USA Wirtschaft: Merkel muss Trump stopen

Groß- und Außenhandelsverband: Merkel muss Trump schnell treffen - Strafzölle kein "guter Deal"

USA Wirtschaft: Merkel muss Trump stopen

Beim deutschen Groß- und Außenhandel hält man den designierte US-Präsident Donald Trump für schlecht informiert und fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel, schnell das Gespräch mit ihm zu suchen. „Wer glaubt, die europäische Union sei gegründet worden, um den USA zu schaden, hat eine krasse Fehlvorstellung“, sagte Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) dem Berliner „Tagesspiegel“. Trumps Äußerungen zeigten einmal mehr, „dass wir schnell mit ihm ins Gespräch kommen und viel mit ihm und seinen Leuten reden müssen, um solche Fehleinschätzungen abzubauen.“

Die Bundeskanzlerin müsse ihn schnell treffen. „Schwierige Gespräche, die man auf die lange Bank schiebt, werden nur noch schwieriger. Daher werden wir sie stark unterstützen, wenn sie auf das neue Weiße Haus zugeht“, ergänzte Börner.

Der Verbandschef zeigte sich empört über Trumps Androhung von Strafzöllen. „Was gar nicht geht, ist mitten im Spiel die Regeln zu ändern, wie Strafzölle auf Produkte, die bislang in völligem Einklang mit den bestehenden Regelwerken gehandelt werden.“ Das sei keine bloße Stilfrage, weil es Vertrauen und Verlässlichkeit untergräbt, sondern schade allen Beteiligten, weil es jegliche Investitionen unkalkulierbar mache und Gegenreaktionen hervorrufen werde. „Das gegenseitige Erheben von Strafzöllen ist aber für beide Seiten kein ‚guter Deal'“, sagte Börner dem Blatt. Der Tagesspiegel

Freihandel zwischen EU und USA sichern

Am heutigen Montag hat die Bild-Zeitung ein Interview mit dem gewählten US-Präsidenten Donald Trump veröffentlicht. Dazu erklärt der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs:

„Der heute international erreichte Wohlstand ist ohne Freihandel und internationale Investitionen undenkbar. Protektionismus, Handelsschranken und Strafzölle würden diesen Wohlstand weltweit gefährden. Soweit darf es nicht kommen.

Namentlich die USA profitieren vom internationalen Handel und von ausländischen Direktinvestitionen. Bereits heute haben 640.000 Menschen in den USA ihren Arbeitsplatz in deutschen Unternehmen. So hat beispielsweise der von Herrn Trump in dem Interview namentlich erwähnte Automobilhersteller BMW in den USA sein größtes Werk weltweit und exportiert von dort die meisten Autos innerhalb der Konzernfamilie.

Umgekehrt gibt es in Deutschland eine Reihe US-amerikanischer Erfolgsprodukte. Ein gutes Beispiel ist der Smartphonemarkt. Während es keine deutschen Smartphones mehr gibt, eilen amerikanische iPhones von einem Absatzerfolg zum nächsten. Wenn die EU anfinge, iPhones mit Zusatzzöllen zu belegen, weil die USA etwa gleiches mit europäischen Autos täten, dann wäre man ganz schnell in einer Verteuerungsspirale, die keinem hilft.

Europa und die USA sind gut beraten, sich auf die Stärken eines freien, offenen und fairen Welthandels zu besinnen. Dies ist im Interesse aller. Hier muss auch die Welthandelsorganisation WTO ihre Rolle wieder viel offensiver einfordern und wahrnehmen.“ CDU/CSU – Bundestagsfraktion

USA: Trumps Deals sollen Europa schwächen

Anlässlich des Interviews des nächsten US-Präsidenten Donald Trump mit europäischen Tageszeitungen erklärt Jürgen Trittin, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

Deutschland und Europa lernen, was Donald Trump unter Weltpolitik als Deal versteht. America First meint die brutale Durchsetzung amerikanischer Standortinteressen. Nachdem er Ford und Toyota erpresst hat, ist nun BMW dran. Trump weiß genau, dass schon die Drohung von Strafzöllen reicht, um ein börsennotiertes Unternehmen zum Einknicken zu bringen. Auf den US-Markt kann niemand verzichten.

Auf den europäischen Binnenmarkt aber auch nicht. Deshalb muss Europa die Herausforderung Trumps annehmen und darf sich nicht spalten lassen. Verlierer wäre sonst jeder einzelne Mitgliedstaat. Ihnen ginge es dann wie heute Mexiko, das den USA allein nicht auf Augenhöhe begegnen kann.

Trump erklärt auch die NATO für obsolet. Er will damit höhere Rüstungsausgaben erzwingen. Europa, das heute schon gut dreimal so viel für Rüstung ausgibt wie Russland, soll dies weiter steigern. Das sind Mittel, die für den Zusammenhalt der Gesellschaft in Europa fehlen werden. Europa muss aber genau in diesen Zusammenhalt investieren. Europa braucht einen Green New Deal; um den von Trump gewünschten Zerfall der EU zu verhindern. Bündnis 90/Die Grünen

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