Merkel: keine Rosinenpickerei für Großbritannien

Trotz Brexit kein Exit: Familienbetriebe halten zusammen

Merkel: keine Rosinenpickerei für Großbritannien

Die britische Regierung will die Freizügigkeit der Arbeitnehmer aus EU-Staaten einschränken. „Ich bitte Sie als Vertreter der Wirtschaft, dass wir da gemeinsam handeln“, appellierte Merkel an die Unternehmen. „Denn wenn sich einmal herausstellt, dass man den vollen Zugang zum Binnenmarkt auch bekommen kann, wenn man sich bestimmte Dinge aussucht, dann wird der Binnenmarkt als solcher in Gefahr geraten, weil sich jedes Land dann seine Rosinen herauspickt“, sagte sie mit Blick auf die anderen 27 EU-Staaten. Das müsse verhindert werden. „Deshalb müssen Politik und Wirtschaft hier gemeinsam handeln.“ Deutsche Bundesregierung

Harter Brexit bereitet Bauern in Deutschland Sorge

Die Ankündigung eines harten Brexits beunruhigt die deutsche Landwirtschaft. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied, das Vereinigte Königreich sei mit einem Exportüberschuss von 3,4 Milliarden Euro ein „ganz, ganz wichtiger Markt“ für deutsche Agrarprodukte. Auch mit Blick auf die weiteren Entwicklungen in den USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump sagte Rukwied: „Die weltpolitischen Entwicklungen treiben die Bauern mit Sorgen um.“

Weitgehend zum Erliegen ist derweil der Agrarhandel mit Russland seit Verhängung der gegenseitigen Sanktionen im Sommer 2014 gekommen. „Das hat richtig weh getan“, so Rukwied. Der deutschen Landwirtschaft sei ein Schaden von mehr als 700 Millionen Euro entstanden. „Wir fordern die Bundesregierung zu Gesprächen mit Russland auf, damit die Sanktionen zu einem Ende kommen“, sagte der Bauernpräsident.

Harter Brexit: BDI-Chef appelliert an die Einheit der EU-Staaten

Dieter Kempf: „Jetzt herrscht Klarheit“

BDI-Präsident Dieter Kempf hat bei den anstehenden Verhandlungen mit Großbritannien über einen harten Brexit an die Einheit der 27 übrigen EU-Staaten appelliert. „Die EU muss ihre Einheit gegenüber Großbritannien demonstrieren“, sagte Kempf der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Für die Politik in Brüssel und Berlin darf es bei den Verhandlungen nach dem Brexit-Referendum nur eine Devise geben: Europa zusammenzuhalten und zu stärken“, sagte Kempf nach der Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May, die einen harten Brexit angekündigt hat. „Die vier Grundfreiheiten der EU sind unverrückbar: Es darf keine Grenzen geben für Waren und Dienstleistungen, Kapital und Arbeitnehmer“, betonte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). „Jetzt herrscht Klarheit“, sagte der BDI-Chef. „Wir als Industrie bleiben geschlossen für klare neue Regeln zwischen EU und dem Vereinigten Königreich“, sagte Kempf. Rheinische Post

Eon-Chef bedauert Londons harten Brexit-KursTeyssen hofft auf Austrittsverhandlungen mit Augenmaß

Eon-Chef Johannes Teyssen hat sich enttäuscht über den harten Brexit-Kurs von Premierministerin Theresa May geäußert. „Der Wert enger Partnerschaften wird heutzutage leider zunehmend weniger wertgeschätzt. Das bedauere ich als überzeugter Europäer und Transatlantiker“, sagte Teyssen der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung.

Trotzdem respektiere er „die demokratische Entscheidung in Großbritannien für den eigenen Weg“. Zugleich äußerte Teyssen die Hoffnung, dass London und Brüssel „jetzt mit Augenmaß und dem Blick auf die längere Zukunft“ über die Modalitäten des Austritts verhandeln. Eon zählt auch in Großbritannien zu den größten Energieversorgern mit 7,6 Millionen Kunden. „Klimaschutz und der Aufbau einer dezentralen und erneuerbaren Energiewirtschaft bleiben im Kern gemeinsames Anliegen diesseits und jenseits des Ärmelkanals“, betonte Teyssen.

autorisiertes Zitat: „Der Wert enger Partnerschaften wird heutzutage leider zunehmend weniger wertgeschätzt“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Trotz Brexit kein Exit: Familienbetriebe halten zusammen

„Trotz Brexit müssen wir Familienbetriebe in der europäischen Familie zusammenhalten und gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung finden.“ Mit diesem Appell reagierte der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Michael Prinz zu Salm-Salm, auf die Brexit-Grundsatzrede der britischen Premierministerin Theresa May. Gerade in einer Zeit, in der Protektionismus in der nationalen Politik eine immer größere Rolle spielt, sollten Familienbetriebe über die Grenzen hinweg wie eine große Familie zusammen stehen. Denn sie handeln generationsübergreifend und sind Stabilitätsanker des ländlichen Raums.

In Großbritannien sind viele Familienbetriebe verunsichert. „Nach wie vor ist unklar, wie der britische Ausstieg aus der EU-Agrarwirtschaft aussehen wird und welche Folgen das auf die Betriebe hat,“ so Michael Sayer, Vizepräsident der Friends of the Countryside. Deshalb sei ein Austausch mit anderen europäischen Familienbetrieben jetzt besonders wichtig. Sayer: „In einer globalisierten Welt müssen wir innerhalb Europas an einem Strang ziehen, angefangen von nachhaltiger Landnutzung über Pflanzenschutz bis zur Erhaltung der Biodiversität.“

Der Verband Familienbetriebe Land und Forst engagiert sich für die Stärkung des ländlichen Raums, die unternehmerische Freiheit und für nachhaltiges und generationsübergreifendes Wirtschaften. Anja-Katharina v. der Hagen – Familienbetriebe Land und Forst

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