Corona-Mythen – Gegen Dummheit hilft nur Aufklärung

Aus Rücksichtslosigkeit in eine zweite Corona-Welle?

Corona-Mythen – Gegen Dummheit hilft nur Aufklärung

Hat ein User einmal „angebissen“, schaukelt er sich mit der Hilfe von anderen in einschlägigen Foren immer höher, bis er auf der Straße gegen Bill Gates und seine heimliche Weltregierung protestiert. Andere Informationsquellen werden als von „denen“ gesteuert abgelehnt. Eine Zensur des Internets nach chinesischem Vorbild verbietet sich in einer freien Gesellschaft von selbst. Gegen Dummheit kann man nur mit Aufklärung angehen. Allmählich versteht man auch in Deutschland, dass man schon in der Schule den Umgang mit dem Internet und seinen vielen Fallen lehren muss – und nicht nur mit einer Wochenstunde im Monat.¹

Die Corona-Fallzahlen steigen wieder – nicht nur in Deutschland allgemein, sondern vor allem in Hessen und speziell in Offenbach. Für den Vorsitzenden des dbb Hessen, Heini Schmitt ist diese Entwicklung ein Grund zu großer Sorge. „Offenbar gibt es eine ganze Reihe von Mitbürgern, die sich mit der Verantwortung für ihre Gesundheit und die ihrer Mitmenschen schwertun.“ Es sei schon wenig verständlich, dass es trotz der weltweit weiter sich ausbreitenden Pandemie viele Menschen gibt, sie sich einen Urlaub in einem Risikogebiet nicht verkneifen konnten.

Gerade mit Blick auf die Folgen ist das bedenklich. Denn so bringt nicht ein ganzer Teil das Virus als Souvenir mit aus dem Urlaub und gefährdet so bewusst die Erfolge, die das politische Pandemiemanagement und auch die Disziplin der Bevölkerung sich erarbeitet haben. „Zudem ist es nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet die, die ein erhöhtes Risiko in Kauf nahmen, am Ende damit belohnt werden, dass ihnen bei der Rückkehr der Coronatest auch noch bezahlt wird“, sagt Schmitt. „Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht derer, die sich aus Sicherheitserwägungen eine Reise verkniffen und sich auch sonst verantwortungsbewusst zeigten. Und es ist eine völlig vermeidbare, zusätzliche Belastung für viele Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, die sich um die Folgen solch verantwortungslosen Verhaltens kümmern müssen.

„Hinzu kommt, dass auch hier zu Hause viele Bürgerinnen und Bürger ganz offenbar die Tragweite der Pandemie immer noch nicht begriffen haben. Sollte es tatsächlich zu einem zweiten Lockdown kommen, wäre dieser zu einem guten Stück hausgemacht.“

„Wir haben die Maßnahmen der Landesregierung von Anfang an mitgetragen“, so Schmitt. Abgesehen von wenigen Kritikpunkten haben sich die nachhaltigen Beschränkungen zu Beginn ebenso wie die schrittweisen Lockerungen im weiteren Verlauf als richtig erwiesen. Auch den Appell an die eigene Verantwortung der Bürgerinnen und Bürger untermauerte der dbb Hessen. „Nun scheint sich aber leider zu zeigen, dass ein spürbarer Teil der Bevölkerung mit dieser Verantwortung nicht umzugehen weiß“, sagt Schmitt. Deshalb plädiert er trotz der auch dadurch entstehenden zusätzlichen Belastung für den Öffentlichen Dienst dafür, wie auch schon in Offenbach angekündigt, die Kontrollen wieder zu verstärken und Verstöße konsequent zu ahnden.²

¹Straubinger Tagblatt ²dbb Hessen beamtenbund und tarifunion

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