Deutsche Bahn setzt Glyphosat zur Unkrautvernichtung ein

Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands sieht "keine Alternative zu Glyphosat"

Deutsche Bahn setzt Glyphosat zur Unkrautvernichtung ein

Der umstrittene Wirkstoff Glyphosat wird auch an den Strecken der Deutschen Bahn zur Unkrautvernichtung eingesetzt. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung unter Berufung auf das Unternehmen und das Bundeslandwirtschaftsministerium. „Leider stellen derzeit weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar“, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn auf Anfrage der WAZ. Sie fügte hinzu, Glyphosat werde nicht in Schutzgebieten und über offenen Gewässern sowie auf Brücken eingesetzt. Ziel der Deutschen Bahn sei es, die Strecken zur Sicherheit des Schienenverkehrs frei von Unkraut zu halten, erklärte das Ministerium auf einer Website.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte angesichts einer Gerichtsentscheidung in den USA einen Verkaufsstopp für Glyphosat-Produkte. „Nach diesem Urteil sollte sich jeder Anwender von Glyphosat fragen, ob das Gesundheitsrisiko für die Menschen, die mit diesem Pestizid arbeiten, noch tragbar ist“, sagte Greenpeace-Experte Dirk Zimmermann unserer Redaktion. „Aus Vorsorgegründen sollte der Einsatz umgehend verboten werden“, betonte Zimmermann.¹

Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands sieht „keine Alternative zu Glyphosat“ – Conzen für Lockerung bei Gentechnik

Der Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands mit 15.000 Mitgliedern, Bernhard Conzen, lehnt ein Verbot des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ab. In der Landwirtschaft gebe es aktuell dazu keine Alternative, sagte er im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ohne Glyphosat wäre „die Nachhaltigkeit auf den Äckern und bei der Arbeit“ gestört. Eine intensive Pflügung, die bei einem Verbot wieder notwendig würde, „kostet nicht nur deutlich mehr Zeit und damit Geld, sondern ist auch schlecht für die Umwelt“.

Bernhard Conzen sprach sich in der Zeitung außerdem für eine Lockerung des Anbauverbots genmanipulierter Pflanzen aus: „Ich verstehe nicht, warum es nicht möglich sein darf, Lebensmittel mithilfe von Gentechnik zu verbessern“, so Conzen. „Wir tun damit kommenden Generationen Unrecht – denn was wir heute nicht entwickeln, fehlt in der Zukunft, wenn immer weniger Fläche zum Nahrungsanbau zur Verfügung steht. Das ist nicht nachhaltig.“

Von der aktuellen Versteigerung der 5G-Frequenzen erhofft sich der rheinische Bauernpräsident auch schnelles Internet für landwirtschaftliche Betriebe: „Die Landwirtschaft ist heute in weiten Teilen digitalisiert: Sensoren untersuchen den Austrag von Pflanzenschutzmitteln, erfassen Düngung und Ertrag und müssen diese Daten innerhalb von Millisekunden an die Maschinen weitergeben“, sagte Conzen und forderte: „Wir brauchen 5G auf dem Land. Ein Landwirt hat das gleiche Recht auf ultraschnelles Internet wie städtische Unternehmen.“²

¹Westdeutsche Allgemeine Zeitung ²Kölner Stadt-Anzeiger

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