Volkswagen ruft 8,5 Millionen Dieselautos zurück

Zwangsrückruf von Schummel-VWFür die Galerie

Volkswagen ruft 8,5 Millionen Dieselautos zurück

Dobrindt verkündete den Erlass vor den Medien. Volkswagen hatte dies aber zuvor schon auf freiwilliger Basis angekündigt. Ob die Behörde durch ihr Vorgehen nun mehr Kontrolle hat, sei dahingestellt. Die für die Autohalter entscheidenden Punkte sind weiter unklar. Das ist zum einen, bei welchen Autos ein Software-Update zur Fehlerbehebung ausreicht und bei welchen neue Teile verbaut werden müssen. Zum anderen geht es darum, ob die Fahrzeuge nach der Reparatur andere Leistungs- und Verbrauchswerte besitzen. Auf diese Fragen sollte der Minister und das Amt zügig von VW Antworten einfordern. Mitteldeutsche Zeitung

Volkswagen wird wegen manipulierter Abgaswerte europaweit rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge zurückrufen, davon laut Kraftfahrt-Bundesamt rund 2,4 Millionen Autos in Deutschland. Mit der kostenlosen Nachbesserung der Fahrzeuge mit TDI-Motoren wird ab Januar 2016 begonnen. Die technischen Lösungen können sowohl Software- als auch Hardware-Maßnahmen sein. Diese werden momentan für jede betroffene Baureihe und jedes betroffene Modelljahr entwickelt. Alle betroffenen Fahrzeuge sind weiterhin technisch sicher und fahrbereit.

Auf der deutschen Webseite www.volkswagen.de/info kann jeder VW-Kunde seit Anfang des Monats seine Fahrgestellnummer eingeben und sich sofort informieren, ob sein Fahrzeug betroffen ist. Für die Marken Audi, Seat und Skoda und in den übrigen EU-Staaten sind vergleichbare Kunden-Internetseiten eingerichtet. Die aktuelle Nachfolge-Motorengeneration EA 288 (Einsatz ab 2012) ist nicht betroffen. Außerhalb der EU-28-Märkte wird individuell in jedem Land im Detail geklärt, welche Abgasklassen des Motors vom Typ EA 189 tatsächlich betroffen sind. (ampnet/jri) Auto-Medienportal.Net

Millionen Diesel-VW müssen zurück in die Werkstatt – economy

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Die Rückruf-Anordnung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) an Volkswagen kam überraschend. Die Behörde hat nicht gerade den Ruf, die Automobilhersteller besonders hart anzupacken. Schließlich ist das Amt für die Zulassung der Fahrzeugmodelle für den Straßenverkehr zuständig und kennt die technischen Spezifikationen der Autos genau. Ebenso dürfte den Fachleuten der Behörde die jahrzehntelange Diskrepanz zwischen Laborabgaswerten und lebensnahen bekannt sein. Als Vertreter strenger Auflagen ist das KBA noch nie aufgefallen. Steht hier ein Sinneswandel an, weg von den Interessen der Industrie, hin zu Umwelt und Verbrauchern? Zweifel an dieser These sind angebracht.

Es ist eher der Druck der Öffentlichkeit auf die Politik, die die Rückrufpflicht ausgelöst hat. Volkswagen hat eine Krise des Vertrauens in die gesamte Autoindustrie ausgelöst. Die Aufklärung der Hintergründe geht nur langsam voran. Das Misstrauen gegenüber den anderen Herstellern, insbesondere in Deutschland, sitzt tief. Die Öffentlichkeit will wissen, was gelaufen ist und anderswo vielleicht noch läuft. Mit der Rückrufanordnung, hinter der Verkehrsminister Alexander Dobrindt steckt, signalisiert die Bundesregierung Härte und Aufklärungsbereitschaft. Zugleich ist es ein Ablenkungsmanöver.

Dieselbe Bundesregierung, oder Teile davon, wirken in Brüssel auf einen moderaten Umgang mit Abgasvorgaben hin. Die Autoindustrie ist zu wichtig, als dass sie eines Skandals wegen im Regen stehen gelassen würde. Und der Einfluss ihrer Lobbyisten ist anscheinend ungebrochen. Jedenfalls beklagte Umweltministerin Barbara Hendricks deren massive Einflussnahme. Wolfgang Mulke Neue Westfälische

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