Arbeitgeber und Gewerkschaften sagen Nein zur Pflegekammer

Pressekonferenz des DGB, der Unternehmerverbände Niedersachsen e. V. (UVN), ver.di und des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) Die rot-grüne Landesregierung plant, Anfang 2016 eine Pflegekammer für die 70.000 Pflegefachkräfte in Niedersachsen einzurichten. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben am heutigen Dienstag (13. Januar) ihre einhellige Ablehnung einer solchen Pflegebehörde bekräftigt. In einer gemeinsamen Stellungnahme des DGB, der Unternehmerverbände Niedersachsen e.V. (UVN), der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP) heißt es: “Die aktuellen und zukünftigen Probleme in der Alten- und Gesundheitspflege werden durch eine Pflegekammer nicht gelöst. Eine solche Pflegebehörde kann nicht die hohe Arbeitsbelastung, das Problem der niedrigen Pflegesätze und schon gar nicht den Fachkräftemangel beseitigen. Durch die geplante berufsständische Vertretung wird lediglich eine wirkungslose und teure Bürokratie aufgeb…

Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich ungeeignet

Ausschreibungen führen zu verschlechterter Versorgungsqualität Der Branchenverband SPECTARIS kritisiert die derzeitige Ausschreibungspraxis im Hilfsmittelbereich und unterstützt deshalb die Petition “Ausschreibungen von Rollstühlen verbieten” von Gerhard Marx, Orthopäde und Landesinnungsmeister in Hessen. Das Ziel des Gesetzgebers, mit Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich eine wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Beibehaltung der bisherigen Produkt- und Dienstleistungsqualität zu gewährleisten wird nach Ansicht des Verbandes deutlich verfehlt. “Im Gegenteil”, so Marcus Kuhlmann, Leiter des Fachverbandes Medizintechnik bei SPECTARIS, “die Versorgungsqualität der gesetzlich versicherten Patienten hat sich massiv verschlechtert. Dazu kommt, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowohl der Leistungserbringer als auch der Hersteller gleichermaßen gefährdet wird. Durch Ausschreibungen von Hilfsmitteln würden die Preise…

Neue Westfälische: Panne bei Organentnahme Alptraum

Was ist in Bremen geschehen? Ist da etwa ein Patient zur Organentnahme freigegeben worden, ohne dass sein Hirntod diagnostiziert worden wäre? Das ist kaum vorstellbar. Auch in Bremer Kliniken werden keine horrorfilmkompatiblen Dr. Frankensteins ihr Unwesen treiben, die den Alptraum eines jeden Menschen Realität werden lassen: bei lebendigem Leibe ausgeweidet zu werden. Hoffentlich. Möglicherweise ist die Diagnostik nur nicht ordentlich dokumentiert worden. Das sollte aber vom Entnahmeteam geprüft werden, ehe es zum Messer greift. In Bremen scheint es zu früh losgelegt zu haben. Haben die Ärzte tatsächlich den Körper ohne Hirntoddiagnostik geöffnet und sich womöglich strafbar gemacht? Und wodurch wurde das Herz-Kreislauf-Versagen des Spenders verursacht? Durch die Operation? Oder durch das Abbrechen der künstlichen Beatmung? Wer hätte Letzteres veranlasst? Ob Panne oder Fehlverhalten: Der Fall muss aufgeklärt werden. Sonst droht der ohnehin stark rückläufigen Bereitsch…

Pflegeversicherung – Nach der Reform ist vor der Reform

Die menschliche Qualität einer Gesellschaft zeigt sich auch darin, wie sie mit ihren älteren, hilfsbedürftigen Bürgern umgeht. So betrachtet ist die vor 20 Jahren eingeführte Pflegeversicherung eine Errungenschaft, die höchstes Lob verdient. Denn entgegen starken politischen Bestrebungen wurde das Pflegerisiko seinerzeit eben nicht ausschließlich individualisiert, sondern durch eine neue zentrale Säule im Sozialversicherungssystem auf breite Schultern verteilt. Die Akzeptanz der Pflegeversicherung ist in der Bevölkerung nach wie vor riesengroß. Umso erstaunlicher, dass die Pflegeversicherung so schnell selbst zum Pflegefall wurde. Der Grund dafür ist, dass sich Regierungen aller Couleur lange nur auf einen stiefmütterlichen Umgang mit ihr beschränkt hatten. Über Jahre wurden weder Beiträge noch Leistungen angepasst. Die ausschließliche Ausrichtung der Pflegeleistungen auf körperliche Gebrechen führte ebenfalls zu Fehlentwicklungen. Der damalige Gesundheitsminister…

Zweifelhafte Hirntoddiagnostik in einem norddeutschen Krankenhaus

Statement der Prüfungs- und der Überwachungskommission zur Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über eine vermeintlich Prüfungs- und Überwachungskommission, in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV Spitzenverband, haben nach eingehender Analyse einer in Frage gestellten Hirntoddiagnostik in einem norddeutschen Krankenhaus auch unter Hinzuziehung weiterer unabhängiger Expertise festgestellt, dass die Organspenderin vor geplanter Organentnahme hirntot war. Die seit Dezember laufenden Untersuchungen der Kommissionen haben bisher ergeben, dass sämtliche Hirnfunktionen erloschen waren. Das haben eingehende Untersuchungen nach Anhörungen von Experten und die Sichtung der vorliegenden Unterlagen gezeigt. Unabhängig davon wurden Unzulänglichkeiten in der Dokumentation festgestellt, die zu Unsicherheiten bei den Beteiligten und schließlich zum Abbruch der Organentnahme geführt haben. Für die Kommissione…

Ministerien bescheinigen Altenpflege Spitzenwerte und planen deren Abschaffung

Zwischenbericht von vier Bundesministerien zur “Ausbildungs- und qualifizierungsoffensive Altenpflege” vorgelegt: Rekordzahlen in der Altenpflegeausbildung Am 8. Januar 2015 legte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Zwischenbericht zur “Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege” vor und verkündete die zentralen Ergebnisse: Mit 26.740 Eintritten in eine Altenpflegeausbildung in ganz Deutschland wurde ein neuer Spitzenwert erreicht. Hinzu kommt, dass die im Rahmen der Offensive vereinbarte Steigerungsrate von 10 Prozent mit bundesweit insgesamt 14,2 Prozent deutlich übertroffen wurde. Offenbar ist der Altenpflegeberuf attraktiv. Das sieht Dr. Thomas Kunczik vom Bündnis für Altenpflege genauso. Das Vorhaben der Bundesregierung, den Altenpflegeberuf zugunsten einer generalistischen Pflegeausbildung aufzugeben, ist ob dieser Nachrichten in keiner Weise nachvollziehbar: “Wir verzeichnen Rekordzah…

Der Apotheker als Wissensmanager

Mehr Sicherheit für Arzt und Patient Über 450 Apotheker, Mediziner, Pflegende, Wissenschaftler und Beschäftigte im Krankenhaus aus acht Nationen kamen zum 4. Kongress für Arzneimittelinformation nach Köln. Am 9. und 10.01.2015 standen die Qualität von verfügbarer Information in der Medizin sowie weitere Themen der Arzneimittelinformation im Zentrum der fachlichen Diskussionen. Bei der Eröffnung betont die Kongressleitung Frau Dr. Vetter-Kerkhoff, dass mit aktiver Arzneimittelinformation neues Wissen generiert wird. Mit individualisiert auf die therapeutischen und körperlichen Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmter Information beraten und unterstützen Apotheker im Krankenhaus und im ambulanten Bereich Ärzte und Pflegende. Der dadurch erreichte Nutzen und generiertes Wissen wurde von vielen Referenten hervorgehoben und konnte in Studien belegt werden. Professor Ludwig, Chefarzt und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft…

Kurier am Sonntag: Kommentar von Maren Beneke zur Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen

Bremen – Wer jemandem den schwarzen Peter dafür in die Schuhe schiebt, dass Bremer Baubetriebe bei öffentlichen Ausschreibungen so selten zum Zug kommen, der macht es sich zu leicht. Denn letztendlich hat die EU dafür gesorgt, dass das Vergaberecht in den vergangenen Jahren immer komplexer geworden ist. Das Ergebnis: Allein in Bremen gibt es heute mehr als 80 verschiedene Vergabestellen mit Formularen, die teilweise den gleichen Umfang wie ein Telefonbuch haben. Dass ein klein- oder mittelständischer Unternehmer da nicht mehr durchsteigt, ist verständlich. Und es ist auch verständlich, dass dieser sich auf öffentliche Ausschreibungen erst gar nicht mehr bewirbt – stapeln sich in der Branche derzeit doch die Aufträge aus der Privatwirtschaft. An der Struktur der Baubetriebe im Land Bremen kann auch die Politik nichts ändern. Und auch nicht daran, dass ein niedersächsisches Unternehmen, das seine Arbeit im Wettbewerb am günstigsten anbietet, am Ende den Z…

Deutscher Airbus „Robert Koch“ verstärkt EU-Hilfe in Ebola-Gebieten

Deutschland stellt dem freiwilligen Pool der EU ein eigens für die medizinische Evakuierung von Ebola-Patienten umgebautes Flugzeug zur Verfügung. Dies kündigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier heute (Freitag) in seinem Gespräch in Berlin mit dem für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement zuständigen Kommissar Christos Stylianides, Ebola-Koordinator der EU, an. Der Airbus “Robert Koch” verfügt über eine Sonderisolierstation, die es bereits während des Evakuierungsfluges erlaubt, Ebola-Patienten intensivmedizinisch zu behandeln. “Wir begrüßen diesen Beitrag, der unsere Kapazitäten für die Evakuierung mit Ebola infizierter internationaler Helfer wesentlich verstärkt. Deutschland reagiert auf diese menschliche Tragödie großzügig und entschlossen”, erklärte Christos Stylianides, EU-Ebola-Koordinator und Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, der die betroffene Region kürzlich besuchte. “Die Ebola-Epidemi…

Studie: Kassenpatienten warten länger auf Arzttermin

Halle – Kassenpatienten müssen in Sachsen-Anhalt deutlich länger auf einen Facharzttermin warten als privat Versicherte. Im Durchschnitt sind es 25 Tage. Dies hat eine Studie der Bundestagsfraktionen der Grünen ergeben, die der in Halle erscheinenden “Mitteldeutschen Zeitung” (Donnerstag-Ausgabe) vorliegt. Gerade im Vergleich zu anderen Bundesländern, in denen die Erhebung ebenfalls durchgeführt wurde, sind die Unterschiede in Sachsen-Anhalt am stärksten. In Bayern müssen gesetzlich Versicherte beispielsweise 19 Tage länger als privat Versicherte auf einen Termin warten, in Brandenburg sind es 24 Tage. Die gesetzlichen Krankenkassen kritisierten die längeren Wartezeiten. “Derartige Ungleichbehandlungen dürfen nicht bagatellisiert oder schöngeredet werden, hier bedarf es schneller und verlässlicher Lösungen”, sagte der Sprecher der Barmer GEK, Thomas Nawrath. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt kritisierte die Studie dagegen als nicht repräsent…

Pauschales Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung ist tierschutzwidrig

Frankfurt am Main – Einen Masterplan für eine Landwirtschaft, “die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie”, berät die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen auf ihrer Klausurtagung derzeit in Weimar. Ganz oben auf der Agenda: ein Verbot für den Einsatz von Reserveantibiotika in der Tierzucht. “Krankheiten bei Menschen nicht mehr behandeln zu können, weil angeblich in der Tierhaltung die letzten wirksamen Antibiotika verschlissen werden, ist natürlich ein Thema, das bestens dafür geeignet ist, Ängste bei Menschen zu schüren und damit zu punkten”, kommentiert der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Hans-Joachim Götz, das Vorhaben der Grünen. Doch so einfach, wie es scheint, ist es nicht. Das Problem der Antibiotikaresistenzen in der Humanmedizin lässt sich damit nicht lösen. Ein Blick auf die Auswertung der dritten Datenerhebung zur Antibiotikaabgabe in der Tiermedizin durch das Bundesamt für Ve…

Datenbank „Versorgungslandkarte“ der Deutschen Rheuma-Liga

Fast jeder vierte Deutsche ist von einer der über 100 Arten rheumatischer Erkrankungen betroffen. Doch wo findet man geeignete Hilfe? Die neu gestaltete “Versorgungslandkarte” der Deutschen Rheuma-Liga mit rund 1.500 Adressen und vielen weiteren Informationen schafft Abhilfe. Einfach und schnell Rheuma-Spezialisten finden – diesen Service bietet die neu gestaltete “Versorgungslandkarte” (www.versorgungslandkarte.de ) der Deutschen Rheuma-Liga. Die Online-Datenbank umfasst Adressen von internistischen und orthopädischen Rheumatologen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Rheumazentren. Verzeichnet sind außerdem Physio- und Ergotherapeuten sowie Psychologen. Eltern rheumakranker Kinder erhalten Informationen zu Kinder- und Jugendrheumatologen, Kinderkliniken und Physiotherapeuten mit einer Fortbildung im Bereich Kinderrheumatologie. “Bei der schwierigen Versorgungssituation ist es für Betroffene sehr hilfreich, unkompliziert…

Neue Generika 2014: Generikaunternehmen schaffen 992 neue Möglichkeiten, mit Arzneimitteln zu sparen

Berlin – Durch neue Generika hat das deutsche Gesundheitssystem allein in den ersten zehn Monaten des gerade vergangenen Jahres 992 zusätzliche Möglichkeiten hinzugewonnen, mit preiswerten, patentfreien Arzneimitteln zu sparen. Hinter dieser Zahl stehen 69 Generikaunternehmen, die 12 Einzelwirkstoffe und zwei Wirkstoffkombinationen, jeweils in unterschiedlichen Wirkstärken, Packungsgrößen und Darreichungsformen, für die Versorgung der Patienten zur Verfügung stellten. Das geht aus aktuellen Analysen des Marktforschungsinstituts IMS HEALTH hervor. Für das Gesundheitssystem sind das gute Nachrichten, denn die Tagestherapiekosten für eine gleichwertige Behandlung mit Generika sind um ein Vielfaches geringer als mit patentgeschützten Arzneimitteln und sogenannten Altoriginalen. “Ärzten und Apothekern bietet sich nun die Möglichkeit, in der Versorgung auch bei diesen 14 Wirkstoffen auf Generika zurückzugreifen. Die Patienten können bei gleicher Qua…

Viele Todesfälle durch Sepsis sind vermeidbar

In Deutschland sterben täglich durchschnittlich 162 Menschen an einer Blutvergiftung. Das hat das Kompetenznetzwerks Sepsis (SepNet) in einer aktuellen Studie herausgefunden. Viele dieser Todesfälle könnten durch bessere Prävention, gezieltere Diagnostik und schnellere Behandlung vermieden werden. Die gefährliche Erkrankung Sepsis beginnt immer mit einer Infektion, zum Beispiel einer Lungenentzündung oder einem Harnwegsinfekt. Sogar eine gewöhnliche Grippe kann die Autoimmunreaktion hervorrufen und zum Multiorganversagen führen. Warum sterben von Jahr zu Jahr mehr Menschen an einer Sepsis? Der Intensivmediziner Prof. Dr. Konrad Reinhart von der Universitätsklinik Jena begründet das im Gespräch mit dem BPI Pressedienst Arzneimittel mit der steigenden Lebenserwartung und der Zunahme von Begleiterkrankungen wie Diabetes oder chronische Bronchitis. Und er nennt noch einen weiteren Aspekt: O-Ton1 Prof. Reinhart: “Ein Grund für die Zunahme der Sepsis ist auch die…