Unkontrollierbare Turbulenzen an Chinas Börsen

Konjunkturrisiko China

Der Kurssturz an den chinesischen Aktienmärkten ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vor allem ein Problem der Finanzmärkte und weniger ein Indiz dafür, dass die chinesische Wirtschaft in einer ernsten Krise steckt. „Ich würde jetzt noch nicht alle Alarmglocken läuten“, sagte der Konjunkturchef des Berliner Instituts, Ferdinand Fichtner, dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe).

Unkontrollierbare Turbulenzen an Chinas Börsen

Die neuen Turbulenzen aus China zeigen, dass wir Deutschen uns auf einen weiteren Exportboom gerade in Richtung Asien nicht blind verlassen können: Den größten Börsencrash seit 15 Jahren hat das Reich der Mitte gestern erlebt, viele Millionen überschuldete Kleinanleger dort haben nun besseres zu tun, als deutsche Autos zu bestellen. Vielleicht bricht ja das ganze Wachstum in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ein. Was ist zu tun?

Es bleibt richtig, dass NRW-Konzerne wie Henkel, Post, Thyssen und Co. in China als bevölkerungsreichstem Land der Welt investieren. Aber es ist auch gut, dass Henkel und Thyssen wieder zunehmend auf die USA als wichtigstem Markt setzen. Die zu einseitige China-Euphorie muss ein Ende haben, eine ausgewogene Strategie ist wichtig. Gleichzeitig muss unsere Politik auf neues Wachstum in Europa setzen. Es bleibt richtig, die angeschlagenen Länder Südeuropas zu Wirtschaftsreformen zu drängen. Aber es ist notwendig, auch stärker in die Bildung, die Digitalisierung und andere Infrastrukturen zu investieren – und zwar in ganz Europa. Von Reinhard Kowalewsky Rheinische Post

Angst vor Börsenabsturz in China

Die neue Langsamkeit Chinas

Ein Wirtschaftseinbruch in China träfe die deutsche Konjunktur hart, warnt zu Recht die Bundesbank. Wie kaum ein zweites Land profitierte die Bundesrepublik von einer historischen Epoche, die leider als Ausnahmefall in der Menschheitsgeschichte gelten muss und die nun ausläuft. Es ist das Zeitalter, in der neue Mächte wie China, Indien, Russland, Brasilien die Weltwirtschaft mit einem enormen Wachstum antrieben und prägten.

DIW-Konjunkturexperte: Krise in China auf Finanzmärkte begrenzt

Während die Industrienationen schwächelten, trieben die Schwellenländer die Konjunktur an. Für Deutschland war das ein Glücksfall. Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles wie von alleine lief. Vieles an unserem Aufschwung aber war reines Glück, der niedrige Ölpreis, der günstige Eurokurs, vor allem aber der scheinbar ewige Boom in den Schwellenländern. Der Abschied von diesen seligen Zeiten ist kein Drama. Aber es wäre schon gut, wenn sich die deutsche Politik und die deutsche Wirtschaft rechtzeitig darauf einstellen würden. Frankfurter Rundschau

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