Impfflicht im Kindergarten – Impfstoffversorgung unzureichend

Wer sich nicht impfen lässt, schadet allen

Impfflicht im Kindergarten – Impfstoffversorgung unzureichend

Gut, dass ein Kindergartenträger vorangeht. Weitere dürfen gerne folgen. Warum nicht auch Schulträger oder Klinikbetreiber? Hier geimpfte Kinder, da geimpfte Lehrer, dort geimpftes Fachpersonal für Medizin und Pflege. Das ist doch eine schöne Vorstellung! Auf die vielen rechtlichen Fragen rund um eine Pflicht fänden sich bestimmt Antworten, wenn erst einmal der Wille da wäre. Und wo die Gesundheitsvorsorge durchdacht wird, landet man vielleicht auch noch bei regelmäßigem Händewaschen. Das lässt sich ebenfalls zu einer Regel machen.

Wie beschwerlich die Umsetzung ist, wird allerdings immer mal wieder aus Krankenhäusern berichtet. Nicht selten mangelt es schlicht an Disziplin und konsequentem Handeln. Der Ansatz, überzeugen zu wollen, ist gut. Aber die Wirksamkeit von Beratung und Motivation kommt bei manchem Zeitgenossen an ihre Grenzen. Wenn es um gefährliche Krankheiten geht, ist dann aber eben irgendwann Schluss mit dem freien Willen. Im Sinne der Allgemeinheit.¹

Es gehört zu den Absurditäten in dieser Welt, dass ausgerechnet in reichen Industrienationen mit der besten Gesundheitsversorgung Krankheiten wieder auf dem Vormarsch sind, die es dort gar nicht mehr geben müsste. Viele Masernausbrüche in Deutschland und Europa gehen auf das Konto von Impfgegnern. Teils haben die Krankheiten schlimme Folgen, sogar Todesfälle waren zu beklagen. Das ist nicht hinnehmbar.

Sicher, es gibt sie, die Einzelfälle, in denen Impfungen zu Schäden geführt haben. Das ist bedauerlich und muss genauer erforscht werden, damit solche Risiken künftig besser zu beherrschen sind. Doch sie stehen in keiner Relation zum Nutzen von Impfungen allgemein. Um es klar zu sagen: Wer sich nicht impfen lässt, schadet der Gesellschaft insgesamt. Die Leidtragenden sind Säuglinge, deren Immunsystem noch leicht angreifbar ist, oder chronisch Erkrankte, für die eine Impfung nicht infrage kommt.

Eine rechtlich klug ausgestaltete Impfpflicht könnte beispielsweise Masern den Garaus machen. Zugleich sollte jeder darauf achten, nicht auf selbsternannte Heiler und Gesundheitsexperten hereinzufallen, die im Netz wirre Theorien zu angeblichen Impfgefahren verbreiten. Die eigentliche Gefahr geht von ihnen aus.²

Stolperstein für #Impfstoffversorgung

Schieflage im Gesetzentwurf: Zu wenig Impfförderung, zu hohe Industrierabatte / Deutschland mit Impfstoffen zu versorgen, wird noch unattraktiver als bisher / Eine Niedrigpreispolitik kann in der Grippesaison Versorgungsengpässe verschärfen

Derzeit diskutiert die Politik im Rahmen der Diskussion um das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) das Thema Impfen. Dazu sagt vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer:

„Die geplante massive Erhöhung der Herstellerabschläge bei Impfstoffen gefährdet die angestrebte bessere Versorgungssicherheit. Gleichzeitig finden sich im Gesetzentwurf derzeit keine Maßnahmen, die den Fokus der Krankenkassen stärker auf die Impfförderung lenken. Diese Schieflage muss korrigiert werden.“

„Die Erhöhung des Zwangsrabattes bei Impfstoffen wäre ein Stolperstein auf dem Weg zu einer besseren Impfstoffversorgung in Deutschland. Sie könnte dazu führen, dass weniger Impfstoff auf den Markt kommt: Wenn etwa die weltweite Nachfrage größer ist als der verfügbare Impfstoff greifen Marktmechanismen. Dazu gehören realistische Preise. Das kann bei der Knappheit bestimmter Impfstoffe (z.B. gegen Grippe) darüber entscheiden, wohin Impfstoff – der sich nicht auf Knopfdruck nachproduzieren lässt – geliefert wird. Mit anderen Worten: Wie die Versorgungslage in Deutschland ist,“ so Fischer weiter.

Hintergrund:

Die Impfstoffpreise in Deutschland liegen derzeit auf auf dem Niveau anderer EU-Länder. Nach dem TSVG-Entwurf soll auf die Impfstoffpreise ein zusätzlicher, pauschaler Zwangsrabatt in Höhe von 5 Prozent (bzw. von 10 Prozent für saisonale Grippeimpfstoffe) erhoben werden. Dies bedeutet nicht nur eine massive finanzielle Belastung für alle Impfstoffhersteller. Auch die Attraktivität des deutschen Marktes sinkt deutlich. Angesichts globalen Wettbewerbs, weniger Anbieter, begrenzter Produktionskapazitäten und eines weltweit steigenden Bedarfs an Impfstoffen ist diese Maßnahme versorgungspolitisch höchst riskant.

Sie läuft dem an anderer Stelle im Gesetzentwurf formulierten Anliegen, die Liefer- und Versorgungssicherheit zu verbessern, zuwider. Darauf hat auch der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum TSVG-Entwurf hingewiesen. Eine gesicherte Versorgung erfordert stabile Rahmenbedingungen. Eine Mehrfachrabattierung von Impfstoffen setzt im weltweiten Nachfragewettbewerb das gegenteilige Signal.³

¹Westfalen-Blatt ²Jan Drebes – Rheinische Post ³Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (VFA)

DasParlament

Eine Antwort auf "Impfflicht im Kindergarten – Impfstoffversorgung unzureichend"

  1. Buerger   Montag, 18. Februar 2019, 11:29 um 11:29

    Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit erinnern. Bin 1954 eingeschult worden.
    Wir wurden in der Schule geimpft, ( Schluckimpfung, in die Arme gepikst usw, jedes Jahr kam der Röntgenbus, Zahnpflege wurde in der Schule geübt etc.)
    Warum ist das heute nicht mehr möglich eine Impfpflicht durchzusetzen?, besonders für die Kinder die in die Schule kommen. Faulheit und Dummheit der Eltern oder Politiker?
    Na gut , dann bleiben halt ein paar Kinder und Elternteile die sich mit Krankheiten infiziert haben auf der Strecke. Selbst schuld.
    Aber hinterher bitte nicht jammern!

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