Gesundheitsversorgung von morgen

Längst nicht rundum versorgt / BDL fordert flächendeckendes Gesundheitsnetz

Für die Zukunft der Gesundheitsversorgung gibt es keine größere Herausforderung als die rasche Zunahme der Zahl hochbetagter Menschen. Dank guter medizinischer Versorgung steigt das Lebensalter weiter an, was erfreulich ist. Doch müssen die Hochbetagten oft mit altersbedingten Krankheiten leben.

Gesundheitsversorgung von morgen

Es ist verdienstvoll, dass die Barmer mit ihrem Krankenhausreport auf eben diese Herausforderung aufmerksam macht. Leider arbeitet sich die Krankenkasse zu sehr an einem nicht ganz nachvollziehbaren Vergleich der Reha in Krankenhäusern und der von den Kassen organisierten Reha in externen Kliniken ab. Damit lässt sie die Chance verstreichen, innovative Ideen für eine bezahlbare und menschenwürdige Versorgung alter Patienten vorzubringen. Bei der Versorgung der Hochbetagten gibt es viele Baustellen für Gesundheitspolitik, Kassen, Krankenhäuser und Ärzte. Dazu gehört der Umgang mit Pflegeheimbewohnern ebenso wie mit jenen, die zu Hause leben. Ein erster richtiger Schritt wurde mit der Reform der Pflegeausbildung gemacht, wonach Altenpfleger künftig mehr medizinisches Wissen erfahren und Krankenpfleger auch zu altersspezifischen Leiden ausgebildet werden. Rheinische Post

Vor allem teuer

Laut einer von „Bild“ in Auftrag gegebenen Umfrage befürworten 60 Prozent der Menschen in Deutschland die Einführung einer Bürgerversicherung in der Gesundheitsversorgung. Dazu erklärt der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Bernd Riexinger:

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat die Nase voll von der Zwei-Klassen-Medizin und möchte eine solidarische Gesundheitsversicherung, in die alle gleichermaßen einzahlen und aus der alle die gleichen Leistungen nach der medizinischen Notwendigkeit bekommen. Die Spaltung der Krankenversicherung in den gesetzlichen und den privaten Zweig wird nicht nur mehr und mehr zur finanziellen Bedrohung für die Haushalte von Bund und Ländern, sondern längst auch für viele Privatversicherte zu einer im Alter kaum noch zu tragenden Last. Gesundheit ist nichts, was vom Geldbeutel oder Kassenlage der öffentlichen Haushalte abhängen darf.

DIE LINKE hat ein durchgerechnetes Konzept für eine solidarische Gesundheitsversicherung vorgelegt, nach dem der Beitrag auf unter 12 Prozent sinken kann, wenn alle einzahlen und die Beitragsbemessungsgrenze aufgehoben wird. Damit würden Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die selbstverständlich paritätisch einzahlen, entlastet. Zugleich könnten der Leistungskatalog ausgeweitet und auf Rezeptgebühren und ähnliches verzichtet werden. Auch der Pflegenotstand durch Personalmangel könnte mit einer solchen solidarischen Versicherung behoben werden.

Der mehrheitliche Bürgerwillen für eine einheitliche solidarische Gesundheitsversicherung muss endlich auch zu entsprechenden politischen Mehrheiten führen. Das Festhalten von Union und FDP an der Trennung in gesetzliche und private Krankenversicherung ist ein politischer Anachronismus. DIE LINKE wird im Wahlkampf offensiv dafür streiten, dass eine Bürgerversicherung endlich durchgesetzt werden kann. Partei Die Linke im Bundestag

Längst nicht rundum versorgt / BDL fordert flächendeckendes Gesundheitsnetz

„Immerhin, die Ausbildungssituation soll ab 2020 besser werden“, stellt Sebastian Schaller, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V., lakonisch fest. Auch wenn die Änderungen im nun auch vom Bundesrat verabschiedeten „Gesetz zur Reform der Pflegeberufe“ längst überfällig gewesen seien, führt es die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen der Alten- und Krankenpflegeberufe ab 2020 zusammen.

Dann soll für die Ausbildung kein Schulgeld mehr bezahlt werden müssen und auch die Vergütung soll steigen. „Das ist gut und wichtig, aber ich bezweifele, dass sich das positiv auf die Versorgungslage in den ländlichen Räumen auswirkt. Uns fehlen nämlich nicht nur Haus- und Fachärzte, sondern auch Fachkräfte in der gesundheitlichen Vor- und Nachsorge. Der Mangel an Physio- und Ergotherapeuten, Hebammen und Psychotherapeuten, um nur einige Beispiele aus den medizinischen und pflegenden Berufen zu nennen, ist in der Fläche zunehmend spürbar. Wenn der Termin beim Physiotherapeuten zur belastenden Tagesreise wird, kann etwas nicht stimmen“, fasst der BDL-Bundesvorsitzende die Erfahrungen junger Ehrenamtlicher zusammen.

„Viele ländliche Regionen sind schon jetzt unterversorgt, doch der Bedarf bleibt“, stellt Sebastian Schaller fest. „Die Weichen für ein zukunftsfähiges und menschenwürdiges Gesundheitssystem müssen jetzt gestellt werden. Wir dürfen da keine Zeit verlieren“, fordert der BDL-Bundesvorsitzende mit Nachdruck.

„Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen muss langfristig sichergestellt werden. Dazu gehören aus unserer Sicht gesonderte Unterstützungs- und Ansiedlungsleistungen für praktizierende Ärzte, aber auch für das Fachpersonal, das für die Gesundheit der Menschen in unseren Dörfern langfristig genauso wichtig ist“, sagt der junge Mann. Es müsse doch möglich sein, die Arbeit auf dem Land für einen Teil der insgesamt 5,3 Millionen im Gesundheitswesen beschäftigten Menschen – drei Viertel von ihnen sind übrigens Frauen – attraktiver zu machen.

Vielleicht auch, indem man ihnen mehr Verantwortung überträgt. Wenn vielfach erprobte Konzepte für medizinische Versorgungszentren, Telemedizin, Gemeindeschwestern, ambulante Sprechstunden und mobile Praxen endlich umgesetzt werden, gewinnen alle, sind sich die jungen Aktiven im größten Jugendverband im ländlichen Raum einig.

„Auch bei den Vorgaben und Beschlussfassungen von Krankenkassen und Ärztekammern müssen die Besonderheiten und Gegebenheiten der ländlichen Regionen endlich berücksichtigt werden“, so der junge Mann und zählt Entfernung und Siedlungsdichte als mögliche Kriterien auf.

Für den BDL e.V. ist klar: Gesundheit braucht Versorgung und die muss für alle zugänglich sein. Der Jugendverband fordert Bund und Länder auf, die gesetzlichen Grundlagen entsprechend zu prüfen und sie auf die ländlichen Regionen anzupassen. „In der Summe kann das den Unterschied machen und im schlimmsten Fall sogar über Leben und Tod entscheiden. Klingt dramatisch, ist aber so“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende. Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL)

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