Manipulationsvorwürfe gegen VW müssen vollständig aufgeklärt werden

VW-Hauptversammlung wegen Ermittlungen verschoben

Manipulationsvorwürfe gegen VW müssen vollständig aufgeklärt werden

Der Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger (BVS) begrüßt die Einsetzung einer Untersuchungskommission durch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zur Aufklärung des Skandals um Abgasmanipulationen bei VW. „Um die Arbeit des Gremiums zu einem Erfolg werden zu lassen, braucht es die Mitarbeit politisch ungebundener, neutraler Fachleute“, betont Dipl.-Ing. (FH) Ronald Lorenz, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger der IHK Berlin für das Kraftfahrzeugprüfwesen und Leiter des Bundesfachbereichs Kraftfahrzeugwesen im BVS.

Unter dem Dach des BVS sind herausragend qualifizierte Sachverständige aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert, die für Industrie, Justiz und Verbraucher unabhängige Expertengutachten auf höchstem fachlichen Niveau verfassen. Im Bundesfachbereich Kraftfahrzeugwesen des BVS bündelt sich Fachwissen unter anderem aus den Bereichen Motorentechnologie und Abgasreinigung. Die Thematik einer Differenz zwischen den von Automobilherstellern angegebenen Werten und der bei Abgasuntersuchungen tatsächlich gemessenen Schadstoffbelastung wird von den dort aktiven Sachverständigen seit Jahren kritisch betrachtet und kommentiert.

Der BVS ist vor diesem Hintergrund bereit und in der Lage, einen wertvollen Beitrag zur dringend notwendigen vollständigen Aufklärung der gegen VW gerichteten Manipulationsvorwürfe zu leisten. Der BVS-Vorstand hat dem Leiter der Untersuchungskommission, Verkehrs-Staatssekretär Michael Odenwald, bereits ein entsprechendes Angebot zur konstruktiven Mitarbeit unterbreitet. André Ricci

VW-Hauptversammlung wegen Ermittlungen verschoben

Das Präsidium des Aufsichtsrats der Volkswagen AG hat sich am Mittwoch (30. September) in siebenstündigen Beratungen mit dem Stand der Aufarbeitungen der Manipulation von Abgaswerten bei Dieselmotoren befasst. Unter den vorgeschlagenen Maßnahmen ist eine Verschiebung der Hauptversammlung vom 9. November, die Bildung eines Ausschusses zur Unterrichtung des Aufsichtsrats und der Vorschlag, Frank Witter zum Nachfolger des bisherigen Finanzvorstands Hans Dieter Pötsch, der – wie geplant – das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden übernehmen soll.

VW: Spanien fordert Subventionen zurück | Wirtschaft

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Das Präsidium wird dem Aufsichtsrat nun Vorschläge zur weiteren Bearbeitung der Vorgänge machen. Hier der Wortlaut der Erklärung des Aufsichtsrats-Präsidiums:

„Die Mitglieder des Präsidiums haben am gestrigen Abend zum einen die Besetzung des bereits in der vergangenen Woche angekündigten Ausschusses erörtert. Der Ausschuss wird die weitere Aufklärung eng begleiten und überwachen. Im Auftrag des Aufsichtsrats erfolgt derzeit eine sogenannte External Investigation durch die US-amerikanische Anwaltskanzlei Jones Day. Es handelt sich dabei um eine ebenso umfassende wie aufwändige Untersuchung, die sich mit allen derzeit in Frage stehenden Vorgängen auseinandersetzen wird. Der Aufsichtsrat wird dafür Sorge tragen, dass die Kanzlei ihre Aufklärungsarbeit unabhängig durchführen kann. Jones Day berichtet dem Aufsichtsrat laufend über die Ergebnisse der Untersuchung.

Der Ausschuss wird von Berthold Huber, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats, geleitet. Ihm sollen außerdem die Volkswagen Aufsichtsratsmitglieder Babette Fröhlich, Olaf Lies, Oliver Porsche und Bernd Osterloh angehören. Der Ausschuss wird dem Aufsichtsrat regelmäßig berichten. Der Ausschuss kann für seine Aufklärungsarbeit neben Jones Day jederzeit auch auf zusätzliche externe Berater und Sachverständige zugreifen.

Das Präsidium hat sich gestern zudem ausführlich mit den weiteren Schritten der eingeleiteten External Investigation beschäftigt. Jones Day hat über die derzeit durchgeführten Maßnahmen berichtet. Die Präsidiumsmitglieder sind dabei zu der Überzeugung gelangt, dass die Untersuchungen bis zu ihrem Abschluss mindestens mehrere Monate in Anspruch nehmen werden. Deshalb schlägt das Gremium dem Aufsichtsrat von Volkswagen vor, die bislang vorgesehene außerordentliche Hauptversammlung am 9. November 2015 nicht durchzuführen. Einvernehmlich hielt man es weder zeitlich noch inhaltlich für realistisch, binnen weniger Wochen zu fundierten Antworten zu kommen, die den berechtigten Erwartungen der Aktionäre entsprechen.

Im Übrigen ist das Präsidium der Auffassung, dass die relevanten Mitarbeiter des Unternehmens für die Aufklärung der Vorgänge und die Lösung der entstandenen Probleme derzeit benötigt werden. Diese Arbeiten sollen nicht durch eine parallel vorzubereitende außerordentliche Hauptversammlung belastet werden.

Ungeachtet dessen wird Volkswagen die Aktionäre sehr zeitnah und dann regelmäßig weiter zu diesem Thema informieren. Der Vorstand wird der Öffentlichkeit in der kommenden Woche über erste Zwischenergebnisse bei der Lösung der anstehenden Fragen berichten.

Hans Dieter Pötsch soll – wie bereits Ende letzter Woche vom Aufsichtsrat beschlossen – Mitglied des Aufsichtsrats werden. Julia Kuhn-Piëch hat am heutigen Donnerstag, 1. Oktober, die Niederlegung ihres Aufsichtsratsmandates erklärt. „Wir danken Frau Julia Kuhn-Piëch für ihre engagierte Mitarbeit im Aufsichtsrat der Volkswagen AG und freuen uns gleichzeitig, dass sie in weiteren Gremien des Konzerns mitarbeiten wird“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Berthold Huber.
Die Volkswagen AG wird die registergerichtliche Bestellung von Hans Dieter Pötsch als Mitglied des Aufsichtsrats beantragen. Anschließend ist vorgesehen, dass der Aufsichtsrat ihn zum Aufsichtsratsvorsitzenden wählt.

Zum Nachfolger von Hans Dieter Pötsch als dem für den Bereich Finanzen zuständigen Mitglied des Vorstands der Volkswagen AG schlägt das Aufsichtsratspräsidium dem Aufsichtsrat Frank Witter (56) vor. Er ist zurzeit Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG. Der Wirtschaftswissenschaftler kam 1992 zur Volkswagen AG, wo er die Kapitalmarktgeschäfte in der Konzern Treasury leitete. 1998 wechselte er als Treasurer zur Volkswagen of America. 2001 und 2002 arbeitete er als Corporate Treasurer bei der SAirGroup in Zürich, bevor er zunächst zum Chief Financial Officer (CFO) und 2005 darüber hinaus zum Chief Executive Officer (CEO) der Volkswagen of America berufen wurde. 2006 und 2007 verantwortete er als Generalbevollmächtigter in der Konzernleitung der Volkswagen AG die Region Nordamerika. Anschließend war Frank Witter President und Chief Financial Officer der VW Credit Inc. und Regionalverantwortlicher für die amerikanischen Märkte der Volkswagen Financial Services AG. Seit dem 15. September 2008 ist er Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services.“ Auto-Medienportal.Net

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