Nichts gelernt? Aktuelle Corona-Situation

Spahn: Noch 7,4 Millionen Grippe-Impfdosen verfügbar

Nichts gelernt? Aktuelle Corona-Situation

Die digitale Karte der Neuinfektionen in Deutschland färbt sich nach der trügerischen „Sommerpause“ von Tag zu Tag weiter dunkelrot ein. In den Senioren- und Pflegeeinrichtungen steigen die Corona-Fallzahlen wieder, die erneute Abschottung wird diskutiert oder bereits vollzogen. Kliniken streichen oder reduzieren wieder die Besuchsmöglichkeiten von Angehörigen. Die Gesundheitsämter können längst nicht mehr alle Infektionsketten nachverfolgen und erste Politiker sprechen schon wieder von einem Lockdown. Es ist ein Drama – ein halbes Jahr, nachdem das Virus erstmals auch Deutschland mit voller Wucht getroffen hat, sieht es aus, als hätte man nichts aus den vergangenen Monaten gelernt.

Dass einzelne Kommunen ihre Corona-Auflagen nun drastisch verschärfen und – endlich! – Bereiche kontrollieren, in denen seit Monaten gegen Abstands-, Masken- und Dokumentationspflicht verstoßen wird, mutet da eher hilflos als konsequent an. Nebenbei schafft der Auflagen-Dschungel der Städte und Kreise maximale Verwirrung. Und währenddessen feiern manche Bürger weiter unbekümmert Party und sogenannte „Querdenker“ und Faktenleugner demonstrieren unverdrossen gegen Corona-Auflagen. Welche Auswirkung hat die Rücksichtslosigkeit Einzelner und die Inkonsequenz mancher Verantwortlicher auf die immer noch große Mehrheit der Menschen, die sich seit Monaten verantwortungsbewusst an die Vorgaben hält, selbst wenn nicht alle Maßnahmen nachvollziehbar sein mögen? Die Politik sollte diese Frage nicht auf die leichte Schulter nehmen.¹

Gesundheitsministerium sieht keine Engpässe – „Angebot sollte ausreichen, um große Nachfrage zu befriedigen“

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist Beschwerden über einen akuten Mangel an Grippe-Impfdosen entgegengetreten. Insgesamt seien für diese Grippesaison 26,675 Millionen Impfdosen beschafft worden. „Davon stehen noch 7,4 Millionen Dosen bereit, um in den kommenden Wochen bis Jahresende ausgeliefert zu werden“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Wir rechnen damit, dass weitere Impfstoffdosen im Großhandel, in den Apotheken und in Arztpraxen lagern. Das sollte reichen, um die große Nachfrage nach Grippeimpfungen zu befriedigen.“

Das Ministerium reagierte damit auf Klagen von Ärzten, der Grippe-Impfstoff sei vielerorts schon aufgebraucht. So hatte etwa der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gewarnt, die Impfdosen reichten offenbar nicht einmal für alle Risikopatienten aus.

Spahn hatte angesichts der Corona-Pandemie mehrfach an die Bürger appelliert, sich in diesem Jahr verstärkt gegen Influenza impfen zu lassen, damit es in Herbst und Winter nicht gleichzeitig zu vielen Grippe- und Corona-Fällen kommt. Das Gesundheitsministerium hatte deswegen frühzeitig sechs Millionen Grippe-Impfdosen zusätzlich geordert.

Die Gesamtkapazität von fast 27 Millionen Dosen liegt fast doppelt so hoch wie der Bedarf der Vorsaison. Nach Ministeriumsangaben standen in der zurückliegenden Saison 21 Millionen Dosen zur Verfügung, von denen nur 14 Millionen tatsächlich verimpft worden seien.²

¹Alexandra Eisen – Allgemeine Zeitung Mainz ²Neue Osnabrücker Zeitung

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.