Volkswagen präsentiert Placebo-Lösung für ihre Betrugs-Diesel-Pkw

456.000 Autos in NRW von VW-Rückruf betroffen

Volkswagen präsentiert Placebo-Lösung für ihre Betrugs-Diesel-Pkw

Volkswagen hat am Mittwoch (25.11.2015) eine angeblich bereits vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) freigegebene technische Lösung präsentiert, wie der Konzern die betrügerisch manipulierte Abgasreinigung der 1,6 Liter Dieselmotoren nachrüsten will. Neben einem Software-Update soll ein einfaches Plastikgitter in den Lufteinlass verbaut werden, das die Bezeichnung „Luftgleitgitter“ bzw. „Strömungstransformator“ erhielt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bezweifelt die ausreichende Wirksamkeit dieser Lösung. Es kommentiert der DUH-Bundesgeschäftsführer, Jürgen Resch:

„Einmal mehr versucht der größte Autobauer in Europa, Politik und Verbraucher für dumm zu verkaufen. In den USA rechnet VW für dieselben Motoren mit mehreren hundert Euro Kosten für den Einbau wirksamer Katalysatoren sowie fünf bis zehn Stunden Arbeitszeit pro Fahrzeug. Für einen Teil der Fahrzeuge hält VW die Instandsetzung der Abgasreinigung für technisch nicht machbar und will die Fahrzeuge zurückkaufen. Mit einem Plastikteil für zwei Euro fünfzig wird es nicht gelingen, die Motoren vergleichbar sauber zu bekommen wie in den USA. Wenn es so einfach wäre, warum gibt es dann den Abgasskandal?“

Die DUH fordert das Kraftfahrtbundesamt dazu auf, sicherzustellen, dass die Betrugsdiesel von VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche nach der Nachrüstung die NOx-Abgasgrenzwerte auf der Straße einhalten. Die DUH hat bereits ein Rechtsverfahren gegen das KBA eingeleitet, um Einsicht in die Rückrufverfügung und insbesondere die technischen Unterlagen zu erhalten. Das KBA hat der DUH mitgeteilt, dass sie hierzu erst Volkswagen befragen müssen, ob diese mit einer Einsichtnahme einverstanden sind. Weigern sich VW beziehungsweise KBA, wird die DUH notfalls gerichtlich durchsetzen, dass eine wirksame Nachrüstung der betroffenen Fahrzeuge angeordnet wird. www.duh.de DUH

456.000 Autos in NRW von VW-Rückruf betroffen

In Nordrhein-Westfalen sind fast eine halbe Million Autos von der aktuellen VW-Rückrufaktion betroffen. „Von den zirka 2,4 Millionen in Deutschland betroffenen Fahrzeugen des VW-Konzerns sind derzeit zirka 456.000 Fahrzeuge in Nordrhein-Westfalen zugelassen“, teilte die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Grünen-Anfrage mit, aus der die in Essen erscheinende Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ, Freitagausgabe) zitiert. Angesichts des Abgas-Skandals hatte das Kraftfahrt-Bundesamt Mitte Oktober einen Rückruf angeordnet.

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer, der die Anfrage auf den Weg gebracht hatte, will Volkswagen stärker in die Pflicht nehmen. „Durch die Veränderungen bei der Abgas-Software entsteht bei den betroffenen Fahrzeugen eine Wertminderung“, sagte Krischer der WAZ. „Insofern liegt es nahe, dass VW die Kunden entsprechend entschädigen muss.“

Auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht Krischer gefordert. Der Minister müsse dafür Sorge tragen, dass VW für die Verbraucher unbürokratische Lösungen findet. Dazu zähle, dass der Autobauer den Kunden bei einem Rückruf Ersatzfahrzeuge zur Verfügung stellen müsse. Krischer forderte auch: „Um den Verbraucherschutz zu erhöhen, sollten in einem Fall wie VW Sammelklagen zulässig sein.“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

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