Impfungen: Kein absoluter Schutz

Studie gibt Aufschluss - So tickt Deutschland in Sachen Corona-Impfung wirklich

Impfungen: Kein absoluter Schutz

In ganz NRW machen heute die Impfzentren auf. Bundesweit hat schon mehr als ein Prozent der Bevölkerung die zweite Impfdosis bekommen.

Das sind trotz aller Probleme bei der Terminvergabe gute Nachrichten, und sie sollten Anlass sein, manche hysterische Impfdiskussion auf Normaltemperatur herunterzuregeln. Es ist schon toll, wie kritiklos da Länder wie Israel, Großbritannien und die USA als Vorbilder hingestellt werden. Sollen die EU-Staaten jeden gewünschten Preis in Geld und Gesundheitsdaten ihrer Bürger zahlen, so wie Israel es gemacht hat? Die Produzenten von Haftung freistellen oder Senioren mit einem Präparat impfen, bevor die Wirkung bei ihnen ausreichend belegt ist? Ist es schon mal jemandem aufgefallen, dass die genannten Impf-Heldenländer zu jenen mit extrem hohen Corona-Infektionsraten zählen?

Corona-Impfungen sind ein wichtiges Mittel, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, aber eben nicht der Generalschlüssel. Wie lange hält der Impfschutz, wie stark wird die Weiterübertragung gebremst, was passiert bei welchen Mutanten? Das ist für jedes Produkt einzeln zu prüfen – was eine weitere hysterisch geführte Debatte, die über Privilegien für Geimpfte, ad absurdem führt: Flugreisen nur mit Biontech-Sticker im Impfpass, nicht mit einem von Astrazeneca?

Wenig spricht dafür, dass man Covid-19 mit den heute verfügbaren Impfungen so aus der Welt schaffen kann, wie das bei Masern möglich erscheint. Sicher aber machen Impfungen eine schwere Erkrankung weniger wahrscheinlich. Es wäre viel gewonnen, könnte man dieses Risiko auf das Niveau anderer Atemwegserkrankungen senken (Achtung: Auch vor Corona standen sie in jährlich 20 000 Fällen auf dem Totenschein). Eine corona-sterile Gesellschaft ist ein so ferner Traum wie absoluter Schutz vor vielen anderen Infektionen.¹

Sie ebnet den Weg aus der Pandemie – die Corona-Schutzimpfung. Mathematische Modelle des Robert-Koch-Instituts zeigen: In der Bevölkerung wird eine Immunität von ca. 70 Prozent benötigt, um die Übertragungen von Corona soweit zu limitieren, dass die Pandemie vorübergeht [1]. Doch wie ticken die Deutschen beim Thema Corona-Impfung wirklich? Eine bevölkerungsrepräsentative Studie des digitalen Versicherungsmakler CLARK in Zusammenarbeit mit YouGov [2] gibt Aufschluss über die Meinungen gegenüber der Corona-Impfung: Nur knapp jeder zweite Deutsche (56 Prozent) hat vor, sich gegen Corona impfen zu lassen. Tatsächlich sind sich 31 Prozent sogar sicher, dass sie sich nicht impfen lassen wollen!

Generell scheinen die Deutschen die Pandemie ernst zu nehmen: 71 Prozent der Befragten geben an, sich an die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona Pandemie zu halten, um sich nicht zu infizieren. Hauptgrund für ein Corona-konformes Verhalten ist die Angst davor, Familienmitglieder oder Freunde mit dem Virus zu infizieren (38 Prozent). Eine Impfung gegen Corona ziehen 56 Prozent der Studienteilnehmer der CLARK-Studie in Betracht oder haben sie bereits vornehmen lassen. Dies kann auch mit den gefürchteten gesundheitlichen Folgen einer Infektion zusammenhängen, schätzt doch jeder zehnte Deutsche (12 Prozent) die gesundheitlichen Risiken einer Corona-Infektion als realistisch ein. Damit wird eine Corona-Infektion deutlich weniger ernst genommen, als zum Beispiel chronische Erkrankungen, welche von 29 Prozent der Befragten als schwerwiegend wahrgenommen werden.

Unentschlossenen die Entscheidung einfacher gestalten

Fast jeder dritte Deutsche (31 Prozent) will sich nicht gegen Corona impfen lassen! Zu den Bedenken der Bürger gehören häufig auch Langzeitfolgen der Impfung, umgangssprachlich Impfschäden genannt. „Jedoch sollte jedem bewusst sein, dass die verbundenen gesundheitlichen Risiken in Verbindung mit einer Corona-Schutzimpfung vergleichsweise gering zu sein scheinen. In Zulassungsstudien berichtet das Robert-Koch-Institut von Nebenwirkungen mit einer Häufigkeit von 1 zu 1000“, erklären die CLARK-Versicherungsexperten. „Desweiteren gilt es zu erwähnen, dass die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe der Firmen Biontech-Pfizer und Moderna, laut dem Bundesministerium für Gesundheit, eine Sicherheit gegenüber einer Corona-Infektion zwischen 90 und 95 Prozent versprechen. Für diejenigen die allerdings noch Entscheidungshilfe benötigen, könnte eine Unfallversicherung letzte Bedenken nehmen. Sie wird beispielsweise im Allgemeinen auch für Kinder abgeschlossen, um sie vor etwaigen Impfschäden zu schützen“ – so die CLARK-Versicherungsexperten abschließend.²

¹Raimund Neuß – Kölnische Rundschau ²CLARK

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