VW-Skandal: Verkauf nur durch Lug und Betrug möglich

Dudenhöffer rechnet mit personellen Konsequenzen bei VW

VW-Skandal: Verkauf nur durch Lug und Betrug möglich

Er betrifft zu allererst Gesundheitsbelastungen durch Feinstaub und hochgiftiges Stockstoffdioxid. Die hierfür vorgesehenen Grenzwerte werden in deutschen Städten regelmäßig überschritten, woran Dieselmotoren einen beträchtlichen Anteil haben. Das Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz geht von jährlich 35 000 Todesfällen in Deutschland aus, die allein auf das Konto des Feinstaubs gehen. Ein Unternehmen, das um besserer Verkaufszahlen willen die Schadstoffwerte manipuliert, handelt kriminell. Mitteldeutsche Zeitung

Angesichts der manipulierten Abgastests von Volkswagen in den USA rechnet der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen mit personellen Konsequenzen. „Jeder Politiker könnte bei einer solchen Angelegenheit nicht in seinem Amt bleiben“, sagte Dudenhöffer der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Montagausgabe) mit Blick auf VW-Chef Martin Winterkorn. Winterkorn sei auch Chef der Entwicklungsabteilung von VW. „Dieser Bereich ist für die Software der Motorsteuerung zuständig“, betonte Dudenhöffer. „Entweder Winterkorn wusste, was passiert ist. Das wäre schlecht für ihn. Oder er wusste nicht, was passiert ist. Das wäre noch schlechter. Denn dann hätte er seinen Laden nicht im Griff.“ Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Unglaublich, aber wahr

Diese Nachricht wird gestern auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) der Renner gewesen sein: VW hat in den USA die Abgasmessungen manipuliert. Da bleibt nicht nur dem Autoexperten, sondern auch dem Deutschen an sich die Spucke weg. Er glaubt ja insgeheim, niemand anderer als er habe den Umweltschutz erfunden. Und jetzt soll ausgerechnet Volkswagen ausgerechnet beim Umweltschutz geschummelt haben? Unglaublich – aber wahr! Die 16 Milliarden Euro Strafe, die den Wolfsburgern angeblich drohen, mögen nur eine voreilig aufgerufene Schätzung sein: Teuer wird die Sache für die Wolfsburger aber auf jeden Fall.

US-Umweltbehörde wirft Volkswagen Abgas-Manipulation vor

Denn die Amerikaner sind auch in Sachen Umwelt wie sie eben sind: knallhart und ohne größere Sentimentalitäten. Martin Winterkorn, gerade erst zum unumstrittenen Chef gekürt, ist auf gutem Weg, Europas größten Autokonzern zum weltgrößten zu machen. Der Skandal ist für seinen Konzern mehr als nur eine kleine Schramme. Er wird VW auf dem wichtigen US-Markt, wo man ohnehin der Konkurrenz hinterher fährt, einen herben Dämpfer versetzen. Der Image-Schaden ist weit größer. Die Deutschen mögen im Umweltschutz nicht die Ersten sein; aber dass sie als Erste als Emissionssünder dastehen, war bis gestern undenkbar. Südwest Presse

Hier der Wortlaut der Erklärung des Volkswagen-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn zum Vorwurf der US-Umweltbehörde Environmental Protection Administration (EPA) und der California Air Ressources Bureau (CARB), die am Freitag die Öffentlichkeit in den USA darüber informiert haben, dass bei Abgastests an Fahr‎zeugen mit Dieselmotoren des Volkswagen Konzerns Manipulationen festgestellt worden sind und damit gegen amerikanische Umweltgesetze verstoßen worden ist.

Winterkorn: „Der Vorstand der Volkswagen AG nimmt die festgestellten Verstöße sehr ernst. Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben. Wir arbeiten mit den zuständigen Behörden offen und umfassend zusammen, um den Sachverhalt schnell und transparent vollumfänglich zu klären. Hierzu hat Volkswagen eine externe Untersuchung beauftragt.

Klar ist: Volkswagen duldet keine Regel- oder Gesetzesverstöße jedweder Art.

Das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit ist und bleibt unser wichtigstes Gut. Wir bei Volkswagen werden alles daran setzen, das Vertrauen, das uns so viele Menschen schenken, vollständig wiederzugewinnen und dafür alles Erforderliche tun, um Schaden abzuwenden. Die Geschehnisse haben für uns im Vorstand und für mich ganz persönlich höchste Priorität.“ (ampnet/Sm) Auto-Medienportal.Net

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