Harter Sparkurs der Deutschen Bank

Auf Schrumpfkurs - Deutsche Bank bezahlt für viele Fehltritte

Harter Sparkurs der Deutschen Bank

Milliardenverlust, historischer Dividendenverfall, Jobabbau: Die Deutsche Bank fährt unter ihrem neuen Chef John Cryan einen harten Sparkurs. Harte Zeiten stehen der Belegschaft bevor, doch es führt wohl kein Weg daran vorbei.

Lange war die Deutsche Bank die Nummer Eins in Deutschland und Europa. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie sogar als „Deutschland AG“ bezeichnet. Irgendwann war dem Institut das rein deutsche Geschäft wegen der stärker werdenden Konkurrenz aber nicht mehr genug. Unter Alfred Herrhausen erschloss man ein neues Geschäftsfeld: Ende der 1980er Jahre begann der Aufbau einer Investmentbank.

Und das Geld sprudelte. Jahreslang bescherten die Investmentbanker – darunter schon früh Anshu Jain – der Deutschen Bank hohe Profite. Auf der anderen Seite wurden dort auch jene Managementfehler begangen, die zu den endlosen Horrormeldungen führten wie zu der jüngsten, dass die Bank im dritten Quartal 2015 einen Rekordverlust von sechs Milliarden Euro einfahren würde.

Blickt da überhaupt jemand durch? In 7000 Rechtsstreitigkeiten war und ist die Deutsche Bank verwickelt. Unendlich scheinen die Vorgänge, die zu Verurteilungen und Strafzahlungen in Milliardenhöhe führten. Das größte deutsche Geldhaus ist im Ansehen tief gefallen.

So blieb John Cryan gar nichts anderes übrig, als jetzt harte Schritte anzukündigen. Seinen Vorgängern, die die Strategie im Grunde erarbeitet haben, ist es nicht gelungen, diese umzusetzen. Ob der neue Chef der Richtige ist, um die Strategie umzusetzen, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass keine kurzfristigen Erfolge zu erwarten sind. Die Mühen der Ebene haben gerade erst begonnen. Matthias Benkenstein Thüringische Landeszeitung

Skandale setzen Deutsche Bank zu

Wer ein Problem hat, der möchte es meist schnell wieder loswerden. Und wer das nicht alleine schafft, der holt sich Hilfe. So auch die Deutsche Bank. Das Geldhaus hat gelitten. Viele Skandale, Streitereien vor Gericht und zuletzt dicke Verluste in der Bilanz. John Cryan ist der Mann, der aufräumen soll. Und das tut er – mit einem rigorosen Sparprogramm, durch das Tausende Stellen gestrichen werden und Anleger auf ihre Dividende verzichten müssen. Tabula rasa in Frankfurt am Main.

Ist das der richtige Weg? Die Deutsche Bank ist eine Institution in der deutschen Wirtschaft. Lange haben sich ihr viele Menschen anvertraut. Mit Konten, Geldanlagen oder als Aktionäre. Diese Menschen werden nun bestraft für Fehler, die sie nicht zu verantworten haben. Und nicht nur die. Wie müssen sich all jene Menschen fühlen, die tagtäglich an den Bankschaltern stehen? Diejenigen, die für viele Kunden „die Gesichter“ der Bank sind? Kaum ein Angestellter kann sich in der aktuellen Situation sicher sein, dass er seinen Arbeitsplatz behält. Dabei hat ein Großteil von ihnen gute Arbeit geleistet – und soll sich nun für das verantworten, was in höheren Etagen falsch gemacht wurde.

In diesem Fall von unumgänglicher Sanierung zu sprechen, ist schwierig. Natürlich: Wäre es leicht, Probleme loszuwerden, wären es keine. Dennoch muss man behutsam vorgehen. John Cryan ist gekommen, um die Deutsche Bank zu sanieren. Doch läuft er Gefahr, dass am Ende die wichtigste Währung verloren geht: Das Vertrauen derer, die lange an die Deutsche Bank geglaubt haben. Stefan Lakeband Weser-Kurier

„Strategie 2020“: Kahlschlag bei der Deutschen Bank – economy

https://youtu.be/y07_W_wl5jU

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