Kampf um Bonus-Zahlungen bei Volkswagen

VW-Abgas-Skandal und den Bonus-Erwartungen der Konzern-Manager

Kampf um Bonus-Zahlungen bei Volkswagen

Viel deutlich kann man wohl nicht demonstrieren, dass das VW-Management noch immer nicht begriffen hat, welcher Schaden eigentlich durch die Betrügereien angerichtet worden ist. Dem Unternehmen drohen Strafen und Schadenersatzzahlungen in Milliardenhöhe, der Aktienkurs ist abgeschmiert, der Imageverlust ist gewaltig und auch deswegen sind Arbeitsplätze in Gefahr. Und da glauben Manager weiter, ihnen stünden Sonderzahlungen zu? Sauber wäre eines: Alle Top-Manager verzichten auf Bonuszahlungen, und zwar freiwillig. Mitteldeutsche Zeitung

Vorstandsboni bei VW

Vertrag ist Vertrag – könnten sie sagen, die Vorstände des VW-Konzerns, wenn es um die millionenschweren Bonus-Zahlungen geht. Doch das wäre wohl das schlechteste aller Zeichen. Belegschaft und auch Öffentlichkeit erwarten ein deutliches Signal dafür, dass auch in den Vorstandsetagen die Gürtel enger geschnallt werden. Unrealistisch sind Forderungen nach einem kompletten Verzicht auf alle Boni-Zahlungen. Die setzten sich zusammen aus dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens, individuell vereinbarten Zielen mit den einzelnen Managern und einer Gratifikation, die sich auf die Leistung der vergangenen Jahre bezieht.

Da an den Prämien, die an den wirtschaftlichen Erfolg gekoppelt sind, kaum zu rütteln ist, kann, nein, muss es bei den individuell vereinbarten Boni einen freiwilligen Verzicht geben. Nur so kann es die Führungsriege schaffen, die Mitarbeiter und damit auch den Betriebsrat bei anderen denkbaren Sparmaßnahmen mit ins Boot zu holen. VW-Chef Matthias Müller wird alles daran setzen, seine Kollegen im Vorstand von einer möglichst hohen Verzichtsquote zu überzeugen. Schließlich war er es, der Ende 2015 erklärt hatte, auch der Vorstand werde die Gürtel enger schnallen. An diesem Versprechen wird er nun gemessen. Westfalen-Blatt

Umdenken – VW braucht eine neue Unternehmenskultur

Es ist schon eine Krux mit Volkswagen: Fast im 24-Stunden-Takt kommen Hiobsbotschaften, vor allem aus Amerika. Die öffentlich-rechtlichen TV-Sender strahlen Sondersendungen zum Zustand des Konzerns nach der Schummelsoftware-Affäre aus, zuletzt stellte das ZDF die bange Frage „Überlebt Volkswagen?“ Experten diskutieren, ob eine Zerschlagung des Konzerns die beste Lösung wäre. Die Belegschaft bangt zudem um die Arbeitsplätze. Das Management aber diskutiert darüber, ob die Vorstandsboni um vielleicht 30 Prozent oder doch weniger gekürzt werden sollen – ganz so, als hätte man im Großen und Ganzen eine doch noch akzeptable Arbeit abgeliefert, mit leichten Problemen maximal.

Die Verdrängung der Wirklichkeit scheint in Wolfsburg in kaum vorstellbaren Dimensionen angelangt zu sein. Während der ganze Laden droht, wegen der selbst verschuldeten Abgas-Affäre gegen die Wand zu fahren, ist den Herren nur die Höhe ihres Kontostandes wichtig, von dem die nicht an der Manipulation beteiligten Beschäftigten sowieso nur träumen können. Das wirft ein bezeichnendes Licht auf das Denken deutscher Konzernvorstände.

Hier muss der Hebel angesetzt werden. Erst wenn sich deren Grundeinstellung ändert, wird sich auch die Unternehmenskultur verbessern, die bei VW ganz offensichtlich noch in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verharrt. Wo die Nachricht, dass eine technische Lösung eines Problems so nicht funktioniert, wie dies zuvor gefordert wurde, zum Ende einer Ingenieurskarriere führen kann, ist kein Platz für neues Denken. Angst als Prinzip bringt nichts, nur Fordern u n d Fördern hilft weiter! Axel Zacharias Thüringische Landeszeitung

Aktionärsschützer kritisieren VW-Bonuszahlungen

Aktionärsvertreter zeigen sich empört über mögliche Bonuszahlungen an VW-Top-Manager. „Der VW-Vorstand sollte mit gutem Beispiel und Augenmaß vorangehen“, sagte Ulrich Hocker, Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), dem „Tagesspiegel“. Dies sei allerdings keine rechtliche, sondern eine moralische Frage. „Die Verträge sind nun mal so vereinbart worden.“ Ob sich die VW-Führung trotz der Diesel-Affäre allerdings strikt daran halten wolle, sei eine „Frage des sozialen Friedens“, sagte Hocker dem „Tagesspiegel“. „Eine Erklärung des Unternehmens würde jetzt gut tun.“ Der Tagesspiegel

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