Laschet begrüßt Eon-RWE-Deal und mahnt Arbeitsplatzsicherung an

Eon-/RWE-Deal würde Europas größten Energieversorger schmieden

Laschet begrüßt Eon-RWE-Deal und mahnt Arbeitsplatzsicherung an

Durch die geplante Neuordnung der Stromriesen Eon und RWE würde nach Berechnungen des Energieportals Verivox Europas größter Energieversorger entstehen. Beide Unternehmen stünden für innovative Energieproduktion, sagte Dagmar Ginzel, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox, dem Tagesspiegel. „Welche Auswirkungen der Deal auf die Stromkunden haben könnte, lässt sich heute aber noch nicht absehen“, betonte Ginzel. Der Tagesspiegel

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) begrüßt die Pläne von Eon und RWE. „Ganz grundsätzlich glaube ich, dass es eine sehr innovative Entscheidung sein kann, ein Unternehmen zu haben, das sich zur Versorgungssicherheit sowohl den konventionellen Energien als auch den Erneuerbaren widmet, und ein anderes, was sehr auf den Vertrieb und die Netze in Deutschland achtet. Damit haben wir auch im internationalen Wettbewerb zwei leistungsstarke Unternehmen. Das ist gut für Arbeitsplätze, auch in Nordrhein-Westfalen“, sagte er. Er betonte, es handele sich um eigenständige unternehmerische Entscheidungen.

Zugleich mahnte Laschet: „Die Interessen der Beschäftigten sind bei allen Strukturentscheidungen von größter Bedeutung. Ich habe mit den Verantwortlichen in der Unternehmungsführung und den Gewerkschaften bereits am Wochenende über die Sicherung des Standorts und der Arbeitsplätze gesprochen. Erfolgreich lässt sich der neue Weg nur mit den Gewerkschaften und den Beschäftigten gestalten.“

Chef der Monopolkommission: RWE-Eon-Deal ist unkritisch, Eons Rückzug aber bedauerlich

Der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, hält den RWE-Eon-Deal für unkritisch. „Die Energiewende stellt die Energiewirtschaft wie auch die gesamte deutsche Wirtschaft vor riesige Herausforderungen. Die Konzentration von Eon auf Netze und Vertrieb ist aus Wettbewerbssicht unkritischer zu sehen“, sagte Wambach der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Im Stromvertrieb sind Markteintrittsbarrieren gering, so dass hier wenig wettbewerbliche Bedenken vorliegen.“

Bei den Netzen gibt es aus Wambachs Sicht ohnehin kein Problem: „Stromnetze sind reguliert, und bei den Vergaben für Konzessionen für Verteilnetze ist wettbewerbliches Handeln eingeschränkt, da Unternehmen nicht mit Preisen konkurrieren.“ Die Monopolkommission habe deshalb empfohlen, Abschläge von den Netzentgelten als Wettbewerbsparameter bei der Konzessionsvergabe einzuführen.

Zugleich sieht Wambach durch den Deal eine wachsende Macht von RWE: „Als Anbieter von Versorgungssicherheit durch konventionelle Energie sowie von Erneuerbaren Energien wird RWE allerdings in zwei Märkten an Gewicht gewinnen, deren Relevanz in der Zukunft deutlich zunehmen wird. Es ist bedauerlich, dass sich mit Eon ein großer Spieler aus diesen Märkten zurückzieht.“

Achim Wambach ist auch Präsident des ZEW Mannheim. Rheinische Post

Die Energiekonzerne machen sich daran, die Energiewende zu kapern

„Wenn die Stromkonzerne um Milliarden pokern, bedeutet das meist nichts Gutes für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Das geplante Tauschgeschäft von RWE und Eon führt zwangsläufig zu einer Machtkonzentration in den Bereichen Energieerzeugung und Netze. Zu glauben, dass diese Aufteilung der Märkte die Strompreise senken wird, ist naiv, denn die Stromkonzerne geben die gesunkenen Börsenstrompreise seit Jahren nicht an die Privathaushalte weiter. Die privaten Haushalte werden den Deal am Ende bezahlen“, erklärt Lorenz Gösta Beutin mit Blick auf die Einigung von RWE und Eon, die RWE-Ökostromtochter Innogy unter sich aufzuteilen. Der klima- und energiepolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es ist schon absurd, dass ausgerechnet der Kohlekonzern RWE, dessen Vorstandschefs bis vor wenigen Jahren die Energiewende belächelt und bekämpft haben, damit zum drittgrößten Ökostromerzeuger Europas wird.

Der Kauf des Stromnetzes durch Eon führt auch in dieser Sparte zu neuer Konzentration. Eon spekuliert weiterhin auf die hohen Garantierenditen, welche die Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihrer monatlichen Stromrechnung zu zahlen haben. Die Bürgerenergie als Garant für eine Energiewende der vielen Kleinen wird einer Energiewende der wenigen Großen weichen. Machen große Energiekonzerne den Durchmarsch, wird das nicht ohne Folgen für die Ökostrombranche bleiben.

Künftig wird die Bundesnetzagentur mal genauer hinsehen müssen. Ich erwarte, dass hier eine intensive und kritische kartellrechtliche Prüfung stattfinden wird. DIE LINKE fordert eine staatliche Stromaufsicht und Transparenz bei den Netzentgelten.“ Partei Die Linke im Bundestag

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.