BPI zum DAK AMNOG-Report: Innovationen werden gezielt ausgebremst

Der heute vorgestellte AMNOG-Report der DAK-Gesundheit zeigt, dass die Kassenseite die Versorgungssituation ihrer Mitglieder zunehmend aus dem Blick verliert. Anders ist es nicht zu erklären, dass die DAK in ihrem Bericht zu dem Schluss kommt, die Hälfte der 58 untersuchten Wirkstoffe aus dem AMNOG-Verfahren weise keinerlei Zusatznutzen auf. Zudem verzeichneten nach Ansicht der DAK gerade Arzneimittel “ohne Mehrwert” beträchtliche Verordnungszuwächse. “Der Kassenbericht ist – welch ein Wunder – interessengeleitet”, sagt BPI-Hauptgeschäftsführer Henning Fahrenkamp. Es geht hier nicht um Patientennutzen oder Therapievielfalt, sondern wie so oft um Kostensenkung. Dass wie behauptet tatsächlich so viele neue Arzneimittel in der Praxis keinen Zusatznutzen haben sollen, ist mehr als fraglich. Schwachstellen hat das AMNOG-System hingegen zuhauf. So werden Innovationen immer wieder gezielt ausgebremst, zum Beispiel i…

Nach der Wahl in Hamburg: Pflege auf die Agenda

bpa sieht drei wichtige Handlungsfelder Der neue Senat in Hamburg darf nach der Wahl nun wichtige Weichen für professionell Pflegende und Pflegebedürftige stellen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) sieht insbesondere bei der künftigen Überprüfung von Pflegeeinrichtungen, bei der Personalausstattung in der Pflege und bei der Altenpflegeausbildung großen Handlungsbedarf: “Die Hamburger Bevölkerung altert; wir brauchen also ein wertschätzendes Miteinander von Politik und Pflege, um den Beruf aufzuwerten und die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu meistern”, sagt die bpa-Landesvorsitzende Karin Kaiser an die Adresse des alten und neuen Ersten Bürgermeisters Olaf Scholz gerichtet. Die drei wichtigsten Aufgaben des neuen Senats im Pflegebereich aus Sicht des bpa: Die aktuell vorbereitete Prüfverordnung zum Hamburgischen Wohn- und Betreuungsgesetz muss gestoppt und gemeinsam mit den Pflegeverbänden überarbeitet w…

Kranksein ohne Krankschreibung

Wissenschaftler wollen Regeln für Krankschreibung lockern – Es ist einen Versuch wert Neue Westfälische – Krankschreiben in Eigenverantwortung für eine Woche? Zugegeben, meine erste Reaktion war ein mildes Lächeln. Doch im Gegensatz zu manchem Wichtigtuer-Vorstoß verdient die Idee einen Moment des Nachdenkens. Eine Woche mag lang erscheinen. Doch in der Regel schreibt ein Arzt einen Patienten, der nach zwei Tagen Ausfallzeit zu ihm kommt, für den Rest der Woche ohnehin krank. Allein schon, um sicherzugehen. Das Ergebnis: eine Woche Krankheitsausfall. Das gäbe es bei der Neuregelung auch, nur ohne Arztbesuch. Dass kranke Arbeitnehmer ihre Gesundheit gefährden und zu spät zum Arzt gehen, ist nicht mehr oder weniger gefährlich als der aktuelle Zustand, wo mancher am dritten Tag wieder arbeiten geht, anstatt sich auszukurieren. Die Gefahr des unberechtigten Krankfeierns bannt weder die neue noch die alte Regelung. Eine Erkrankung vorzutäu…

vfa zur Qualitätsdebatte: Das AMNOG muss versorgungsfreundlicher werden

Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa, sagt zur aktuellen Qualitätsdebatte im Gesundheitswesen: “Es ist gut, dass die Ergebnisse des AMNOG für die Versorgung von Patienten kritisch diskutiert werden:Unterversorgungsquoten von bis zu 90 Prozent bei Medikamenten, die das AMNOG-Verfahren durchlaufen haben, sind nicht tolerabel. Der tatsächliche Zugang der Patienten zu neuen, innovativen Arzneimitteln ist offensichtlich bislang unzureichend im Fokus der Steuerungsinstrumente der Gesundheitspolitik. Hier dominierte eine einseitige Ausrichtung an den Bedürfnissen der Kostendämpfung. Dabei ist eine stärkere Beachtung der Versorgungsqualität im Gesundheitssystem überfällig!” “Die Innovationsbilanz der forschenden Pharma-Unternehmen ist nach Zahl und Substanz so gut wie lange nicht mehr. 2014 gab es mehr als 40 neue Medikamente in Deutschland. Ein Rekordjahrgang! Therapiedurchbrüche bei Infektionskrankheiten und in der Krebstherapie geben der Med…

Weniger Bürokratie – mehr Zeit für die Pflege

Pflegende in Sachsen-Anhalt werden von Bürokratie entlastet In den nächsten zwei Jahren sollen Pflegende in Sachsen-Anhalt von vielen bürokratischen Dokumentationspflichten befreit werden, damit sie zukünftig mehr Zeit für die direkte Betreuung von Kunden und Bewohnern haben. Pflegeheime und ambulante Dienste haben die Chance, eine vereinfachte Dokumentation einzuführen, die alle fachlichen und rechtlichen Anforderungen mit deutlich weniger Aufwand erfüllt. Initiator ist die Bundesregierung zusammen mit den maßgeblichen Trägerverbänden, den Pflegekassen, den Bundesländern inklusive der Prüfinstitutionen und vieler anderer Akteure. Entwickelt hat das neue System eine Expertengruppe. Der bpa ist optimistisch, dass damit mehr Zeit für die eigentliche Pflege bleibt. “Der Abbau der ausufernden Bürokratie ist ein drängendes Thema und kommt unseren Kunden zugute”, sagt Sabine Mrosek, Landesvorsitzende des bpa in Sachsen-Anhalt. “Das V…

Alle Potenziale nutzen – Sprachförderung ausbauen

Immer mehr Menschen suchen in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung, Krieg oder Vertreibung. Viele davon bleiben für längere Zeit oder sogar für immer in Deutschland als anerkannte Asylberechtigte oder Geduldete. Bisher stehen diese Menschen vor zahlreichen Barrieren, um ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können. Der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit (BA) setzt sich für eine bessere Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung ein. Eine elementare Voraussetzung dafür sind hinreichende Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nimmt zu, der Fachkräftebedarf steigt. “Geringqualifizierte und Langzeitarbeitslose, die bislang nicht in Beschäftigung integriert werden konnten, gilt es noch besser zu fördern”, sagt Annelie Buntenbach, stellvertretende Vorsitzende des BA-Verwaltungsrats. Aber das allein reicht nicht. “Gleichzeitig müssen wir de…

E-Health Gesetz: Gesetzentwurf bleibt trotz richtiger Intention hinter Erwartung zurück

Die Gesundheitswirtschaft ist einer der Wachstumstreiber in Deutschland. Nicht nur für Beschäftigung, sondern auch für den Bereich der Technologie. In der ganzen Welt entstehen neuartige Lösungen, mit denen die Eigenverantwortung von Patienten gestärkt wird, die Effizienzgewinne für Gesundheitssysteme generieren und die dabei helfen können, das 21. Jahrhundert mit all seinen Herausforderung einer älter werdenden Gesellschaft zu meistern. Diese Entwicklungen greift der vorliegende Entwurf zum E-Health Gesetz nicht auf und wird damit den aktuellen Marktgegebenheiten in keiner Weise gerecht. Vergleicht man den Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen mit den Inhalten des vorgelegten Entwurfs des E-Health Gesetzes, so bleibt dieser stark hinter den Erwartungen zurück. “Ein Medikationsplan auf Papier im Jahr 2016 entspricht nicht unserem Verständnis von einem digitalen Zeitalter im deutschen Gesundheitswesen, sondern die elektronische Verfügbarkeit für die P…

SPECTARIS warnt vor Qualitätseinbußen bei der Versorgung mit Hilfsmitteln

Bundesrat will Beauftragung externer Hilfsmittelberater legalisieren Mit Erstaunen nimmt SPECTARIS die jüngsten Forderungen des Bundesrates zur Kenntnis, zukünftig neben der Beauftragung des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK), auch die Beauftragung externer Hilfsmittelgutachter durch die Krankenkassen zuzulassen. Dabei hatte erst kürzlich das Bundesversicherungsamt klar geäußert, dass die Überprüfung der Erforderlichkeit einer Hilfsmittelleistung nur durch den MDK im Auftrag der Krankenkasse erfolgen darf. Bereits heute ist höchst umstritten, ob es überhaupt rechtens ist, externe Hilfsmittelberater zu beauftragen. Sowohl Bundesversicherungsamt, der Datenschutzbeauftragte als auch die Leistungserbringerverbände gehen von der rechtlichen Unzulässigkeit aus. Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei SPECTARIS: “Dies interessiert die Krankenkassen jedoch nur teilweise. Stattdessen beauftragen sie immer häufiger externe Hil…

Ärzte und Patienten protestieren gegen Abschaffung von Arztpraxen – Stoppt das „Versorgungsstärkungsgesetz“

Weniger Arztpraxen, mehr Industriemedizin – wenn die Regierung das neue “Versorgungsstärkungsgesetz” wie derzeit geplant umsetzt, geht es im Gesundheitswesen bergab. Das wollen Ärzte und Patientenvertreter nicht hinnehmen. Die Freie Ärzteschaft und die Bürger Initiative Gesundheit starten daher in den Arztpraxen eine Aufklärungskampagne mit Unterschriftensammlung. “Wir erklären den Bürgern, was das Gesetz tatsächlich bedeuten würde, und dass sie sich mit uns dagegen wehren können”, sagte Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, am Donnerstag in Essen. “Denn gestärkt werden nach dem aktuellen Entwurf nur die Interessen von Industrie und Krankenkassen. Die Behandlungsmöglichkeiten der Patienten hingegen sollen abgebaut werden. Richtig wäre also, dieses Gesetz ein Behandlungsschwächungsgesetz zu nennen.” Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung sollen bis zu 25.000 Praxen von Haus- und Fachärzten verschwinde…

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Eichenprozessionsspinner

Bevor der Eichenprozessionsspinner (EPS) im Frühjahr aktiv wird, fordern die Forstwirte die sofortige Zulassung des bewährten und die übrige Umwelt schonenden Bekämpfungsmittels “Dipel ES” in der Kompetenz der Bundesländer. Bislang entscheidet das Bundeslandwirtschaftsministerium im Einvernehmen mit den Umweltbehörden des Bundes über den Einsatz des Mittels. Das Umweltministerium verweigert jedoch das Einvernehmen. Das führt seit Jahren zu Verzögerungen in der Bekämpfung und hat verheerende Folgen für Mensch und Baum. “Der Eichenprozessionsspinner unterwirft sich nicht unterschiedlichen Verwaltungsinstanzen.” kommentiert Eberhard Lasson vom Grundbesitzerverband Brandenburg. “Erst wenn die EPS-Bekämpfung Ländersache wird, können wir regional viel besser und schneller auf den Schädling reagieren. Wir begrüßen daher die Position des Bundeslandwirtschaftsministeriums, das die Notwendigkeit einer effizienten Bekämpfung einsieh…

„E-Zigaretten und E-Shishas gehören nicht in Kinderhände“

Gesundheitsorganisationen fordern ein konsequentes Abgabeverbot E-Zigaretten und E-Shishas liegen bei jungen Menschen im Trend. Obwohl sie gesundheitlich bedenklich sind, können Kinder und Jugendliche diese Produkte mit Erdbeer oder Karamellgeschmack ohne Einschränkung am Kiosk kaufen. Um Minderjährige vor den gesundheitlichen Gefahren und einer möglichen späteren Nikotinsucht zu schützen, fordert die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit dem AKTIONSBÜNDNIS NICHTRAUCHEN und weiteren Experten diese Gesetzeslücke zu schließen. Sowohl nikotinfreie als auch nikotinhaltige Flüssigkeiten, die in E-Zigaretten und E-Shishas verdampft werden, bestehen aus verschiedenen Chemikalien, die nachweislich zu Atemwegsreizungen führen können und zudem die Innenraumluft verschlechtern. “Durch die Inhalation von Chemikalien beim Gebrauch von E-Zigaretten werden die Atemwege auch von Kindern und Jugendlichen gereizt. Dies bereitet den Boden für Infektionen, langfristig sin…

Genexpressionstests in der ASV: / Erster Schritt zur besseren Brustkrebs-Diagnostik, weitere dringend nötig

Gesetzlich versicherte Brustkrebspatientinnen können ab dem 1. April 2015 mit einem Genexpressionstest untersucht werden, um für sie die beste und schonendste Behandlung auszuwählen. So lautet der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Möglich wird dies durch die Neuregelung der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV). Der Beschluss markiert einen wesentlichen Fortschritt für gesetzlich versicherte Patientinnen, denn Genexpressionstests waren bisher meist privat versicherten Frauen vorbehalten. Doch der Beschluss des G-BA trägt wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Notwendigkeiten der Versorgung nicht hinreichend Rechnung, so die Meinung des Bundesverbandes Deutscher Pathologen. Zu viele Patientinnen fallen weiterhin durch das Versorgungs-Raster. Genexpressionstests sind für zahlreiche Brustkrebspatientinnen die einzige Möglichkeit, um objektiv eine Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie treffen zu können. Die bislang angewandten M…

Ausbrüche von Masern in Berlin und Sachsen-Anhalt

Ziel der Ausrottung wurde verfehlt Aufsuchendes Impfangebot wie in Österreich und Impfpflicht in der Diskussion Nicht nur in den USA ist nach dem Ausbruch von Masern in Disneyland in Kalifornien eine Debatte über unzureichenden Impfschutz entbrannt. Nachdem in Berlin und Sachsen-Anhalt sich zahlreiche Menschen mit Masern angesteckt haben, sind verpflichtende Impfungen und niederschwellige Impfangebote wie in Österreich in der Diskussion. Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel (CDU), Kinderarzt Dr. Ulrich Fegeler (BVKJ) und Dr. Klaus Schlüter von Sanofi Pasteur MSD haben gegenüber Pharma Fakten dazu Stellung genommen. - Impfpflicht als mögliche Konsequenz niedriger Impfquoten Erwin Rüddel (CDU), Mitglied des Bundesgesundheitsausschusses, hält an der Zielsetzung, Masern auszurotten fest: “Sie können und müssen, wie einst die Pocken, ausgerottet werden.” Das Ziel sei jedoch verfehlt worden und fordere jetzt die Politik heraus. Als hil…

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