Juncker-Besuch in den USA – Trendwende im Handelskonflikt einleiten

Transatlantischer Handel braucht klare Regeln statt krumme Deals

Juncker-Besuch in den USA – Trendwende im Handelskonflikt einleiten

Im Handelsstreit mit US-Präsident Trump muss die EU kühlen Kopf bewahren und langfristige Perspektiven verfolgen. „Der transatlantische Handel muss auf klaren Regeln basieren, nicht auf Drohungen und krummen Deals“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung, vor dem Besuch von EU-Kommissionspräsident Juncker in Washington. „Eine pragmatische Lösung wäre ein schlankes Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA mit dem Ziel, alle Industriezölle abzubauen und technische Handelsbarrieren zu senken“, so Ackermann.

Eskalation im Handelsstreit vermeiden

Nach den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium und den Gegenmaßnahmen der EU geht es nun darum, eine weitere Eskalation im Handelsstreit zu vermeiden. „Die angedrohten Strafzölle von mindestens 20 Prozent auf Automobilen aus der EU müssen im Interesse beider Seiten verhindert werden. Auch die amerikanische Automobilindustrie ist gegen den Aufbau weiterer Handelsschranken“, erläutert Ackermann.

Skeptisch steht der VDMA in dieser konkreten Lage der Idee sogenannter plurilateraler Zollabkommen gegenüber, die unter dem Dach der WTO einen Zollabbau nur in einem bestimmten Wirtschaftszweig schaffen. „Eine Vereinbarung mit den USA sollte weitgehend den gesamten Handel liberalisieren. Nur dann haben wir das leidige Thema der bilateralen Zölle ein für alle Mal vom Tisch und der Handelskonflikt wird damit auch langfristig beendet“, sagt Ackermann.

USA profitieren vom transatlantischen Maschinenhandel

Für den deutschen Maschinenbau waren die USA im vergangenen Jahr größter Auslandsmarkt mit einem Exportvolumen von knapp 18 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2018 exportieren deutsche Maschinenbauer Produkte im Wert von 4,6 Milliarden Euro in die USA, was einen Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch die USA profitieren vom transatlantischen Maschinenhandel; zum einen importierte allein Deutschland 2017 in diesem Sektor US-Produkte im Wert von 5,3 Milliarden Euro. Zum anderen ist Deutschland wichtiger Lieferant moderner Produktionsmittel für den Ausbau und die Modernisierung der amerikanischen Industrie. Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA)

VCI-Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann hofft vor dem morgigen Besuch von EU-Kommissionspräsident Juncker bei US-Präsident Trump auf Entspannung im Handelskonflikt: „Die Weltwirtschaft befindet sich am Beginn einer schwierigen Phase. Eine weitere Eskalation des angespannten europäisch-amerikanischen Verhältnisses kann nicht im Sinne der Wirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks sein. Die Präsidenten sollten jetzt die Chance zu nutzen, einen Gesprächsfaden zu knüpfen, der den Handelskonflikt beendet.“

Tillmann unterstreicht: „Die deutsche Chemie will weniger Handelsbarrieren, nicht neue Zölle. Beide Seiten sollten sondieren, in welchem Rahmen Gespräche über Freihandel möglich sind, die die Interessen der EU und der USA in Einklang bringen.“

Den Juncker-Besuch nahm der VCI-Hauptgeschäftsführer auch zum Anlass, auf die Bedeutung einer einheitlichen EU-Handelspolitik hinzuweisen: „Nur mit einer gemeinsamen Haltung in der Handelspolitik und einem geschlossenen Auftreten kann EU-Kommissionspräsident Juncker US-Präsident Trump auf Augenhöhe begegnen.“ Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI)

DasParlament

2 Antworten zu "Juncker-Besuch in den USA – Trendwende im Handelskonflikt einleiten"

  1. Buerger   Mittwoch, 25. Juli 2018, 13:30 um 13:30

    Ich bin mal gespannt ob der Junker dem Trump ein Küsschen zu Begrüßung gibt.

    Antworten
    • Buerger   Donnerstag, 26. Juli 2018, 7:56 um 7:56

      Ja , er hat ihn geküsst

      Antworten

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.