Gesundheit: So kann man das Diabetesrisiko senken

Foodwatch fordert Zuckersteuer und Werbeverbot für Süßigkeiten für Kinder

Gesundheit: So kann man das Diabetesrisiko senken

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat die Politik von Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) zur Reduktion von Zucker in Lebensmitteln als wirkungslos und ihr geplantes Tierwohllabel als rückständig kritisiert. „In der Tierhaltung ist der Handel längst weiter als die Ministerin. Und beim Thema Reduktion von Zucker und Salz in Lebensmitteln macht sie sich mit ihrer freiwilligen Selbstverpflichtung für die Ernährungswirtschaft lächerlich“, sagte Geschäftsführer Martin Rücker der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Damit seien zuletzt die Niederlande gescheitert. „In Großbritannien wird Fanta zum Beispiel mit etwa halb so viel Zucker verkauft, weil es eine Limo-Steuer gibt.“

Rücker forderte die Einführung einer solchen Steuer sowie ein Werbeverbot für Süßigkeiten für Kinder. Klöckner müsse einer Industrie etwas entgegensetzen, die davon profitiere, möglichst viel Zucker zu verkaufen. „Wir alle unterliegen einer Geschmacksprägung. Wenn wir von klein auf Nahrungsmittel mit viel Zucker essen, schmecken zuckerreduzierte Esswaren zunächst nicht gut.“ Bereits 15 Prozent der Kinder in Deutschland seien übergewichtig. Es müsse umgesteuert werden, „auch um Fettleibigkeit und Diabetes zu minimieren, die mittlerweile zu einem zweistelligen Milliardenbetrag im Jahr an Gesundheitskosten führen“.¹

Jeder von uns will gesund alt werden, nur oft weiß man gar nicht, dass man schon jetzt eine chronische Krankheit in sich trägt. Dagmar Ponto berichtet:

Oft haben sich bei uns Lebensgewohnheiten verfestigt, die die Volkskrankheit Diabetes begünstigen, schreibt das Apothekenmagazin „Diabetes Ratgeber“. Welche Risikofaktoren das sind, erklärt uns Chefredakteurin Anne-Bärbel Köhle:

„Natürlich spielen Übergewicht und zu wenig Bewegung eine große Rolle, aber auch Stress, Schlafmangel und Rauchen und natürlich das Alter und die Gene. Wer also einen Familienangehörigen hat mit Diabetes, hat unter Umständen erhöhte Gefahr, selber Diabetes zu entwickeln.“

Die Krankheit ist tückisch, da man keine Schmerzen verspürt:

„Typ-2-Diabetes verursacht oft jahrelang überhaupt keine Beschwerden, aber es können sich dennoch schon Folgekrankheiten entwickeln.“

Anhand eines Tests im aktuellen Diabetes Ratgeber kann man herausfinden, wie wahrscheinlich es ist, in den nächsten Jahren an Diabetes zu erkranken, aber manche Menschen spüren schon jetzt Warnzeichen:

„Dazu gehört zum Beispiel häufiges Wasserlassen, starker Durst, eine Gewichtsabnahme und wenn man sich ständig schlapp fühlt, spätestens dann, bei diesen Symptomen, sollte man unbedingt und sehr schnell zum Arzt gehen. Denn wenn man Diabetes früh erkennt, lässt er sich auch sehr gut behandeln.“

Im eigenen Interesse fängt man am besten sofort an, seinen Lebensstil zu verändern:

„Oft reichen da schon kleinere Maßnahmen, um eine große Wirkung zu erzielen. Wenn Sie zum Beispiel übergewichtig sind und ein paar Kilo abnehmen, ist das sehr günstig. Und natürlich auch Bewegung, das heißt jeden Tag zum Beispiel eine längere Strecke zügig spazieren gehen. Bei der Ernährung könnten Sie darauf achten, sich vollkornreicher zu ernähren, also mehr vollkornreicher Lebensmittel zu essen und dafür weniger Fleisch und mehr Gemüse.“

Und dann ist die Chance groß, dass sich Diabetes hinauszögern oder sogar verhindern lässt.²

¹Rheinische Post ²Wort & Bild Verlag – Diabetes Ratgeber

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