Kauft nicht bei Nazis: Wirtschaft besorgt wegen Chemnitz

Chefs von Eon, Thyssenkrupp und Vonovia äußern sich

Kauft nicht bei Nazis: Wirtschaft besorgt wegen Chemnitz

Die Bilder von Chemnitz gingen um die Welt: Polizei und Behörden schienen überfordert, die Politik war lange sprachlos. Auslöser der wütenden Proteste war der gewaltsame Tod eines Deutschen auf einem Stadtfest. Gegen zwei Migranten wurde Haftbefehl erlassen.

Wie viel Schaden haben die Bilder von Chemnitz angerichtet? Wie sind jetzt Öffentlichkeit und Politik gefordert? Was kann der Einzelne tun?¹

Angesichts der ausländerfeindlichen Proteste in Chemnitz zeigen sich Chefs großer deutscher Unternehmen besorgt. „Selbstverständlich geben die Ereignisse in Sachsen Anlass zur Sorge und fordern zum Handeln auf“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung. „Seit Jahren fühlen sich ganz friedliche Menschen in Deutschland und in vielen anderen Ländern Europas nicht mehr ausreichend beachtet.

Sie sorgen sich um ihre Zukunft und fürchten sich vor vielen Unsicherheiten, die unsere komplexe Welt mit sich bringt“, gab Teyssen zu bedenken. „Deswegen müssen Politik und Wirtschaft mit ihrem Handeln und mit ihren Entscheidungen die Wirkungen auf die Menschen in den Mittelpunkt stellen und dort Sicherheit geben, wo dies möglich ist. Für parteipolitisch motivierte Grabenkämpfe ist besonders in solchen Zeiten kein Platz.“

Bernd Tönjes, der Vorstandschef der RAG-Stiftung und Moderator des Wirtschaftsbündnisses Initiativkreises Ruhr, äußerte sich ebenfalls besorgt. „Was in Chemnitz dieser Tage passiert, macht in vielerlei Hinsicht betroffen. Dem Image Deutschlands und damit auch dem Image unserer Unternehmen ist das nicht zuträglich“, sagte Tönjes der WAZ. „Unser gutes Ansehen im Ausland, aber vor allem doch unsere eigene gesellschaftliche Stabilität sind Werte, denen wir uns alle verpflichtet fühlen sollten. Die Unternehmen im Ruhrgebiet leisten ihren Anteil daran.“ Als Moderator des Initiativkreises Ruhr steht Tönjes an der Spitze eines Bündnisses, zu dem unter anderem Unternehmen wie die Deutsche Bank, die Bahn, BP, Commerzbank, DHL, Hochtief und RWE gehören.

Auch Rolf Buch, Vorstandschef des Bochumer Dax-Konzerns Vonovia, schaltete sich ein. „Als Vermieter setzen wir uns aktiv für Integration ein – auch in Sachsen, wo wir viele Wohnungen an Flüchtlinge vermieten“, sagte Buch der WAZ. „Wir sollten alle gemeinsam daran arbeiten, Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken und zu zeigen, wie vielseitig Deutschland ist.“ Thyssenkrupp-Vorstandschef Guido Kerkhoff sagte, Made in Germany stehe weltweit „nicht nur für die herausragende Qualität unserer Produkte“. Kerkhoff betonte: „Es steht auch für unsere Werte einer offenen und toleranten Gesellschaft. Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen. Da sind auch wir als Unternehmen gefragt, uns klar für diese Werte einzusetzen.“²

¹phoenix-Kommunikation ²Westdeutsche Allgemeine Zeitung

DasParlament

2 Antworten zu "Kauft nicht bei Nazis: Wirtschaft besorgt wegen Chemnitz"

  1. julia   Mittwoch, 5. September 2018, 12:00 um 12:00

    Nazis finde ich blöd. Sie sind bei mir nur im Fernsehen. Also wie kann ich darauf reagieren ?

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  2. Buerger   Mittwoch, 5. September 2018, 9:56 um 9:56

    >>>Angesichts der ausländerfeindlichen Proteste in Chemnitz zeigen sich Chefs großer deutscher Unternehmen besorgt.<<<<

    Ach , wegen ein paar Demonstranten die sich daneben benehmen geraten die Wirtschaftsbosse in Panik .
    An die Bevölkerung und arbeitenden Steuerzahler wird nicht gedacht , Hauptsache die Bosse der Unternehmen die Milliarden verdienen kriegen ihre Boni und die Umsätze / Gewinne werden von Jahr zu Jahr gesteigert. Da darf sich doch die arbeitende Bevölkerung nicht dagegen wehren.

    Immer nur die Nazi -Keule schwingen und damit drohen ist wohl zu einfach ihr Bosse und Politiker. Ihr werdet wohl nicht hungern oder auf der Straße landen wenn ihr ein paar Millionen Euronen weniger verdient und mal keine Dienstvilla oder Luxusauto gestellt bekommt.

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