Grüne erwarten von Klöckner klares Nein zu Glyphosat

Mahnung an Landwirtschaftsministerin Klöckner - "Der Ball liegt beim Bund"

Grüne erwarten von Klöckner klares Nein zu Glyphosat

Die EU-Kommission musste dringend zeigen, dass ihnen jene Million Unterzeichner einer Petition gegen Glyphosat ebenso wenig egal ist wie all jene, die sich in öffentlichen Aktionen und Kampagnen gegen Pestizide auf den Äckern starkgemacht hatten. Nun steuert die Behörde also um, will offenlegen, was an Dokumenten, Erhebungen und Papieren zur Verfügung steht – ausdrücklich auch jene, die die Unternehmen selbst einreichen. Es stimmt: Der mündige Bürger nimmt keine Verfügungen von oben mehr hin, wenn er das Gefühl hat, dass da vielleicht nicht sauber gearbeitet wird. Vor allem nicht beim Gesundheitsschutz. Straubinger Tagblatt

Grünen-Fraktionschef Hofreiter fordert bei Glyphosat „Ende des Zick-Zack-Kurses“

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dazu aufgefordert, im Streit um das Unkrautgift Glyphosat „ihren Zick-Zack-Kurs zu beenden“ und den Ausstieg aus der Nutzung dieses Mittels einzuleiten. „Nötig ist ein klarer, ambitionierter und verbindlicher Fahrplan zur Reduktion von Pestiziden“, sagte Hofreiter im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Angesichts des dramatischen Sterbens von Bienen, Schmetterlingen und Vögeln müsse Klöckner den „Fehltritt ihres Vorgängers korrigieren“ und Glyphosat von den Äckern verbannen, wo das meiste Gift eingesetzt werde. Glyphosat dürfe auch nicht einfach durch „neue Kreationen aus den Pestizidküchen von Bayer und Monsanto“ ersetzt werden. „Wir brauchen ein Umsteuern in der Agrarpolitik hin zu einer wirklich nachhaltigen Landwirtschaft. Der Ball liegt bei der Bundesregierung“, erklärte Hofreiter.

Klöckner hatte betont, dass sie sich an den Koalitionsvertrag halte. Der „systematische und schrittweise Ausstieg“ müsse bis 2021 vollendet sein, bekräftigte auch Umweltministerin Svenja Schulze (SPD). Ihre Behörde verwies darauf, dass Union und SPD sich auf eine Minderungsstrategie geeinigt hätten mit dem Ziel, die Anwendung so schnell wie möglich zu beenden. Der Agrarminister der Vorgängerregierung, Christian Schmidt (CSU), hatte seine SPD-Kollegin Barbara Hendricks vor vollendete Tatsachen gestellt und in Brüssel die weitere Nutzung von Glyphosat gebilligt. Neue Osnabrücker Zeitung

Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Bettina Hoffmann, fordert von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ein entschiedenes Vorgehen gegen den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat. Hoffmann sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Ich erwarte von Julia Klöckner eine klipp und klare Ansage, dass sie ein Verbot von Glyphosat vorantreibt.“

Mit ihren bisherigen Äußerungen habe die Ministerin lediglich Erinnerungen an ihren Vorgänger Christian Schmidt (CSU) geweckt, „der den europäischen Glyphosat-Ausstieg vorsätzlich vereitelte“. Der Unkrautvernichter habe aber „auf unseren Äckern nichts zu suchen“, so Hoffmann. Das Ackergift trage maßgeblich zum Bienensterben bei, „indem es nicht nur Unkraut, sondern auch viele nützliche Wildpfanzen abtötet, auf die die Wildbienen angewiesen sind“. Saarbrücker Zeitung

Schulze pocht auf schnellen Glyphosat-Ausstieg

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat ihre Forderung nach einem schnellen Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat erneuert. „Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, werden wir die vorhandenen Möglichkeiten nutzen, um die Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln so schnell wie möglich grundsätzlich zu beenden“, sagte Schulze der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. In manchen Bereichen werde der Ausstieg nun sehr schnell gehen, bei der Privatanwendung zum Beispiel, sagte die Ministerin, die damit auf Äußerungen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) reagierte.

Auch bei der Vorerntespritzung, der sogenannten Sikkation, könne man rasch vorangehen. In anderen Bereichen werde man etwas mehr Zeit brauchen. „Aber der vereinbarte systematische und schrittweise Ausstieg muss in dieser Legislaturperiode vollendet sein“, sagte Schulze. Bis dieser vollzogen sei, werde man bei den Zulassungen dafür sorgen, dass die biologische Vielfalt nicht zu Schaden komme. „Der Schutz der Insekten hat für mich absolute Priorität“, sagte Schulze. Sie wies darauf hin, dass ein Verbot des Wirkstoffs Glyphosat nur auf EU-Ebene möglich sei. „Auf nationaler Ebene geht es aber nicht um den Wirkstoff, sondern um die darauf basierenden Pflanzenschutzmittel“, betonte die SPD-Politikerin. Rheinische Post

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