500 Jahre Reinheitsgebot – Anti-Glyphosat-Kampagne völlig überdreht

Glyphosat: Deutsches Bio Bier ist sauber

500 Jahre Reinheitsgebot – Anti-Glyphosat-Kampagne völlig überdreht

Mit 190 Brauereien folgt Baden-Württemberg, wo rund 6 Millionen Hektoliter Bier erzeugt wurden. Nordrhein-Westfalen nimmt den dritten Platz bei der Zahl der Brauereien ein (125). Dort wurde mit rund 20 Millionen Hektoliter die zweithöchste Menge Bier in einem Bundesland hergestellt. Petra Martin, Statistisches Bundesamt

Torschlusspanik bei den Panikmachern

Die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat in der EU für 15 Jahre steht bevor. Da wirkt es schon wie ein verzweifelter Versuch, wie in dieser letzten Phase in kurzen Abständen die immer gleichen Behauptungen in unterschiedlichen Variationen wiederholt werden. Die Auseinandersetzung mit den Fakten bleibt auf der Strecke. „In einer sachlichen Debatte haben Panikmache, die Verbreitung von Falschinformationen und unbegründete Behauptungen keinen Platz, fordert Ursula Lüttmer-Ouazane, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat (AGG)*.

Die EU-Kommission steht ohne Einschränkung hinter der aktuellen Sicherheitsbewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Diese hat klargestellt, dass mit dem Einsatz von Glyphosat keine unvertretbaren Gesundheits- und Umweltrisiken in Verbindung gebracht werden können. Besonders hob sie hervor, dass Belege für eine krebsauslösende Wirkung von Glyphosat fehlen. Selbst das EU-Parlament sprach sich in der letzten Woche mehrheitlich für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat aus.

Alle an der Risikobewertung beteiligten europäischen Institutionen wissen genau, warum die Internationale Agentur für Krebsforschung der WHO (IARC) und die EFSA zu unterschiedlichen Bewertungen gekommen sind. Dies hängt mit den fundamental unterschiedlichen Herangehensweisen zusammen, da der Auftrag der IARC ausdrücklich nicht die Risikobewertung ist, sondern allein die Identifikation möglicher Gefährdungspotentiale.

Dieser Ansatz der IARC hat zur Folge, dass von den bislang rund 900 untersuchten chemischen und biologischen Stoffen, Berufen, Umweltfaktoren und Lebensstilen fast die Hälfte als krebserregend (1), wahrscheinlich krebserregend (2A) und möglicherweise krebserregend (2B) eingestuft wurden; als „wahrscheinlich nicht krebserregend“ (4) wurde seit 1971 lediglich eine einzige Substanz klassifiziert. In der höchsten Kategorie 1 wiederum findet sich neben Alkohol auch verarbeitetes Fleisch – somit ist Salami in der gleichen Kategorie wie Tabakrauch oder Asbest eingeordnet. Rotes Fleisch befindet sich wie Glyphosat in der Gruppe 2A.

„Ohne die Zusammenhänge zu kennen, klingt ‚wahrscheinlich krebserregend‘ fraglos beängstigend für den Verbraucher. Da es hier um sensible Fragen der Lebensmittelsicherheit geht, sollte in der Diskussion um den Wirkstoff Glyphosat nicht verantwortungslos mit falschen Begriffen wie etwa ‚Warnung der WHO‘ operiert werden. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Risiko und Gefahr – wie das Beispiel Fleisch zeigt. Dies unter den Teppich zu kehren ist Skandalisierung“, so Lüttmer-Ouazane.

* In der Arbeitsgemeinschaft Glyphosat engagieren sich die Unternehmen ADAMA Deutschland GmbH, Cheminova Deutschland GmbH & Co. KG, Dow AgroSciences GmbH, Helm AG, Monsanto Agrar Deutschland GmbH, Nufarm Deutschland GmbH, Syngenta Agro GmbH. Die Arbeitsgemeinschaft Glyphosat ist ein informeller Zusammenschluss der Unternehmen und kei-ne rechtlich selbstständige Einheit. Arbeitsgemeinschaft Glyphosat

Glyphosat: Deutsches Bio Bier ist sauber

Zertifizierungsunternehmen erteilt Deutscher Bio-Getreidebrause die Absolution

Als ein Beitrag zur Diskussion um Glyphosat im Bier der Deutschen und rechtzeitig zum 500 jährigen Jubiläum des Reinheitsgebots, hat das in Berlin ansässige Zertifizierungsunternehmen Peterson CU Deutschland GmbH nun 10 Bio Biere untersucht.

Ergebnis: Bio-Bier ist glyphosatfrei!

Außer der Bekanntmachung der Laborergebnisse, soll mit der Untersuchung eine Diskussion angestoßen werden, wie Brauereien, Lebensmittelhersteller und Landwirte das Glyphosatproblem in den Griff bekommen können – und zwar abseits von Verbotsforderungen und Beschwichtigungsversuchen. Die Ergebnisse (PDF)sind kostenlos unter http://www.pcu-deutschland.de/node/162 erhältlich. Markus Fertig, pcu-deutschland

500 Jahre Reinheitsgebot: Deutsche Braugerste für bestes Bier

Das deutsche Reinheitsgebot feiert Geburtstag. Für die Pflanzenzüchter in Deutschland ist dies ebenfalls ein Grund zu feiern, denn der Züchtungserfolg bei der Braugerste ist bemerkenswert. Das Reinheitsgebot erlaubt nur Wasser, Hopfen und Gerstenmalz sowie Hefe als Grundstoffe der Bierherstellung. Hintergrund war neben dem Schutz vor überzogenen Preisen und vor der Verwendung von qualitativ minderwertigen oder sogar giftigen Zutaten auch, dass Weizen der Broterzeugung vorbehalten bleiben sollte.

Die Herstellung von Malz für die Bierproduktion ist heute die wichtigste Verwendung der einheimischen Sommergerste. „Der traditionelle Satz ‚Das Malz macht den Gehalt‘ verdeutlicht, dass die Extraktqualität der Braugerste eine entscheidende Rolle für den Biergeschmack spielt. Zur Verwendung als Braugerste eignen sich nur spezielle, für diesen Zweck gezüchtete Braugerstensorten“, erklärt Dr. Carl-Stephan Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP). Deshalb konzentrierten sich bereits die Urväter der Getreidezüchtung auf die Braugerste.

Karl Kraus, der erste Direktor der 1902 gegründeten Landessaatzuchtanstalt in Weihenstephan, erzeugte aus heimischen bayerischen Landsorten durch Selektion hochwertige Braugerste und ermöglichte damit den Anbau von verbesserten Landsorten. Ursprünglich war die vergleichende Handbonitur der frühen Kreuzungsnachkommen die Grundlage für die Selektion von Braugerste. In späteren Generationen bestimmten die Züchter ergänzend Vollgerstenanteil, Protein- und Extraktgehalt. Eine neue Phase der Braugerstenzüchtung begann in den 1950er-Jahren mit der vergleichenden Kleinmälzung.

Sie bildet mit einigen Hundert Gramm Kornmaterial exakt den großtechnischen Ablauf in der Mälzerei nach und gewann deshalb für die Qualitätsbewertung neuer Zuchtstämme schnell entscheidende Bedeutung. „Heute gehen eine Vielzahl an analytischen Daten in die Qualitätsbewertung ein. So ist bereits im Rahmen der Kleinmälzung erkennbar, wie die aus dem Malz gelöste Würze charakterisiert ist und welche Braugerstensorten spezifisch für die jeweilige Brauerei ideal sind“, so Schäfer weiter.

Wie wichtig die Arbeit der Gerstenzüchter ist, zeigt ein Beispiel aus der Vergangenheit: Vor über 30 Jahren drohte ein Virus die Gerste auszurotten. Durch die Züchtung von virusresistenten Sorten konnte der Gerstenanbau weiterhin ermöglicht werden. „Man stelle sich vor, was das für die Bierproduktion in Deutschland bedeutet hätte, wenn der heimische Braugerstenanbau weggefallen wäre“, betont Schäfer. Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e.V.

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