Montgomery: Umfassendes Tabakwerbeverbot muss jetzt kommen

FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner: Wir sind nicht pauschal gegen Verbote

Montgomery: Umfassendes Tabakwerbeverbot muss jetzt kommen

Deutschland gehört zu den letzten Ländern in Europa, in denen die Tabakwerbung in der Öffentlichkeit weiter erlaubt ist. Das ist vor allem ein Erfolg intensiver Lobbyarbeit, die nicht zuletzt mit saftigen Spenden an die Parteien unterstützt wird. Doch der Druck auf den Bundestag wächst. Denn Studien belegen, dass sich die verführerischen Botschaften an Bushaltestellen und Litfaßsäulen schon früh im Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen festsetzen.¹

Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner: Wir sind nicht pauschal gegen Verbote, wo sie sinnvoll und verhältnismäßig sind. Wir bezweifeln nur die Wirksamkeit, denn die Gefahren des Rauchens werden nicht verschwiegen. Siehe Packungen. Ich lasse mich gerne von neuen Argumente überzeugen. Da sehe ich nicht das Freiheitsproblem. Ich warne eher vor dem forcierten Verbot des Verbrennungsmotors. Ich bin für Technologieoffenheit, um Klimaschutz effizient zu machen. Dafür müsste man über Ethanol, Biomethan, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe nachdenken. Stattdessen machen wir Flottengrenzwerte der EU, die nur mit Elektromobilität erfüllt werden können, obwohl es ökologisch wie ökonomisch Alternativen gibt.²

Zur Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sich für weitere Einschränkungen bei der Tabakwerbung einzusetzen, erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer:

„Es ist gut, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ein Werbeverbot für Tabakprodukte unterstützt. Mit einem Verbot der Werbung an Hauswänden oder Bushaltestellen würde Deutschland endlich zum Rest der EU aufschließen, denn in allen anderen EU-Ländern sind solche Plakate schon längst nicht mehr erlaubt. In Anbetracht von 120.000 Tabak-Toten jährlich reicht ein Ende der Plakatwerbung allein allerdings nicht aus. Weitere Schritte müssen folgen. Wir brauchen ein umfassendes Werbeverbot, das auch die E-Zigaretten mit einschließt. Dies fordern die Bundesärztekammer und Deutsche Ärztetage schon seit Jahren. Natürlich würde ein konsequentes ‚Nein‘ zur Tabakwerbung den Zigarettenherstellern nicht schmecken. Aber es wäre ein klares Signal der Politik, dass ihr die Gesundheit der Bevölkerung wichtiger ist als die Gewinne der Tabak-Konzerne.“³

¹ARD Das Erste ²Spiegel ³Bundesärztekammer

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