Treffen von Dobrindt initiierten „Netzallianz Digitales Deutschland“

Agenda Kursbuch 2.0

Treffen von Dobrindt initiierten „Netzallianz Digitales Deutschland“

Alexander Dobrindt CSU

Weichen für die Gigabit-Gesellschaft in Deutschland und Europa bereits heute richtig stellen

Beim Treffen der von Bundesminister Alexander Dobrindt initiierten „Netzallianz Digitales Deutschland“ stand Europa im Mittelpunkt der Diskussion – nicht ohne Grund war EU-Kommissar Günther Oettinger als Gast geladen. Jens Prautzsch, Präsident des Bundesverbands Glasfaseranschluss (BUGLAS) und Vorsitzender der M-net-Geschäftsführung, nutzte daher die Gelegenheit, um zu betonen, dass bereits heute in Brüssel und Berlin die Weichen für die Gigabit-Gesellschaft gestellt werden müssten: „Die aktuellen politischen Ziele einer flächendeckenden Bandbreitenversorgung in Europa von 30 Megabit pro Sekunde bis 2020 und in Deutschland von 50 Megabit pro Sekunde bis 2018 geben nur die grundsätzliche Richtung vor, in die sich Bandbreitenbedarf und -nachfrage in den kommenden Jahren entwickeln werden.“

„Spätestens in der nächsten Dekade werden wir uns angesichts der technologischen Entwicklungen mit Machine-to-machine-communication, neuen Mobilitätsformen, weiterentwickelten Bewegtbild-Applikationen und vielem mehr ganz klar in Richtung Gigabit-Gesellschaft bewegen“, führte Prautzsch aus. „Die Gigabit-Gesellschaft ist auf eine flächendeckende Verfügbarkeit direkter Glasfaseranschlüsse – symmetrisch, ausfallsicher und energieeffizient – angewiesen. Dafür müssen wir so früh wie möglich die Grundlagen legen.“ Dabei sei zu beachten, dass das Gute, eine kurzfristige Verbesserung der Versorgung mit schnellerem Internet, das Bessere, eine nachhaltige flächendeckende Glasfaserversorgung, nicht behindern dürfe.

FttB/H-Rollout mit Fördervorrang und steuerlicher Absetzbarkeit schneller voranbringen

Aus den Reihen des deutschen Glasfaserverbands nahmen außerdem NetCologne-Geschäftsführer Jost Hermanns und wilhelm.tel-Geschäftsführer Theo Weirich teil. Weirich, zugleich Vize-Präsident des BUGLAS, ergänzte: „Wenn wir bereits heute den Grundstein für die leistungsfähige Glasfaserversorgung der Gigabit-Gesellschaft legen wollen, ist ein viel stärkeres Augenmerk auf FttB/H-Anschlüsse notwendig. Nur die gewährleisten höchste Bandbreiten, größte Ausfallsicherheit und damit maximale Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.“ Angesichts der im Vergleich hohen Ausbaukosten ist nach Auffassung des BUGLAS für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Europa eine finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand unerlässlich. Deshalb muss bei öffentlichen Ausschreibungen und Förderprogrammen FttB/H-Projekten grundsätzlich zwingend ein Fördervorrang eingeräumt werden. Förderkriterien sollten künftig an erster Stelle die Zukunftsfähigkeit der Technologie bewerten und nicht wie bisher rein auf CAPEX oder die Größe des Unternehmens abstellen.

Glasfaserverband schlägt Netzallianz „Agenda Kursbuch 2.0“ vor

Um diese und weitere Maßnahmen zur Unterstützung des Ausbaus hochleistungsfähiger Glasfasernetze in Deutschland weiterzuverfolgen, hat der BUGLAS heute den Entwurf für eine „Agenda Kursbuch 2.0“ in die Sherparunde der Netzallianz eingebracht (s. Anlage). Darin wird gleichermaßen auf eine intensivierte Befassung bereits diskutierter Maßnahmen wie auch auf bislang ausgeblendete Themen abgestellt. So spricht sich der BUGLAS neben dem Fördervorrang für FttB/H für die Umsetzung seines Vorschlags der vollständigen steuerlichen Absetzbarkeit von Glasfaser-Hausanschlüssen aus. Nach Berechnungen des Verbands würde eine solche selbst bei einer Million zusätzlicher FttB/H-Anschlüsse gerade einmal Netto-Steuermindereinnahmen von etwa 0,1 Prozent des gesamten Einkommensteueraufkommens ausmachen. Weitere Vorschläge des Glasfaserverbands sind Einspeiseentgelte für must-carry-Sender und eine Bundesrahmenregelung Fördermittel.

Bundesverband Glasfaseranschluss – BUGLAS e.VWolfgang Heer, buglas.de

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