ifo Institut: Neue US-Importzölle auf Autos könnten die deutschen Auto-Exporte in die USA langfristig um 50 Prozent senken

Strafzölle gegen europäische Autos - Trumps ökonomischer Amoklauf

ifo Institut: Neue US-Importzölle auf Autos könnten die deutschen Auto-Exporte in die USA langfristig um 50 Prozent senken

Mehr als 113.000 Jobs haben deutsche Autobauer in den USA geschaffen. Der Präsident sollte ihnen dankbar sein. Dass er sie dennoch brutal zur Kasse bitten will, zeigt: Es geht ihm nicht um Sachpolitik, sondern allein darum, seine Klientel zu begeistern. Dafür schreckt er vor einem ökonomischer Amoklauf nicht zurück. Davon wird er sich nur abhalten lassen, wenn Europa ihm mehr anbietet als bisher. Deutschland könnte zum Beispiel F35-Kampfjets in den USA kaufen. Nicht nur, um Donald Trump zu erfreuen, sondern weil die Bundeswehr sie auch wirklich gut gebrauchen könnte.¹

Die deutschen Auto-Exporte in die USA könnten langfristig um fast 50 Prozent zurückgehen, wenn die USA dauerhaft Importzölle von zusätzlichen 25 Prozent erheben würden. Das geht aus neuesten Berechnungen des ifo Instituts hervor. „Diese Zölle würden die gesamten Auto-Exporte aus Deutschland um 7,7 Prozent verringern, was einem Wert von 18,4 Milliarden Euro entspräche“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo Zentrums für Außenwirtschaft. Exporte aus anderen Sektoren und in andere Länder könnten den gesamtwirtschaftlichen Verlust leicht abmildern, so dass die deutschen Gesamtexporte um 11,6 Milliarden Euro fielen.

Die Wertschöpfung der Auto-Industrie in Deutschland würde um 7 Milliarden Euro sinken, was eine Verringerung um rund fünf Prozent wäre. Die Wertschöpfung in der US-Auto-Industrie hingegen würde um rund 25 Milliarden Euo steigen. Auch die Auto-Exporte anderer Länder würden durch US-Zölle erheblich getroffen; hier sind vor allem Mexiko, Japan, Kanada, Korea und China zu nennen. Mexiko und Kanada könnten ausgenommen werden, falls ihr neues Abkommen mit den USA rechtzeitig in Kraft träte. In der EU entfallen etwa 60 Prozent des Schadens allein auf die Bundesrepublik.

Felbermayr ergänzt jedoch: „Die EU kann aber eine clevere Gegenstrategie entwickeln, die die Effekte der US-Zölle auf die Wirtschaftsleistung beider Seiten in etwa auf null brächte. Das wären dann Zölle auf US-Produkte, deren Hersteller mit Preissenkungen reagieren müssten. Das wiederum würde Drittstaaten schaden, deren Wirtschaftsleistung um etwa fünf Milliarden Euro fallen könnte.“ In allen Berechnungen werde Anpassungsreaktionen angenommen, die zu 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren erfolgen.

Das US-Handelsministerium soll bis spätestens Sonntag einen Bericht vorlegen zur Frage, ob die hohen Auto-Importe eine Gefahr für die nationale Sicherheit der USA darstellen.²

BDI zur abgelaufenen Frist für den Bericht des US-Wirtschaftsministeriums zu Automobilimporten: Bericht zu Automobilimporten zügig veröffentlichen

Zur abgelaufenen Frist für den Bericht des US-Wirtschaftsministeriums zu Automobilimporten sagt BDI-Präsident Dieter Kempf: „Bericht zu Automobilimporten zügig veröffentlichen“

„Das US-Wirtschaftsministerium sollte seinen Bericht zu Automobilimporten nun zügig veröffentlichen, um die Unsicherheit der Unternehmen nicht noch weiter zu vergrößern. Keineswegs gefährden Einfuhren von Automobilen die nationale Sicherheit der USA. US-Präsident Donald Trump ist gefordert, sich an geltendes Handelsrecht zu halten. Er sollte von einer Einführung von Zöllen oder Quoten absehen.“³

¹Straubinger Tagblatt ²ifo Institut – ifo Zentrum für Außenwirtschaft³BDI Bundesverband der Dt. Industrie

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