VW-Chef Müller im stern: Werden andere Autos bauen – die Zukunft ist elektrisch

Der Konzern ist auf dem Weg der Besserung

VW-Chef Müller im stern: Werden andere Autos bauen – die Zukunft ist elektrisch

Der Skandal um den Kohlendioxid-Betrug bei Dieselfahrzeugen wird Volkswagen mutmaßlich noch mehr als ein Jahr lang beschäftigen. „Ich hoffe, dass wir damit Ende nächsten Jahres weitgehend durch sind“, sagte der neue VW-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller im Interview mit dem stern. Die Klärung von Kundenansprüchen und Klagen werde sich dagegen „vermutlich über Jahre“ hinziehen.

An dem von Müller geforderte Konzernumbau arbeite das Unternehmen „bereits unter Hochdruck“. Die Strategie 2025 werde Mitte nächsten Jahres fertig sein. „Man kann also davon ausgehen, dass mit Beginn des Jahres 2017 alle in die richtige Richtung ziehen“, sagte der VW-Chef. „Dann wird es die ersten Erfolge geben.“

Müllers Ziel ist es, den Konzern vom operativen Tagesgeschäft weitgehend zu befreien. Stattdessen soll sich das Unternehmen „vor allem mit der Gestaltung der Zukunft auseinandersetzen, mit Strategie und Themen der digitalen Transformation“, so Müller im stern. Größe werde kein Zweck mehr an sich sein. Müller will Volkswagen von einem Automobilkonzern in einen Mobilitätskonzern verwandeln. VW werde andere Autos bauen. „Die Zukunft ist elektrisch“, sagte Müller. „Wenn es auch nur annähernd so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann wird dieser neue Volkswagen-Konzern sehr erfolgreich sein. Erfolgreicher als je zuvor.“ Quellenangabe stern. Esther Friede, Gruner + Jahr

Staatsanwaltschaft weitet die Ermittlungen aus – Verdacht der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig weitet ihre Ermittlungen in der VW-Affäre aus. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ ist ein zweites förmliches Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Dieses Mal wird wegen Steuerhinterziehung ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte den Sachverhalt gegenüber dem NDR. Grund ist das Eingeständnis von Volkswagen, CO2- und Verbrauchswerte von Fahrzeugen der aktuellen Modellpalette manipuliert zu haben. Ende September hatte die Staatsanwaltschaft bereits ein Verfahren wegen der Manipulations-Software in Diesel-Motoren der Marke Volkswagen eingeleitet.

Die Vorprüfungen der Staatsanwaltschaft haben ergeben, dass ein Anfangsverdacht wegen Steuerhinterziehung besteht. Die Begründung: Durch die falschen Angaben seien für die betroffenen Fahrzeuge falsche Kfz-Steuerbescheide ergangen. Auch wenn die Fahrzeughalter formal Steuerschuldner sind, trägt Volkswagen nach bisheriger Prüfung der Staatsanwälte die Verantwortung für die Hinterziehung.

Die Ermittlungen richten sich gegen fünf VW-Mitarbeiter. Dabei geht es um Steuerhinterziehung in mehrfacher Millionenhöhe. VW hatte mitgeteilt, dass 800.000 Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen seien. Durch diese hohe Zahl kommt schnell eine sehr hohe Summe hinterzogener Steuern zusammen. In dem Verfahren soll ebenfalls geprüft werden, ob auch ein Betrugsdelikt vorliegt. Allerdings halten die Ermittler die Steuerhinterziehung nach der Vorprüfung für das zentrale Delikt. Ein Betrug lässt sich möglicherweise nur schwer belegen, weil der Verbrauch und die CO2-Abgabe eines Fahrzeugs nur eine von vielen Kaufentscheidungen ist.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat sich nach kurzer Prüfung dagegen entschieden, das neue Verfahren in das schon laufende Ermittlungsverfahren wegen der Manipulations-Software zu integrieren. Beide Sachverhalte sind äußerst komplex. Deshalb wird das neue Verfahren innerhalb der Staatsanwaltschaft Braunschweig von zwei Staatsanwälten betreut, die in das erste Verfahren nicht involviert sind. Norddeutscher Rundfunk

VW-Aufsichtsrat Stephan Weil: Der Konzern ist auf dem Weg der Besserung

Der Ministerpräsident von Niedersachsen und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil hat sich zuversichtlich über die Bewältigung des Abgasskandals bei Volkswagen geäußert. VW sei „auf dem Weg der Besserung“, sagte Weil, der dem Berliner „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). „Die jetzt vorgestellten Lösungskonzepte zur Behebung der Stickoxid-Manipulationen sind ein wichtiger Schritt, um das Vertrauen der Kunden zu stabilisieren.“ Die Aufklärung werde Zeit brauchen. „Sorgfalt geht vor Schnelligkeit“, sagte der SPD-Politiker. Der Tagesspiegel

Wolfsburger Problem-Diesel: Nach einer Stunde ist alles vorbei

Ein schlichtes Kunststoffrohr, randvoll mit feinen Kanälen zur Beruhigung der Luftströmung nach dem Luftfilter – das ist die Hardware-Lösung von Volkswagen für den Skandal-Diesel EA189 mit 1,6 Liter Hubraum. Volkswagen stellte diese Lösung jetzt für die rund drei Millionen betroffenen Motoren vor. Zum Plastikrohr kommt noch eine neue Software. Bei den rund 5,2 Millionen Zwei-Liter-Modellen des EA189 reicht das Aufspielen einer neuen Software.

Diese Lösungen sind mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) abgestimmt. Da die nationale Zulassungsbehörde innerhalb der europäischen Union für alle Mitglieder freigibt, liegt damit eine europaweite Lösung vor. Noch in dieser Woche soll mit dem KBA auch ein Verfahren für die rund 300 000 Drei-Zylinder-EA189 mit 1,2 Litern verabschiedet werden. Auch hier wird vermutlich ein Software-Update ausreichen.

Für die Software-Lösung setzen die Wolfsburger einen Zeitbedarf von rund 30 Minuten an, für die Lösung mit Software und Kunststoffrohr rund eine Stunde. Das Unternehmen geht davon aus, der der Rückruf innerhalb des kommenden Jahres abgewickelt sein wird. Die Veränderungen an den Motoren sollen sich weder auf den Verbrauch noch auf die Leistung auswirken. Die Motoren entsprechen dann alle der Abgasnorm EU5, nach der sie ursprünglich hätten arbeiten sollen.

Bei der Hardware-Lösung für den 1,6-Liter-Diesel wird hinter dem Luftfilter das Kunststoffrohr mit den die Luftströmung glättenden Kanälen eingesetzt. Dank der gleichmäßigeren Strömung kann der Luftmassenmesser die Reinluftansaugung für die Zylinder besser regeln und so zu den in der EU5 vorgeschriebenen Stickoxid-Werten kommen. Diese Lösung konnte jetzt aufgrund einer neuen, wesentlich verbesserten Simulationstechnik erarbeitet werden.

Für die drei US-Dieselmotoren – EA189 2,0 l Gen I und Gen II sowie den ES288 2,0 l – hat Volkswagen technische Lösungsvorschläge an die Umweltbehörden geschickt, an die nationale Evironmental Protection Agency (EPA) und an das California Air Ressources Board (Carb). Hier steht die Antwort noch aus. (ampnet/Sm) Auto-Medienportal.Net

DasParlament

Kommentar verfassen