Porsche-Chef will flexiblen Diesel-Ausstieg

Porsche-Chef Oliver Blume will den Schaden aus Abgasmanipulationen von Audi begrenzen. „Als Fahrzeughersteller übernimmt Porsche die volle Verantwortung gegenüber den Kunden – auch wenn Porsche selbst keine Diesel-Motoren entwickelt und produziert“, sagte er der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. „Porsche ist es ein großes Anliegen, die Kundenerwartungen hinsichtlich Qualität, Integrität und Service in vollem Umfang zu erfüllen. Wir arbeiten dafür eng mit unserer Konzernschwester Audi zusammen.“ Weiter sagte er: „Für uns ist wichtig: Wenn es etwas gibt, was nicht okay ist, dann packen wir das an und bringen es in Ordnung.“ Rheinische Post

Porsche-Chef will flexiblen Diesel-Ausstieg

Porsche-Chef Oliver Blume wirbt für einen flexiblen Ausstieg aus dem Diesel. „Wir müssen uns für einen Übergangszeitraum flexibel aufstellen, weil sich die Weltregionen sehr unterschiedlich entwickeln werden. In fünf Jahren werden beispielsweise in den chinesischen Metropolen keine Verbrenner mehr verkauft werden. In anderen Regionen wird das etwas langsamer vonstattengehen“, sagte Blume.

Zudem werde der Diesel in Europa noch gebraucht. „Aktuelle Diesel sind attraktive Antriebe und werden gerade in Europa hervorragend von den Kunden angenommen. Zudem sind sie mittelfristig zur Erreichung der CO2-Ziele erforderlich“, sagte er weiter.

Zugleich betonte er: „Bei Porsche spielt der Diesel allerdings traditionell eine untergeordnete Rolle, der Anteil liegt derzeit bei 15 Prozent.“

Porsche will mit Justiz zusammenarbeiten

Porsche will im Zusammenhang mit den Abgasmanipulationen eng mit der deutschen Justiz zusammenarbeiten. „Porsche nimmt die Prüfungen der Staatsanwaltschaft ernst und wird alles tun, um die Angelegenheit aufzuklären“, sagte Porsche-Chef Oliver Blume. „Unabhängig von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft hat Porsche schon zuvor das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart gesucht, steht mit ihr im Austausch und unterstützt die Ermittlungen in jeder Hinsicht.“

Auf die Frage, was am Kartellverdacht gegen fünf Autohersteller dran sei, sagte Blume: „Zum aktuellen Sachverhalt kann ich nur sagen, dass wir uns zu Spekulationen und Sachverhaltsvermutungen, die auf der Grundlage der öffentlichen Berichterstattung beruhen, nicht äußern.“ Rheinische Post

Versagen auf allen Ebenen

Die Abgasaffäre ist mittlerweile gut zwei Jahre alt – und eine Lösung ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Gegenteil: Das Stuttgarter Gerichtsurteil verdeutlicht einmal mehr, wie die Politik auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene fortgesetzt versagt. Jeder schiebt die Verantwortung auf andere ab. Sogar der einzige grüne Ministerpräsident hält der Automobilindustrie die Stange. Derweil pusten Dieselfahrzeuge weiterhin viel zu viele gesundheitsschädliche Abgase in die Luft. Das ist kein Kavaliersdelikt, das ist Körperverletzung. Arroganz oder Anarchie? Volkswagen räumt den Betrug zwar ein, Konzerntochter Porsche baut aber offensichtlich einfach weiter illegale Abschalteinrichtungen in ihre Autos ein. Ist das nur Arroganz – oder schon Anarchie? Bezogen auf den Dieselmotor haben die Stuttgarter Richter ein weiteres Totenglöckchen geläutet. Die Nachfrage nach Neufahrzeugen dürfte nun in den Keller rauschen, der Preis für Gebrauchte auch.

Der Kunde ist der Dumme, er verliert Geld. Und Angela Merkels noch in dieser Woche geäußerter Treueschwur, man dürfe den Diesel nicht verteufeln, belegt, wie weit wir mittlerweile zum Sklaven der Technik geworden sind: Ihre vollmundig angekündigten Kohlendioxid-Minderungsziele kann die Bundesregierung ohne den Selbstzünder in den Schornstein schreiben. An der Misere dürfte auch der sogenannte Diesel-Gipfel am 2. August nicht viel ändern. Wir sollten von dem Treffen nicht besonders viel erwarten, zumal Autominister Dobrindt noch immer daran glaubt, dass Software-Updates das Problem lösen können.

Man könnte fast vermuten, dass er seinen Job als Nachfolger von Matthias Wissmann beim Verband der Automobilindustrie schon sicher in der Tasche hat… Auf der langen Bank Wahrscheinlich werden beim Gipfel erst einmal ein paar Arbeitskreise beschlossen, damit das Thema den großen Parteien nicht den Bundestagswahlkampf vermiesen kann. Auf die lange Bank schieben – darin haben sie in dieser Affäre ja Übung. Verbraucher- und Umweltschützer wurden erst gar nicht eingeladen. Das ist ein schlechtes Zeichen. Was ist eigentlich wichtiger: die Gesundheit der Konzerne oder die Gesundheit der Menschen? Westfalenpost

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