Arbeitsminister Heil: „Krankenhäuser sind kaputtgespart worden“ – Chef machen Kasse

Wie Kassenchefs Kasse machen

Arbeitsminister Heil: „Krankenhäuser sind kaputtgespart worden“ – Chef machen Kasse

Ärztliche Direktoren von Uni-Kliniken in NRW handeln immer bessere Verträge aus. In den vergangenen sechs Jahren gab es im Schnitt ein Gehaltsplus von mehr als 50 Prozent. Ihr Berufsverband findet das okay. Gewerkschafter und Personalräte reiben sich die Augen. Denn an anderer Stelle wird gespart.

Auch die Chefs der Krankenkassen machen ordentlich Kasse. So erhielt der baden-württembergische Landeschef Christopher Hermann auf sein Festgehalt von 172 500 Euro noch 51 000 Euro obendrauf – was eine Steigerung um 11 500 Euro bedeutet. Am besten bezahlen ließ sich der inzwischen abgelöste Vorsitzende der AOK Plus, Rolf Steinbronn. Er kam, Prämie inklusive, auf 246 500 Euro. Der Chef der AOK Sachsen-Anhalt dagegen blieb, als Geringstverdiener in der AOK-Familie, mit seinem Gesamtgehalt unter 180 000 Euro. Die Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kassen, Doris Pfeiffer, erhielt 240 000 Euro, 5000 mehr als im Vorjahr.¹

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verlangt nach der Bewältigung der Corona-Krise eine Überprüfung des deutschen Gesundheitssystems mit seiner marktwirtschaftlichen Ausrichtung. „Wir müssen einfach darauf reagieren, dass Gesundheit kein rein marktwirtschaftliches Gut sein kann“, sagte Heil der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Über die Trägerstruktur von Krankenhäusern müsse in den Kommunen entschieden werden. Grundsätzlich gelte aber, dass es eine staatliche Gewährleistungsverantwortung gebe. „Wir müssen den öffentlichen Bereich stärken. Einige Krankenhäuser sind kaputtgespart worden.“

Es müsse darüber gesprochen werden, „ob wir nicht dauerhaft mehr für Gesundheit und Pflege ausgeben müssen“. Die Gesellschaft müsse auch begreifen, dass Pfleger und auch Verkäuferinnen – die „jetzigen Helden des Alltags“ besser bezahlt werden müssten. In der Hochphase der Corona-Krise lehnt Heil, der auch stellvertretender SPD-Chef ist, eine Diskussion über den Vorstoß seiner Parteichefin Saskia Esken zu einer Vermögensabgabe für Reiche ab. Später hält er aber einen solidarischen Lastenausgleich für nötig. „Jetzt geht es erst mal darum, die Schutzpakete umzusetzen, die wir gerade erst beschlossen haben.“ Über den Lastenausgleich werde nach der Krise zu reden sein. „Auch hier ist Solidarität gefragt.“ Denn es werde hohe wirtschaftliche Verluste geben, Unternehmen würden Gewinn- und Umsatzeinbrüche, Beschäftigte Lohneinbußen und der Staat weniger Ressourcen haben.²

¹Der Tagesspiegel, Wie Kassenchefs Kasse machen, 2014 ²Rheinische Post

DasParlament

Eine Antwort auf "Arbeitsminister Heil: „Krankenhäuser sind kaputtgespart worden“ – Chef machen Kasse"

  1. Buerger   Sonntag, 5. April 2020, 9:13 um 9:13

    Bravo Herr Heil!
    Endlich mal jemand der die Lage erkannt hat.
    Aber das deutsche Stimmvieh hat die Partei der Frau, die Bundeskanzlerin spielt , wieder zu Höhenflügen verholfen.
    Dabei ist sie das Problem die das verursacht hat.
    Man sollte sie in Lebenslange Quarantäne schicken damit sie keinen Schaden mehr anrichten kann!

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