Ärztepräsident Montgomery fordert Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassen

Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung spart bis zu 903 Euro im Jahr

Ärztepräsident Montgomery fordert Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenkassen

„Ich halte es für durchaus legitim, zur klassischen paritätischen Finanzierung der Krankenkassen zurückzukehren und damit die Wirtschaft stärker in die Verantwortung zu nehmen“, betonte der Ärztepräsident. Einer Bürgerversicherung erteilte Montgomery eine Absage: „Die SPD wird ihre Pläne für eine Bürgerversicherung nicht realisieren können – und schon gar nicht in einer Legislaturperiode“, sagte Montgomery.

Eine Bürgerversicherung würde bedeuten, das Sozialversicherungssystem von den Füßen auf den Kopf zu stellen. Mit allen Nachteilen. Dafür gebe es nun wirklich keine Notwendigkeit. Den Vorwurf der Zwei-Klassen-Medizin bezeichnete Montgomery als „gefährliche Falschaussage“. In allen Ländern der Welt gebe es Unterschiede bei der Gesundheitsversorgung der Bürger. „Das deutsche System ist mit Abstand das gerechteste System, was Umfang und Qualität der Leistungen betrifft und es garantiert den Zugang aller Bürger zur Versorgung.“ Montgomery warnte zudem vor „immensen Kosten“ im Fall einer Bürgerversicherung. „Bei der günstigsten Lösung würde der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von heute durchschnittlich 15,7 auf dann 16,7 Prozent steigen – nur für einen Systemwandel, der nichts in der Gesundheitsversorgung verbessert.“

Zahl der gesetzlich Versicherten auf Rekordhoch von 72,7 Millionen

Die Zahl der gesetzlich Versicherten ist zum 1. Dezember 2017 auf das Rekordhoch von 72,7 Millionen gestiegen – immer mehr Privatversicherte wechseln zu gesetzlichen Krankenkassen. „2016 kamen zum fünften Mal in Folge mehr Menschen von einer privaten Krankenversicherung in eine gesetzliche Krankenkassen als umgekehrt“, sagte die Chefin des Krankenkassen-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer. Während 129.100 die gesetzliche Krankenversicherung in Richtung eines privaten Versicherungsunternehmens verlassen hätten, seien 130.200 den umgekehrten Weg gegangen, betonte Pfeiffer. Sie verwies darauf, dass am 1. Dezember 2017 mit 72,7 Millionen Versicherten so viele Menschen wie noch nie in der gesetzlichen Krankenversicherung gewesen seien. Pfeiffer betonte: „Ich glaube, wir können in Deutschland sehr froh sein, dass wir ein System haben, das über 90 Prozent der Bevölkerung auf einem so hohen Niveau versorgt, und zwar ohne Ansehen der Person oder des Geldbeutels.“ Rheinische Post

Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung spart bis zu 903 Euro im Jahr

Der Zusatzbeitrag gesetzlicher Krankenkassen reicht 2018 von 0,0 Prozent bis 1,7 Prozent. Dadurch sparen gesetzlich Versicherte mit einem Jahreseinkommen von 53.100 Euro (Beitragsbemessungsgrenze 2018*) bei einem Kassenwechsel bis zu 903 Euro im Jahr. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 30.000 Euro beträgt die Ersparnis bis zu 510 Euro jährlich.

Je nach Bundesland wählen Versicherte aus mindestens 43 öffentlich zugänglichen Krankenkassen. Durch den Wettbewerb profitieren besonders Verbraucher in Baden-Württemberg und Thüringen. Dort verzichtet die günstigste GKV auf einen Zusatzbeitrag, die teuerste verlangt 1,7 Prozent.

Selbst zwischen der günstigsten und der teuersten bundesweit geöffneten GKV beträgt der Beitragsunterschied 1,11 Prozentpunkte. Das Sparpotenzial durch einen Anbieterwechsel liegt entsprechend bei bis zu 589 Euro (Jahreseinkommen von 53.100 Euro brutto). Durchschnittsverdiener mit einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro brutto sparen bis zu 333 Euro im Jahr.**

Beitragserhöhung ermöglicht Sonderkündigung bis 31. Januar

Zum Jahreswechsel haben nur sechs von 82 öffentlich zugänglichen Krankenkassen ihre Beiträge erhöht. 13 haben ihre Beiträge gesenkt oder dies für 2018 angekündigt. Bei einer Beitragserhöhung haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigung muss bis zum Ende des Monats bei der Krankenkasse eingegangen sein, in dem sie die Beiträge erhöht. Versäumt der Versicherer, vorab auf die Beitragserhöhung hinzuweisen, läuft die Frist erst, wenn die Nachricht beim Versicherten angekommen ist.

Unabhängig davon können Verbraucher, die mehr als 18 Monate bei ihrer Krankenkasse versichert sind, jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zu einer neuen Kasse wechseln.

„Bei der Auswahl einer neuen Krankenkasse sind neben dem Zusatzbeitrag vor allem die kassenindividuellen Leistungen entscheidend“, sagt Dr. Ansgar Lamersdorf, Leiter GKV bei CHECK24. „Eine Krankenkasse, die Extraleistungen wie Zuschüsse zu professioneller Zahnreinigung oder Osteopathie bietet, finden Verbraucher mit individuellen Filtermöglichkeiten im CHECK24-Vergleich.“ CHECK24 GmbH

*Die Beitragsbemessungsgrenze markiert das Maximum, bis zu dem in den Sozialversicherungen Beiträge erhoben werden. Der über diesen Grenzbetrag hinausgehende Teil eines Einkommens ist beitragsfrei. **Tabellen mit Beispielberechnungen zum Sparpotenzial und Beitragssätzen der Krankenkassen stehen hier zum Download bereit: http://ots.de/6ONeH

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