-Papier in einem schwachen Umfeld gestern nur 1,4% nach. Dem Unternehmen indes dürfte es angesichts der Tragödie in den französischen Seealpen schwer fallen, in nächster Zeit zum Normalbetrieb zurückzukehren. Denn für jede Fluggesellschaft ist die Sicherheit in der Luft das höchste Gut. Kommen Zweifel an diesem Asset auf – wie jetzt geschehen -, kann eine Airline schnell unter Druck geraten.

Diese Entwicklung bekam zuletzt die asiatische Malaysia Airlines zu spüren. Nachdem eine Maschine der Gesellschaft seit mehr als einem Jahr verschollen ist und ein weiteres Flugzeug über der Ukraine abgeschossen wurde, brachen die Umsatzzahlen ein. Ob die mittlerweile schwer angeschlagene Gesellschaft, die seit Anfang März vom früheren Aer-Lingus-Chef Christoph Müller geführt wird, überleben wird, steht noch in den Sternen.

Kampf um Vertrauen

Germanwings_AktieGanz anders bei der mittlerweile aus anderen Gründen untergegangenen Swissair. Die Schweizer waren 1998 mit einem schweren Unfall bei Halifax konfrontiert, bei dem mehr als 200 Passagiere ihr Leben verloren. Das Unglück hatte kaum wirtschaftliche Folgen, weil Swissair auch beim Thema Sicherheit einen exzellenten Ruf hatte und im Zusammenhang mit dem Absturz sehr offen kommunizierte.

Der Germanwings-Absturz trifft Lufthansa in einer für das Unternehmen schwierigen Zeit. Konzernchef Carsten Spohr ist gerade dabei, die Fluglinie neu aufzustellen, und wagt dabei den Spagat zwischen Qualitätsanspruch und einem verstärkten Auftritt im Billigflugmarkt. Kämen dauerhaft Zweifel an der Sicherheit auf, würde das den Erfolg der Lufthansa-Billigableger Germanwings und Eurowings und damit den des gesamten Konzerns gefährden. Zwar gilt Lufthansa als eine der sichersten Airlines weltweit und auch die Maschinen der Konzerntöchter unterliegen in Sachen Wartung den strengen Vorgaben der Mutter. Aber die Sorgen der Flugreisenden in diesen Tagen sind eben nicht nur rational und deshalb wird ein solches Unglück manchen vom Fliegen abhalten.

Um Vertrauen zurückzugewinnen ist es daher wichtig, schnell die Gründe für den Absturz des Airbus A320 zu ermitteln und in der Öffentlichkeit offen darüber zu kommunizieren und damit umzugehen. Von der Antwort auf die Frage nach den Ursachen – menschliches oder technisches Versagen? – wird abhängen, wie schnell Lufthansa zum Normalbetrieb zurückkehren können wird. Kommentar zur Lufthansa von Lisa Schmelzer Börsen-Zeitung www.boersen-zeitung.de

Was verschweigt Lufthansa und Germanwings

„Das war das, was er nicht sagen sollte!“

Gedenken an die Opfer

Bei dem Flugzeugabsturz am Dienstag in Südfrankreich sind vermutlich alle 150 Menschen, die an Bord der Maschine waren, ums Leben gekommen. Von den Verunglückten stammen mindestens vier aus Rheinland-Pfalz. Die Ministerpräsidentin ruft zum Gedenken an die Opfer zur Trauerbeflaggung und zu einer Schweigeminute auf. Im Einvernehmen mit dem Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur, Roger Lewentz, ordnete die Ministerpräsidentin von heute, 25. März, bis Freitag, 27. März, die Trauerbeflaggung für alle Dienstgebäude des Landes Rheinland-Pfalz an.

Zudem ruft die Ministerpräsidentin für Donnerstag, 26. März 2015, um 10.53 Uhr zu einer Schweigeminute im Land auf. Genau um diese Zeit endete gestern der Kontakt zu dem Flugzeug.

Die Ministerpräsidentin bittet die Behörden, Verwaltungen, Institutionen und Betriebe, sich an der Gedenkminute zu beteiligen.

„Worte des Trostes zu finden, ist angesichts dieser Tragödie nahezu unmöglich. Mit unserem gemeinsamen Schweigen sind wir aber in Gedanken bei den Hinterbliebenen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Landesregierung Rheinland-Pfalz

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