Mit dem Rauchen aufhören und die Kosten von der Steuer absetzen

Mehrheit der Deutschen raucht nicht

Dass Rauchen das Risiko, an Krebs zu erkranken erhöht, ist hinlänglich bekannt. Das Einatmen von Tabakrauch ist laut Deutscher Krebsgesellschaft sogar die häufigste Einzelursache für Krebs in den Industrieländern. Rauchen verursacht aber nicht nur Lungenkrebs, sondern auch viele andere Krebsarten wie beispielsweise Krebs der Mundhöhle, der Speiseröhre, der Brust oder des Kehlkopfes werden begünstigt.

Mit dem Rauchen aufhören und die Kosten von der Steuer absetzen

Endlich Nichtraucher werden! Das ist für viele Menschen immer noch einer der wichtigsten Vorsätze zum neuen Jahr. Was die Wenigsten wissen: Die Kosten für die Rauchentwöhnung lassen sich unter bestimmten Bedingungen von der Steuer absetzen.

Jeder vierte Erwachsene raucht – etwa jeder dritte Mann und jede fünfte Frau, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (dkfz) in seinem „Tabakatlas Deutschland 2015“ dokumentiert. Demzufolge sinkt vor allem bei den 12- bis 17- sowie 18- bis 25-Jährigen die Anzahl derer, die zur echten Zigarette greifen; gleichzeitig steigt bei den Jugendlichen allerdings der Konsum von elektronischen Inhalationsprodukten.

Nikotinpflaster & Co. von der Steuer absetzen: die Bedingungen

Wer mit dem Rauchen aufhören will, dem empfiehlt das dkfz eine Verhaltenstherapie, ergänzt durch Nikotinersatzprodukte. Ob Verhaltenstherapie, Nikotinpflaster, Akupunktur oder Hypnose – von der Steuer absetzbar sind die Kosten für diese und ähnliche Rauchentwöhnungsmethoden unter folgenden Bedingungen:

  1. Die Kosten werden von der gesetzlichen oder privaten Krankenkasse nicht übernommen.
  2. Der Raucher kann ein ärztliches bzw. amtsärztliches Attest über  seine Nikotinsucht vorweisen.

Gut zu wissen: Für verschriebene Arzneimittel, die nicht von der Krankenkasse ersetzt bzw. bezahlt werden, reicht ein Attest vom Haus- bzw. Facharzt. Für therapeutische Behandlungen, die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder Heilkuren muss der Amtsarzt oder der Medizinische Dienst die Notwendigkeit bestätigen.

Diese Kosten lassen sich absetzen

Bereits 1966 entschied der Bundesfinanzhof, dass Ausgaben zur Heilung gesundheitlicher und seelischer Schäden infolge des Missbrauches von Suchtmitteln als außergewöhnliche Belastung gelten (BFH, VI R 108/66). Seither können auch therapeutische Maßnahmen, die zur Heilung einer Sucht nötig sind, als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden – so auch zur Bekämpfung der Nikotinsucht. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Arzt-, Heilpraktiker- und Krankenhauskosten
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Verschriebene Arzneimittel
  • Nicht rezeptpflichtige Mittel wie Nikotinpflaster
  • Fahrtkosten zum Arzt mit 30 Cent pro gefahrenem Kilometer
  • Kosten für den Besuch einer Selbsthilfegruppe, wenn die Teilnahme aus ärztlicher Sicht erforderlich ist (BFH, III R 208/81).
  • Ausgaben für Heilkuren
  • allerdings nur dann, wenn es sich um unmittelbare Krankheitskosten handelt, die Kur also zur Heilung und Linderung der Sucht notwendig ist und eine andere Behandlung nicht oder kaum Erfolg verspricht.

Falls ein Raucher Kosten absetzen will, wofür ein Attest nötig ist, sollte er zunächst das Attest einholen, erst dann Geld für die entsprechende Maßnahme ausgeben und schließlich beides – Attest und Rechnung – der Steuererklärung beilegen. Christina Georgiadis – Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH)

Rückzug der Raucher – Vormarsch der Nichtraucher

Ergebnisse einer Studie der GfK zum Rauchverbot in der Gastronomie

Auf das Rauchverbot in der Gastronomie, das zwischenzeitlich in allen Bundesländern gilt, reagieren die deutschen Verbraucher sehr unterschiedlich. So besuchen regelmäßige Raucher Kneipen, Diskotheken, Gaststätten und Cafés deutlich seltener als früher. Bei Nichtrauchern fällt der Besucherrückgang dagegen merklich geringer aus.

Seit das Rauchverbot deutschlandweit in Kraft ist, besuchen Raucher vor allem Kneipen (53 Prozent) und Diskotheken (34 Prozent) seltener als früher. Jeder vierte Raucher verbringt auch deutlich weniger Zeit in Gaststätten, Cafés oder Vereinsheimen. Umgekehrt gehen fast ebenso viele Raucher häufiger in so genannte Raucherklubs.

Rund 9 Prozent der Nichtraucher verkehren jetzt häufiger in Kneipen und Bars, in denen nicht mehr geraucht werden darf. Insgesamt 5 Prozent besuchen Gaststätten, Restaurants und Cafés öfter als noch im vergangenen Jahr, 4 Prozent vergnügen sich mehr in Diskotheken und Tanzlokalen als früher. Insgesamt 11 Prozent der Nichtraucher gehen seltener aus als noch im Jahr zuvor. Die große Mehrzahl der Nichtraucher (80 Prozent) hat ihre Gewohnheiten, was den Besuch von Gaststätten, Kneipen, Cafés und Bierzelten angeht, im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Diskotheken besuchen jedoch 20 Prozent der Nichtraucher seltener als im Jahr 2007.

Nichtraucher geben mehr Geld aus

Vor allem Nichtraucher und ehemalige Raucher geben in diesem Jahr nach eigener Einschätzung eher mehr Geld für den Besuch von Kneipen, Gaststätten und Cafés aus. Dagegen haben die regelmäßigen Raucher ihre Ausgaben in der Gastronomie im Vergleich zum letzten Jahr gesenkt. Berücksichtigt man die tatsächlichen Umsätze in der Gastronomie, so ist davon auszugehen, dass die Mehrausgaben der Nichtraucher die verringerten Ausgaben der Raucher bisher nicht kompensieren können. Die allgemeine Preisentwicklung, vor allem bei Lebensmitteln und Getränken, wirkt ebenfalls dämpfend auf die Konsumfreude.

Mehrheit der Deutschen raucht nicht

Mit insgesamt 63 Prozent Bevölkerungsanteil sind die Nichtraucher in Deutschland klar in der Mehrzahl. Noch nie geraucht zu haben, geben 47 Prozent der über 60-Jährigen und 55 Prozent der Menschen in Ausbildung an. Jeder dritte der älteren Verbraucher gibt an, früher geraucht zu haben. Insgesamt greifen lediglich 29 Prozent der Befragten regelmäßig zur Zigarette. Vergleichsweise hoch ist der Anteil der Raucher der so genannten einfachen Lebenslage bezogen auf Einkommen, Bildung und Status. Sie rauchen zu 44 Prozent regelmäßig. Als gelegentliche Raucher bezeichnen sich insgesamt 8 Prozent der über 14-jährigen Deutschen. Bei den Studenten und den Auszubildenden sind es dagegen 18 Prozent.

Die Nichtraucher stellen auch die Mehrheit der Besucher in Cafés (63 Prozent), Gaststätten und Restaurants (62 Prozent) sowie in Kneipen und Bars (58 Prozent). Nur in Kneipen und Bars, die als spezielle Raucherklubs geführt werden, raucht die Mehrzahl der Besucher (53 Prozent). In Diskotheken und Tanzlokalen ist das Verhältnis zwischen Rauchern und Nichtrauchern ausgeglichen. GfK Gruppe Marktforschungsunternehmen

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