Patienten können vor Operationen Zweitmeinung einholen und sollten Spezialisten wählen

“Man kann es nicht deutlich genug sagen: Jeder Patient hat das Recht, die gestellte Diagnose von einem anderen Arzt begutachten zu lassen”, betont VLOU-Vorsitzender Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller. “Und nicht nur das Recht – das ist auch aus verschiedenen Gründen sinnvoll.” Die Mitglieder des VLOU sind leitende Orthopäden und Unfallchirurgen. Häufig kommen verunsicherte Patienten zu ihnen. Grund dafür sind die immer wiederkehrenden Schlagzeilen: Man wirft Ärzten zu Unrecht vor, oft aus rein wirtschaftlichen Interessen zu operieren, ohne dass es eine medizinische Notwendigkeit gäbe. So kommen Zweifel an der Diagnose und an den vorgeschlagenen Behandlungen auf. Die Empfehlungen der Ärzte werden schlicht grundlos in Frage gestellt. Sicherheit durch zweite Meinung “Natürlich möchte sich niemand operieren lassen, wenn das nicht notwendig ist. Und genau dafür gibt es ja so etwas wie ein Zweitmeinungs-System”, macht Karl…

Thüringische Landeszeitung: Paragrafenwut – Eine Impfpflicht ist nicht zielführend

Es muss immer erst etwas passieren, bevor gehandelt wird. – Was für hektische Sicherheitsbestrebungen nach Terroranschlägen gilt, gilt auch im Gesundheitssystem. Ebola? Das war weit weg, bis, ja bis die ersten Fälle in Europa auftauchten. Hektische Betriebsamkeit. Man kennt das mittlerweile. In Berlin musste nun also ein Kind an Masern sterben, um Gesundheitsexperten wie den aufstrebenden Stern am CDU-Himmel, Jens Spahn, zu einer nicht neuen Forderung zu treiben: Eine Impfpflicht muss her! Dass Kinder bereits in den ersten Lebensmonaten gleich mit Sechsfach-Impfungen belästigt werden, hat seinen Sinn. Mumps, Masern, Röteln, Keuchhusten, Kinderlähmung – es grenzt an blanker Ignoranz, seine Kinder diesen Gefahren auszusetzen, nur im Hinterkopf: “Die anderen Kinder sind geimpft, es wird schon nichts passieren”. Klar: Viele Eltern umtreibt auch die Angst vor möglichen schweren Schäden, die die Kinder durch das Impfen davontragen können. Gle…

Schwäbische Zeitung: Beratungsresistente Impfgegner

In den USA gehört es bei den ganz Konservativen zum Programm, den Klimawandel zu leugnen und die Evolution zu bestreiten. Obendrein werden Impfungen gegen diverse Krankheiten als Verschwörungen gegen die Menschheit abgetan. In Deutschland ist dieser Personenkreis kleiner. Aber der derzeit laufende “Masern-Prozess” um einen Impfgegner und Virenleugner in Ravensburg zeigt, dass es auch hierzulande eine ganze Reihe von Menschen gibt, die vor Impfungen Angst haben. Sie glauben tatsächlich, ihren Kindern Gutes zu tun, indem sie ihnen den Impfschutz verweigern. Sie halten Impfungen für gefährlicher als eine natürliche Maserninfektion. Dass das im realen Leben nicht der Fall ist, zeigt die traurige Entwicklung in Berlin mit hohen Ansteckungsraten und einem ersten toten Kleinkind. Was hat der Staat also zu tun, um die Impfraten deutlich steigern zu können? Die radikalen Impfgegner gelten als beratungsresistent und in ihrem wirren Weltbild verfangen. Damit si…

WAZ: Rezepte gegen Ärztemangel

Es klingt wie ein Albtraum: In den Städten werden Tausende Facharztpraxen geschlossen, die Wege werden immer länger und die Wartezeiten endlos, auf dem Land droht die Versorgung ganz zusammenzubrechen. Doch so weit wird es nicht kommen, das weiß auch die Ärzteschaft, die in diesen Tagen mit einer Kampagne gegen die Pläne der Regierung zu Felde zieht. Um den Ärztemangel in unterversorgten Gebieten zu bekämpfen, sollen einzelne Praxen in überversorgten Regionen geschlossen werden. Die Ärzteschaft befürchtet, dass diese Rechnung nicht aufgeht – sondern den Mangel nur noch verschärft. Sie hat gute Argumente. Doch der Ton ist zu scharf. Er schürt Ängste und verstellt den Blick auf einen wichtigen Punkt: Wenn immer weniger junge Mediziner als Hausarzt aufs Land wollen, dann haben Bund, Länder, Universitäten und die organisierte Ärzteschaft eben nicht genug getan, um den Landarztjob wieder attraktiv zu machen. Es ist nicht zu spät. Die Gesundheit…

Neue Westfälische: Politik diskutiert über Impfpflicht bei Masern

Gefährliches Vergessen Es gibt diesen Satz, dass Menschen erst wissen, was sie an einer Sache hatten, wenn sie diese verloren haben. Genau so ist es mit den Impfungen. Das Gefährliche an der oft verharmlosten Kinderkrankheit Masern sind Komplikationen und Spätfolgen wie Lungen- und Gehirnentzündungen. Doch die sind in Vergessenheit geraten. Die fatale Logik: Wirkt ein Impfschutz flächendeckend, kommt die Krankheit kaum noch vor und wird nicht mehr ernst genommen. Prompt wird der Sinn von Impfungen in Frage gestellt. Nicht nur von Laien. Das trifft auch für Impfungen gegen andere Krankheiten zu. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 1998 nicht mehr, sich gegen Tuberkulose impfen zu lassen. Das Thema könnte wieder akut werden, denn amtliche Daten belegen, dass die Zahl der Tuberkulosefälle vor allem durch Zuwanderung steigt. Impfgegner behaupten, dass Impfungen Allergien auslösen oder verstärken. Hierfür, so sagen Kinderärzte, gibt es nicht einen wissen…

Lausitzer Rundschau: Kein guter Weg – Die Debatte um den Impfzwang

Wenn Eltern überlegen, ob sie ihre Kinder tatsächlich impfen lassen sollen, dann liegt das auch daran, dass die meisten Krankheiten, gegen die es einen Schutz gibt, ihren großen Schrecken verloren haben. Nur ist die Realität eben eine andere, wie die aktuelle Masern-Welle zeigt. Vermeintlich harmlose Krankheiten können immer noch schlimme Folgen haben. Das war früher so, das ist heute so. Zum Glück ticken die meisten Eltern vernünftig. Sie wissen, wie wichtig, ja lebensrettend Impfungen sein können. Trotz Nebenwirkungen, die es gibt, die nicht verschwiegen werden dürfen, die aber nicht zwangsläufig eintreten müssen. Wer sich deshalb verweigert, handelt fahrlässig; der spielt mit der eigenen Gesundheit, aber mehr noch mit der seiner Kinder Lotterie. Das sollten diejenigen zumindest beachten, die Impfungen kategorisch ablehnen. Noch ist die Impfquote in Deutschland hoch, aber sie sinkt. Also muss alles dafür getan werden, dass die Bereitschaft, sich gegen Viren so…

Krankenhaus-Report 2015: Strukturwandel der Kliniklandschaft an der Qualität ausrichten

Als das “wichtigste gesundheitspolitische Vorhaben dieser Legislaturperiode” bezeichnet der Mitherausgeber des Krankenhaus-Reports 2015, Prof. Dr. Jürgen Wasem, den “qualitätsorientierten Umbau” der Krankenhauslandschaft. “Es ist gut, dass die Regierung den Handlungsbedarf endlich erkannt und festgehalten hat”, so Wasem bei der Präsentation des Krankenhaus-Reports 2015. In den von der Bund-Länder-AG formulierten Eckpunkten seien zahlreiche Ideen, wie man den Strukturumbau in Angriff nehmen könne. “Was aber fehlt, ist ein schlüssiges Handlungsprogramm, wie man die angedachte Qualitätsoffensive praktisch umsetzen kann”, bemängelt Wasem. Uwe Deh, Vorstand des AOK-Bundesverbandes, warnt davor, dass von der Krankenhausreform nur eine große Finanzspritze für Kliniken übrigbleibt: “Wir brauchen schnell mehr Stringenz und Verbindlichkeit bei den Qualitätsvorgaben für Kliniken.” Heute dürfe sich beispielsweise j…

MB fordert zehn Prozent mehr Medizinstudienplätze

Positionspapier zur Reform des Medizinstudiums Fünfmal so viele Bewerber wie Studienplätze im Fach Humanmedizin – diesem krassen Missverhältnis soll die Politik mit einer deutlichen Erhöhung der Medizinstudienplätze um mindestens 10 Prozent begegnen, fordert der Marburger Bund in einem aktuellen Positionspapier zur Reform des Medizinstudiums. Die Erhöhung könne durch größere Kapazitäten bestehender medizinischen Fakultäten, aber auch durch die Gründung neuer Fakultäten öffentlicher Hochschulen gewährleistet werden. “Wir brauchen mehr Studienplätze, um ausreichend medizinischen Nachwuchs auszubilden. Mit den heutigen Kapazitäten, die weitgehend denen vor 25 Jahren entsprechen, wird sich das Niveau der ärztlichen Versorgung nicht aufrechterhalten lassen, wenn in zehn Jahren die erste Ruhestandswelle auf uns zukommt”, erklärte Dr. Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes. Derzeit werden pro Jahr etwa 10.600 Studierende z…

Qualität ohne Pflege unerreichbar

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) kritisiert, dass der heute von AOK und WIdO gemeinsam veröffentlichte ‘Krankenhaus-Report 2015′ das brisante Thema Personal vollständig ausklammert. “Es ist schon bemerkenswert, dass sich ein über 500 Seiten starker wissenschaftlicher Untersuchungsbericht mit dem Schwerpunkt Strukturwandel befasst, aber kein Wort verliert über das in den Krankenhäusern arbeitende Personal. Dabei sind die mit der erforderlichen Qualifikation ausgerüsteten und unter hoffentlich motivierenden Rahmenbedingungen eingesetzten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus zahlreichen Berufen die wertvollste Ressource, die der Dienstleister Krankenhaus hat – oder eben auch nicht”, sagt dazu DBfK-Referentin Johanna Knüppel heute in Berlin. “Der in den vergangenen Jahren erfolgte Kapazitätsabbau pflegerischer Leistung zeigt mittlerweile gravierende Konsequenzen. Pflegeaufgaben werden drastisch rationiert, dies betrif…

Allgemeinmedizin ja, aber nicht mit weiterer Verpflichtung!

Der Ruf der Allgemeinmedizin ist bei den Medizinstudierenden besser als bisher angenommen. In einer aktuellen Umfrage des Hartmannbundes zum “Masterplan Medizinstudium 2020″, an der mehr als 7.500 Medizinstudierende teilgenommen haben, belegt die Allgemeinmedizin bei der Wahl der angestrebten Facharztrichtung den ersten Platz. Beim Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) findet sich die Allgemeinmedizin auf dem fünften Platz wieder, würde bei der Option eines zweiten Wahlabschnitts im PJ sogar auf den zweiten Platz vorrücken. “Offensichtlich hat sich bei vielen Medizinstudierenden die Erkenntnis durchgesetzt, dass die hausärztliche Tätigkeit anspruchsvolles ärztliches Handeln darstellt”, kommentierte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, diese Ergebnisse. Noch sei die Allgemeinmedizin im Medizinstudium ohne Frage nicht dort, wo sie hingehöre – nämlich viel stärker an den Anfang des Studiums und studienbegleitend flächendeckend…

Neuer Entwurf des Elektrogesetzes ist anspruchslos und verbraucherunfreundlich

Deutsche Umwelthilfe fordert konsequente Altgeräterücknahme durch den Handel, klare Regeln zur Verbraucherinformation und Impulse für die Wiederverwendung Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ist der aktuelle Entwurf für das neue Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) nicht geeignet, um einen nachhaltigen Umgang mit den immer weiter ansteigenden Mengen von Elektroaltgeräten sicherzustellen. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation kritisiert, dass der Regelungsentwurf nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Sammelmengen und der Wiederverwendung von Elektroaltgeräten führen werde. Sie fordert das zuständige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) auf, das Gesetz dringend nachzubessern, bevor es in die Abstimmung in den Bundestag geht. Aus Sicht des DUH-Bundesgeschäftsführers Jürgen Resch nimmt der aktuelle Gesetzentwurf den Handel nicht ausreichend in die Pflicht, Elektroaltgeräte zurückz…

Bayer gegen BUND – Streit um Bienengefährlichkeit von Pestiziden geht vor Gericht

Am 23. Februar 2015 wird vor dem Düsseldorfer Landgericht darüber verhandelt, ob der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Aussage wiederholen darf, zwei von Bayer hergestellte Pestizide seien für Bienen gefährlich. Der Pestizidhersteller Bayer CropScience hatte dazu Ende letzten Jahres eine einstweilige Verfügung gegen den BUND erwirkt. Als Begründung wurde angegeben, der BUND habe die Bayer-Produkte “Schädlingsfrei Calypso” und “Zierpflanzenspray Lizetan” in Publikationen ungerechtfertigt als für Bienen gefährlich bezeichnet. Der in diesen Produkten enthaltene Wirkstoff Thiacloprid, der zu den sogenannten Neonikotinoiden gehört, habe jedoch eine gültige Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und werde von ihr als “bienenungefährlich B4″ eingestuft. Der BUND darf daher seine Aussage derzeit nur wiederholen, wenn er zugleich auf die behördliche Zulassung hinweist. Aus…

BVDVA: „Pille danach“ als Vehikel zur Stimmungsmache gegen den Arzneimittelversand

Der Bundesrat hat sich heute im Gesundheitsausschuss zu der Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung beraten. Konkret geht es um die Aufhebung der Rezeptpflicht für die sogenannte “Pille danach”. Neben dem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums haben einige Länder den Antrag eingebracht, die “Pille danach” nicht für den Versand freizugeben. Begründung: keine sofortige Verfügbarkeit und mangelnde Beratung. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken verwahrt sich gegen den unterschwelligen Vorwurf, eine versendende Apotheke berate nicht genügend. Das Gegenteil ist der Fall: Versandapotheken schneiden seit Jahren nicht schlechter ab, als die reine Vor-Ort-Apotheke. Das Argument der nicht sofortigen Verfügbarkeit im konkreten Fall des Notfallkontrazeptivums bei einem Bezug über den Versand läuft genauso ins Leere. Eine sehr zeitnahe Einnahme, wie es die medizinische Indikation vorsieht, i…

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – Katerstimmung bei Krankenhäusern

Notfallpatienten – “Die DKG zeigt selber auf, dass die Kliniken eine weitergehende Öffnung für die ambulante Versorgung nicht verkraften können. Dieses Eingeständnis muss die Politik hellhörig machen”, kommentierte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Gassen, bezog in Berlin Stellung auf ein von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vorgestelltes Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung. “Es herrscht nun Katerstimmung wie beim Aschermittwoch nach Karneval. Notwendige Strukturreformen wurden lange verschleppt. Das rächt sich nun bei den Kliniken”, so Gassen. Er wies darauf hin, dass insbesondere kleinere Häuser viele ärztliche Leistungen gar nicht mehr vorhalten könnten. “Ohne die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen ist eine gute Versorgung der Patienten nicht zu bewerkstelligen – insbesondere im Notfall…

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