Krankenhäuser rechnen 2017 mit „finanziellem Katastrophenjahr“

Rund 14 Millionen Euro für Klinik Kirchheim

Die Krankenhäuser in Deutschland rechnen wegen der geplanten Krankenhausreform 2017 mit einem „finanziellen Katastrophenjahr“, wie aus einer Stellungnahme der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zum Reformgesetz hervorgeht, die der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) vorliegt. Die DKG beklagt, die Kliniken seien schon seit Jahren nicht mehr in der Lage, ihre steigenden Personalkosten zu refinanzieren. Die „kumulierte Unterfinanzierung“ betrage derzeit 2,5 Milliarden Euro. Zudem werde den Kliniken 2017 der bisher gezahlte „Versorgungszuschlag“ von 500 Millionen Euro pro Jahr entzogen. Weiterhin flössen jährlich drei Milliarden Euro zu wenig an Investitionsmitteln an die Kliniken. Für die ambulante Notfallversorgung stehe jährlich eine Milliarde Euro zu wenig zur Verfügung. Die DKG wirft der Bundesregierung „eine erschreckende Distanz zur tatsächlichen Problemlage“ vor. Rheinische Post

Rund 14 Millionen Euro für Klinik Kirchheim

Gesundheitsministerin Katrin Altpeter hat Fördermittel in Höhe von 13,8 Millionen Euro für die Klinik Kirchheim freigegeben. Mit dem Geld wird der Bau eines zusätzlichen Gebäudes für die Psychiatrie ermöglicht.

Darin sollen über 100 bisher an der Psychiatrischen Klinik Nürtingen untergebrachte Betten, der gesamte Ergotherapiebereich sowie Arzt- und Behandlungsbereiche der Psychiatrie untergebracht werden. Zusammen mit den bereits 2014 aus dem Krankenhaus Plochingen nach Kirchheim verlegten Betten der Psychiatrie wird der Kirchheimer Standort  künftig insgesamt 171 Betten umfassen.

Mit der Förderung unterstützt das Land die Kreiskliniken Esslingen bei der Verbesserung der Klinikstrukturen im Landkreis. Die Wirtschaftlichkeit soll verbessert und Betriebskosten eingespart werden. „Darüber hinaus werden durch die Zusammenführung der Psychiatrien die Versorgungsmöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten sowie die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessert“, sagte Sozialministerin Katrin Altpeter.

Land investiert rund 900 Millionen Euro in Krankenhausversorgung

Der Ministerin zufolge ist die Förderung ein deutliches Signal dafür, dass die Landesregierung zu ihrer Verantwortung für die Krankenhäuser in Baden-Württemberg steht. Sie wies darauf hin, dass die Krankenhäuser in diesem und im kommenden Jahr vom Land nahezu 900 Millionen Euro für Investitionen und damit fast 100 Millionen Euro mehr als zuvor bekommen. Diese Gelder fließen vor allem in die jährlichen Krankenhausbauprogramme einzelner Kliniken, darüber hinaus profitieren davon alle Krankenhäuser über eine pauschale Förderung kleinerer Investitionen und Gerätebeschaffungen.

Ministerin Altpeter: „Damit steigert die Landesregierung die Mittel für die Krankenhausfinanzierung 2015/2016 im Vergleich zu den beiden letzten Jahren vor dem Regierungswechsel (2009/2010) von damals rund 680 Millionen Euro um mehr als 30 Prozent.“ Mitteilungen des Landes Baden-Württemberg

Niedersachsen lehnt Kostenbeteiligung an Bremer Krankenhäusern ab

Niedersachsen lehnt Forderungen aus Bremen ab, sich an den Kosten für die Krankenhäuser in der Hansestadt finanziell zu beteiligen. „Die bekommen keinen Cent von uns“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) dem Bremer „Weser-Kurier“ (Montag-Ausgabe). „Wir sind selbst dermaßen knapp mit Mitteln.“ Zwar sei es richtig, dass sich viele Niedersachsen in der Hansestadt behandeln ließen, aber in den Krankenhäusern im Umland fehlten sie dann. Dadurch würden diese unwirtschaftlich; in der Folge werde es immer schwerer, die medizinische Versorgung im Bremer Umland aufrecht zu erhalten, meinte die Ministerin. „Und das liegt natürlich nicht im niedersächsischen Interesse.“ Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hatte kürzlich eine engere Kooperation der beiden Nachbar-Bundesländer angeregt und dabei ausdrücklich die Krankenhausplanung benannt. Bei notwendigen Strukturreformen von Kliniken in und um Bremen mache eine Absprache durchaus Sinn, meinte auch Ressortchefin Rundt. „Wir reden natürlich miteinander.“ Weser-Kurier

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