MdEP Mandfred Weber (CSU) sieht „keine Brexit-Lösung ohne Schaden“

Unternehmerverband warnt vor dem Schreckensszenario "harter Brexit"

MdEP Mandfred Weber (CSU) sieht „keine Brexit-Lösung ohne Schaden“

Gestern hat das britische Parlament das Brexit-Abkommen abgelehnt. Die Wirtschaft an Rhein und Ruhr befürchtet dramatische Folgen. „Unternehmen beiderseits des Ärmelkanals hängen weiter in der Luft“, bedauert Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Es drohe eine Rezession in der britischen Wirtschaft, die auch an Deutschland nicht unbemerkt vorüberziehen würde. „Weil weiter Unklarheit herrscht, sind zehntausende von Unternehmen und hunderttausende von Arbeitsplätzen in Deutschland und vor allem in Großbritannien gefährdet.“

Wirtschaft befürchtet dramatische Folgen nach Brexit-Abstimmung

Das Schreckensszenario bleibt ein harter Brexit. Ohne Deal könnte sich Großbritannien dann im schlimmsten Fall etwa in Zoll- und Handelsfragen auf einer Ebene mit afrikanischen Entwicklungsländern wiederfinden. „Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind zu eng, als dass man sie von heute auf morgen durchtrennen könnte. Es stehen jahrzehntelange Geschäftsbeziehungen und erfolgreiche Wertschöpfungsverbünde auf dem Spiel“, warnt Schmitz. Der Arbeitgebervertreter glaubt an das europäische Gemeinschaftsmodell: „Der wirtschaftliche Erfolg mittelständischer Unternehmen in Deutschland hängt eng mit offenen Märkten und einheitlichen Regeln in Europa zusammen. Für viele innovative Mittelständler ist die EU inzwischen vertrauter Heimatmarkt und feste Ausgangsbasis für weltweite Aktivität.“

Leitfaden mit 100 operativen Antworten für Unternehmen

Wie auch immer es in den nächsten Tagen und Wochen weitergeht: Deutsche Unternehmen sind gut beraten, sich auf einen Brexit vorzubereiten. Dazu sollten die vielen operativen Fragen – das beginnt bei A wie Arbeitnehmer und endet bei Z wie Zölle – schon einmal durchgespielt werden und maßgeschneiderte Lösungen für das eigene Unternehmen gefunden werden. Hilfestellung enthält ein Leitfaden der deutschen Arbeitgeber. Er ist kostenlos online abrufbar unter:
https://www.arbeitgeber.de/www/arbeitgeber.nsf/res/Brexit_Guide.pdf/$file/Brexit_Guide.pdf¹

Nach der Entscheidung im britischen Unterhaus am Dienstagabend ist Manfred Weber (CSU), der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, pessimistisch was eine baldige Lösung des Brexits angeht. „Eines muss allen klar sein: Ein Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union – so wie es die Briten eben beschlossen haben – führt zu Schaden für beide Seiten“, so Weber am Mittwoch im ARD Mittagsmagazin. „Es gibt keine Lösung, die nicht Schaden verursacht.“

Die Debatte zum Brexit sei heute im Europäischen Parlament mit Nachdenklichkeit, aber auch Entschiedenheit geführt worden. „Wir Europäer sind nicht bereit unsere Prinzipien, für die wir stehen, alle aufzugeben, nur um einen Deal zu bekommen“, mahnte Weber. „Klar ist: Der Ball liegt in London.“

Doch für ihn sei nicht vorhersehbar, was in Großbritannien als nächstes passiert. „London ist in schwierigen politischen Turbulenzen, in einer chaotischen Situation – das ist unser Problem.“

Nachverhandlungen lehnte er ab: „Wir können über politische Vereinbarungen reden, aber der rechtlich bindende Text liegt auf dem Tisch. Das müssen die Briten auch verstehen.“ Nach dem gestrigen Votum glaubt er, dass ein ungeordneter Austritt Großbritanniens wahrscheinlicher denn je sei.

¹Unternehmerverbandsgruppe e.V. ²Rundfunk Berlin- Brandenburg

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