VW-Chef Matthias Müller bekommt wohl 20 Millionen Euro für ?

VW muss endlich die Verantwortung für den Dieselskandal übernehmen

VW-Chef Matthias Müller bekommt wohl 20 Millionen Euro für ?

Volkswagen tauscht seinen Boss aus. Nach nicht einmal drei Jahren im Amt heißt es für Konzernchef Matthias Müller Abschied nehmen. Die Personalie ist eine Überraschung. Schließlich hat Müller auf dem Höhepunkt des Abgasskandals übernommen und seither – so muss man es sagen – den Autobauer erfolgreich geführt. Denn die betriebswirtschaftliche Bilanz stimmte. Der Gewinn lag im vergangenen Jahr höher als im Jahr vor der Krise. Der Umsatz stieg auf ein Rekordhoch.

Die Geschäfte liefen so, als ob nichts gewesen wäre. Alles richtig gemacht, könnte man also denken. Und trotzdem ist jetzt Schluss für Müller. Es bleibt zu hoffen, dass nun auch eine neue Führungskultur bei Volkswagen etabliert und Schluss gemacht wird mit der Gutsherren-Mentalität. Dazu gehört auch die Ablösung von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Er sollte als Nächster gehen. Frankfurter Rundschau

Schluss für Müller – VW bleibt VW

Falls VW-Chef Matthias Müller das Unternehmen Ende April verlässt, stehen ihm 18,9 Millionen Euro an Abfindung für seinen noch bis Ende Februar 2020 laufenden Vertrag zu. Das berichtet die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“. Die Summe hat der Vergütungsexperte Heinz Evers für die Redaktion berechnet. Ab dem 1. März 2020 würde dann eine Pension in Höhe von 1, 061 Millionen ausgezahlt, hat Evers für die „Rheinische Post“ berechnet. Müller würden 67 Prozent der Festvergütung von 2016 zustehen. So kämen 88.400 Euro monatliche Rente zusammen, 2900 Euro täglich. Den Wert dieser Zusage beziffert VW im aktuellen Geschäftsbericht mit 30,1 Millionen Euro. „Falls Müller sehr lange lebt, wird auf VW eine noch höhere Auszahlungssumme zukommen“, erklärt Evers im Gespräch mit der RP.

Matthias Müller wird als der Manager in die Geschichte von Volkswagen eingehen, der trotz Diesel-Skandals den Titel als weltgrößter Autohersteller verteidigte und nebenbei Milliardengewinne einfuhr. Doch gleichzeitig ist VW auch im vierten Jahr des Abgasskandals die Diskussionen um den Diesel-Motor nicht losgeworden. Sie dürften auch Müllers mutmaßlichen Nachfolger Herbert Diess weiter beschäftigen. Ein Kurswechsel ist deswegen jedoch nicht zu erwarten.

Der frühere BMW-Manager ist als knallharter Verhandler und Sanierer bekannt, der die Kosten im Blick hat und für seine Ziele keinem Konflikt aus dem Weg geht. Er mag dabei weniger polarisieren als Müller, der auch bei unpopulären Themen wie hohen Managergehältern unverblümt seine Meinung sagt. Nachgiebiger dürfte er nicht sein. So machte er zuletzt bereits klar, was er von Hardware-Nachrüstungen von Diesel-Autos hält: Nichts. Es mag sich also vieles in Wolfsburg ändern – das Kernproblem für von Fahrverboten bedrohte Volkswagen-Kunden bleibt. Rheinische Post

VW muss endlich die Verantwortung für den Dieselskandal übernehmen

„Um die tiefen Kratzer und Beulen im Image von VW zu beseitigen, reicht eine personelle Erneuerung nicht aus. Ein Neubeginn kann nur gelingen, wenn VW den Dieselskandal konsequent aufarbeitet und für die betrogenen Dieselfahrer endlich Verantwortung übernimmt. Matthias Müller hinterlässt seinem Nachfolger eine große Baustelle“, erklärt Ingrid Remmers, verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf den bevorstehenden Chefwechsel bei VW. Remmers weiter:

„Bisher müssen die Bürgerinnen und Bürger für die Manipulationen des Autokonzerns geradestehen. Sie müssen die Zeche für drohende Dieselfahrverbote und den Werteverlust ihrer Fahrzeuge begleichen. Eine Hardware-Nachrüstung ist die einzige Möglichkeit, die Emissionen von Dieselfahrzeugen auf das nötige Maß zu reduzieren, und diese muss auf Kosten des Autokonzerns stattfinden. Die Jahresbilanz von VW zeigt, dass das Geld dafür da ist. Einen neuen Aufbruch bei VW wird es erst geben, wenn der neue Konzernchef Diess endlich Verantwortung für die Gesundheit der Menschen, für unsere Umwelt und für die geprellten Autokäufer übernimmt.“ Partei Die Linke im Bundestag

DasParlament

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